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ICAAC 2003 (4 von 4): SARS
Kongressbericht von der 43. ICAAC, 13. - 17. September 2003 in Chicago SARS wars - "die SARS-Kriege", lautete der Titel einer
Diavortragssitzung, die die SARS-Epidemie des letzten Frühjahrs aufarbeitete. Interessant war
dabei ein Late-breaker Beitrag aus Toronto, wo eine Therapiestudie mit Steroiden sowie der
Kombinationstherapie mit Interferon (consensus-IFN alfacon-1) vorgestellt wurde [1]. Nach dieser
Zusammenstellung der behandelten SARS-Patienten erhielten 19 die Kombination aus IFN und Steroiden,
13 Patienten wurden mit Steroiden allein behandelt und dienten so als Vergleichsgruppe. Sowohl in
der Lösung der Röntgen-Thorax-Veränderung, als auch in der Dauer des
zusätzlichen Sauerstoffbedarfs sowie in der Normalisierung der Laborarameter LDH und CK
profitierte die Gruppe der kombiniert behandelten SARS-Patienten, insbesondere wenn diese Therapie
zu einem frühen Zeitpunkt eingesetzt wurde. Dieses Konzept kann einen möglichen
therapeutischen Ansatz darstellen. Biowaffen wurden ja auf der letzten ICAAC, die unter dem Schock des 11.9.2001
stand, extensiv diskutiert. Im Nachklang dessen wurde eine Studie zum therapeutischen Nutzen einer
anti-Anthrax Chemo-Prophylaxe in einem Tiermodell (Rhesusäffchen) nach pulmonaler Inokulation
mit Sporen vorgestellt [2]. Dabei wurden die beiden Gyrasehemmer Levo- und Ciprofloxacin in einer
blinden Vergleichsstudie getestet. Die beiden eingesetzten Antibiotika waren sicher über die
Dauer der Gabe von 30 Tagen und somit vergleichbar effektiv. Ernüchternd für den Fall
eines tatsächlichen Angriffs mit Anthax-Sporen bleibt die Erkenntnis, dass nach Absetzen der
Antibioikaprophylaxe 9/10 Äffchen an Lungen-Anthrax verstarben, offensichtlich an den
aussprossenden Residualsporen. Aus der Abteilung "Ideen, die die Welt braucht" wurde berichtet
über einen Chromatographie-Schnelltest zur Diagnose der viszeralen Leishmaniase (vL), die im
Mittelmeerraum vorkommt [3]. Im Gegensatz zur Erkrankung bei Kindern, bei denen die Form der vL
häufig selbstlimitierend verläuft, ist die Prognose bei Vorliegen einer HIV-Infektion mit
schlechtem Immunstatus deutlich schlechter. Hier kann die Infektion mit bei Erwachsenen primär
nicht invasiven Leishmanien-Genus (z.B. L. infantum) progredient als schwere Systemerkrankung
verlaufen. Eine griechische Gruppe stellte ein Antikörper-basierendes (anti-K39) Testkit vor,
mit einer hohen Sensitivität (93.6 %) und Spezifität (96,6 %), getestet bei infizierten
Kindern mit viszeraler Leishmaniase (non-HIV) [3]. Für die mediterrane vL kann dieser Test eine
diagnostische Bereicherung darstellen. Hoffentlich wird er bald kommerziell erhältlich
sein. Natürlich wurden noch viele, viele andere Studien vorgestellt und jede
subjektive Auswahl wird nicht ein umfassendes Bild abgeben können, das jedem Interesse gerecht
wird. Daher bleibt dieses ein Versuch, ein Bild zu vermitteln von der ICAAC 2003 in Chicago
-ytherwise, go there by your own, next year, in Washington DC (übrigens einmalig zu einem
anderen Zeitpunkt: 30.10. - 02.11.04). Abstracts: [1] Loutfy MR, Blatt L, Ward S, et al. Preliminary results on the potential
therapeutic benefit of interferon alfacon-1 plus steroids in severe acute respiratory syndrome. 43rd
ICAAC, LB-Abstract: K-1315e, American Society for Microbiology, September 2003, Program/Abstracts
addendum, page 19). [2] Bush K, Kao M, Barnewall R, Estep J, Hemeryck A, Kelley MF. Efficacy of
Levofloxacin in the Inhalational anthrax (Post-Exposure) Rhesus Monkey Model. LB-Abstract: B-331a,
American Society for Microbiology, September 2003, Program/Abstracts addendum, page 11. [3] Daikos GL, Mamalis EP, Tzanetou K, Pavlopoulou I, Michos AG, Syriopoulou V.
Immunochromatographic Test for Rapid Diagnosis of Mediterranean Visceral Leishmaniasis. 43rd ICAAC,
abstract P-412, American Society for Microbiology, September 2003, page 482. |
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