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Nachrichten zur Übersicht ART wird einfacher! Kiel, 22. April 2004 - Innerhalb nur weniger Wochen sind drei neue Präparate in der Behandlung HIV-Infizierter aufgetaucht, die das bereits umfangreiche Arsenal antiretroviraler Substanzen weiter aufstocken und im Folgenden kurz kommentiert werden: Nelfinavir 625 mg von Hoffmann-La Roche vor der Zulassung Wie die Firma Hoffmann-La Roche jetzt mitteilte, wird Ende April 2004 mit der Zulassung der neuen Darreichungsform von Viracept® 625 mg gerechnet. Mit dieser neuen Darreichungsform reduziert sich die Anzahl der einzunehmenden Nelfinavir-Tabletten von täglich zehn auf nur noch vier Tabletten. In ersten Studien erwies sich die neue Galenik überdies als verträglicher, vor allem hinsichtlich gastrointestinaler Nebenwirkungen - und das, obwohl die Plasmaspiegel um rund 30 % höher lagen als bei der herkömmlichen Galenik. Sollten sich diese Beobachtungen in der täglichen Praxis bestätigen, erwächst hier - bedingt durch die ansonsten sehr gute Verträglichkeit und das nicht uninteressante Resistenzprofil von Nelfinavir - sicherlich eine neue Konkurrenz für andere PIs wie Lopinavir oder Atazanavir heran. Das herkömmliche Nelfinavir wird sich dann hingegen wohl relativ bald aus dem klinischen Alltag verabschieden... Telzir®- ein neuer PI von GlaxoSmithKline Mit Fosamprenavir erhielt am 24. März 2004 ein weiterer Proteaseinhibitor die "Zulassungsempfehlung" von der Europäischen Zulassungsbehörde EMEA. Die endgültige Zustimmung der EU steht noch aus, mit ihr ist im Juli zu rechnen. Die Marktverfügbarkeit ist allerdings erst für den Spätsommer 2004 zu erwarten. Fosamprenavir ist eine Weiterentwicklung von Amprenavir und sorgt ebenfalls für eine deutliche Reduktion der Pillenzahl. In Deutschland wird die Substanz nun doch Telzir® heissen, nachdem zunächst mit Lexiva® ein anderer Name favorisiert worden war. An dieser Stelle wurde bereits ausführlich über die Substanz berichtet: http://hiv.net/2010/news2003/n1026.htm Ein neues "Combivir®": Kombination aus Tenofovir und Emtricitabine von Gilead beantragt Bereits am 15. März hat die Firma Gilead bei der amerikanischen FDA die Zulassung für ein Kombinationspräparat aus dem Nukleotidanalogon Tenofovir und dem Nukleosidanalogon FTC beantragt. Letzteres, über das an dieser Stelle ebenfalls bereits berichtet wurde (http://hiv.net/2010/news2003/n1101.htm ) scheint in den ersten Monaten nach der Zulassung noch nicht so richtig aus den Startlöchern zu kommen. Vermutlich bezweifeln viele Behandler, dass FTC einen wirklichen Vorteil gegenüber 3TC hat, und Letzteres kennt man schließlich seit 1995. Mit der jetzt eingereichten Kombination dürfte sich dies jedoch deutlich und rasch ändern – vorausgesetzt, die FDA spielt mit und akzeptiert die eingereichten (bislang nicht publizierten) Daten zur Kombination. Als eine einzige Tablette aus zwei Substanzen, die nur einmal am Tag gegeben werden muss und darüber hinaus ein exzellentes Nebenwirkungsprofil hat, dürfte eine ernsthafte Konkurrenz für den bisherigen Marktführer Combivir® entstehen...
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