Home Geschichte HIV Medicine Wer ? Was ? FMI Flying Publisher
 
 
HIV.NET 2007

Nachrichten

HAART

Klinik

Medikamente

Kongressberichte

Mailing-Liste

Erweiterte Suche


Anregungen,
Kommentare


 
Nachrichten
zur Übersicht

Natürliche Immunität gegen HIV: Was haben "Long-term-non-progressors", das andere nicht haben?

von Georg Behrens

Schon seit vielen Jahren sind die HIV-Forscher auf der Jagd nach einem natürlichen Faktor, der das Fortschreiten der HIV-Erkrankung aufhält. Grund zur Hoffnung gibt ihnen die Beobachtung, daß einige Patienten trotz ihrer HIV-Infektion auch nach vielen Jahren keinen Immundefekt entwickeln. Diese Patientengruppe der sog. "long-term-non-progressors" ist daher für die Forschung von besonderem Interesse.size=2

Einzelne Besonderheiten der HI-Viren und Wirtsfaktoren (z. B. Co-Rezeptor-Polymorphismen, CTL-Antwort) wurden immer wieder als Erklärung für die fehlende oder deutlich verlangsamte Krankheitsprogression herangezogen. Schon oft glaubte man, einen löslichen Faktor gefunden zu haben, der bei diesen Patienten gegen HIV wirkt. Bruce Walker war einer der ersten, die einen "CD8 antiviral factor" (CAF) beschrieb. Eine genauere Untersuchung dieses Faktors hinsichtlich Aufbau und Wirkungsweise gelang jedoch nicht. Oft stellte sich heraus, daß es sich bei den CAFs um ein Chemokin oder Zytokin handelt, das in seiner antiviralen Wirkung nicht recht überzeugen konnte.

David Ho und seine Arbeitgruppe glauben nun, endlich den lange gesuchten natürlichen Faktor X gefunden zu haben. Sie stimulierten die CD8+ T-Lymphozyten von "long-term-non-progressors", "normalen" HIV-Patienten und gesunden Probanden, isolierten die in der Zellkultur angereicherten Substanzen und verglichen sie zwischen den Gruppen. Mit aufwendigen Aufreinigungs- und Analysemethoden (surface-enhanced laser desorption/ionization (SELDI) time-of-flight (TOF) mass-spectrometry (MS) detection, kurz: ProteinChip-SystemÒ ) machten die Forscher in New York dabei eine Entdeckung: Die CD8-T-Lymphozyten der "long-term-non-progressors" und vieler gesunder Probanden, nicht aber die von HIV-Patienten mit einer Erkrankungsprogression produzieren eine Gruppe von Substanzen, die als humane Defensine (human a -Defensins-1, -2, and-3) identifiziert wurden. Diese Substanzen sind nicht völlig neu und werden u.a. auch von Granulozyten sezerniert. In ersten Versuchen wiesen die aufgereinigten und auch synthetisch hergestellten Defensine eine vielversprechende antivirale Wirkung im Reagenzglas auf.

Verständlicherweise schlugen die Herzen der Forscher vom Aaron Diamond AIDS Research Center höher nach dieser Entdecklung. Allein, wo viel Licht ist, da ist auch Schatten. Jay Levy, schon seit vielen Jahren auf der Suche nach CAFs, würdigt die Arbeit der New Yorker, glaubt aber aus eigener Erfahrung nicht, daß die Defensine eine ausreichende antivirale Aktivität besitzen. Und Robert Gallo meint, daß erst mehr Patienten untersucht werden müßten und daß eine einzelne Substanz(gruppe) nicht die ganze Geschichte der natürlichen HIV-Immunität erklären wird. Die Jagd ist also noch nicht zu Ende.


Zhang L, Yu W, He T, et al. Contribution of human alpha-defensin 1, 2, and 3 to the anti-HIV-1 activity of CD8 antiviral factor. Science 2002; 298:995-1000. Abstract.



 

 
     
 

Design:

 
 
 

  Wichtiger Hinweis für die Leser