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Neuer Proteasehemmer Atazanavir zugelassen

EMEA gibt grünes Licht für Reyataz®

von Christian Hoffmann

Hamburg, 5. März 2004 - Seit einigen Monaten wurde damit gerechnet, nun ist es amtlich: Atazanavir (Reyataz®) hat Anfang dieser Woche die europäische Zulassung von der zuständigen Behörde erhalten, der Europäischen Agentur für die Beurteilung von Arzneimitteln (EMEA). In den USA wurde Atazanavir bereits im Juni 2003 durch die amerikanische FDA zugelassen, in Deutschland war die Substanz bislang nur in einem Expanded-Access-Programm erhältlich. Wie die Firma Bristol-Myers Squibb mitteilte, wird es nach der EMEA-Zulassung nun wohl noch etwa 2-3 Wochen dauern, bis die Substanz über die Apotheken verfügbar ist.

Atazanavir ist ein neuer Proteaseinhibitor (PI), der nur zusammen mit anderen antiretroviralen Substanzen gegeben werden sollte. Ausführliche Informationen schon jetzt in der Neuauflage von HIV.NET 2004. Die Zulassung ist zunächst beschränkt auf antiretroviral vorbehandelte Erwachsene. Eine Boosterung mit Ritonavir ist dringend zu empfehlen (100 mg Ritonavir, 300 mg Atazanavir), insbesondere bei Kombinationen mit Tenofovir und Efavirenz. Wichtigste Nebenwirkungen von Atazanavir sind Bilirubin-Erhöhungen, die sich nicht selten auch als Ikterus manifestieren können. Eine Kombination mit Indinavir sollte daher unbedingt vermieden werden.

Mit seiner ansonsten guten Verträglichkeit, dem günstigen Lipidprofil und der einfachen Einnahme könnte sich Atazanavir nach den vorliegenden Daten als eine wichtige HAART-Option, vor allem im Rahmen von Once-Daily-Kombinationen etablieren.


 
 
     
 

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