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Mit Wachstumshormon wächst auch der Thymus
von Andrea Rubbert 26. Juli 2002 - Der Thymus
als zentrales Organ für die T-Zellentwicklung stand auf diesem Kongress wieder
im Rampenlicht des Interesses. Highlights waren dabei Studien zu IL-7, eine
verbesserte TREC-Technik sowie eine Studie zum Einsatz von Wachstumshormon. Aus der
Arbeitsgruppe von McCune [ThOrA1484] wurde von einer Pilotstudie berichtet, bei
der die Wirkungen von rekombinantem humanen Wachstumshormon (rhGH) auf die
T-Lymphopoese untersucht wurde. Untersuchungen an Nagetieren zeigen, daß
GH-defiziente Nagetiere eine Thymusatrophie haben und nach Gabe von GH ein
Wachstum des Thymus zu beobachten ist. Bei immundefizienten Nagern war nach
Gabe von GH eine Immunrekonstitution zu beobachten. Napolitano berichtet über 5
männliche HIV-infizierte Patienten mit einem Durchschnittsalter von 52 Jahren
und stabiler ART seit mehr als 1.5 Jahren, die wegen einer Fettakkumulation GH
in einer Dosis von 1.5-3mg/Tag erhielten. Die Patienten hatten eine mittlere
CD4 Zellzahl von 419/ml sowie eine Viruslast von im Mittel 1392 Kopien/ml. Eine
CT Untersuchung des Thorax zeigte zu Beginn der GH Therapie wie erwartet eine
Thymusatrophie bei allen 5 Patienten, nach 6 Monaten konnte hingegen bei allen
Patienten ein Thymuswachstum festgestellt werden. Bei allen Patienten war im gleichen Zeitraum ein Anstieg der
naiven T-Zellen, insbesondere von naiven CD4+ T-Zellen, zu beobachten, der auch
nach dem Absetzen der GH Therapie anhielt. Computertomographisch war jedoch das
Absetzen mit einer erneuten raschen Involution des Thymusgewebes
vergesellschaftet. Ein Effekt auf die absolute Zahl von B- und T- Zellen oder
die Viruslast war nicht zu beobachten. In einem SCID-Maus-Modell, bei dem die SCID-Mäuse
humanes Thymus und Lebergewebe in die Niere implantiert bekommen hatte, konnte
unter einer kontinuierlichen GH-Gabe (über eine Pumpe) ebenfalls eine
Hyperplasie des Thymusgewebes demonstriert werden. Diese Studie ist sicher als
Pilotstudie zu verstehen und sollte nicht, wie die Vortragende auch selber
feststellt, zum Einsatz von Wachstumshormon mit dieser Intention erfolgen. Die
TREC-Technik wird seit einigen Jahren dazu verwendet, die Zahl bzw. den Anteil
der aus dem Thymus auswandernden T-Zellen zu bestimmen. Dabei wird mittels
quantitativer PCR die Zahl der Exzisionszirkel gemessen, die beim
T-Zell-Rearrangement anfallen (sjTREC). Eine Verminderung von TREC+ Zellen kann
dabei einerseits durch eine Verminderung der Thymusfunktion, andererseits durch
Vermehrung (“Herausverdünnung”) von T-Zellen in der Peripherie beobachtet
werden. Die gleichzeitige Messung von DßJß-TREC, die quasi als Nebenprodukt
anfällt, erlaubt eine bessere Differenzierung, da bei einer Proliferation
peripherer T-Zellen die Ratio von sjTREC/DßJß stabil bleibt [ThPe A1769]. Remi
Cheynier [WeOrA198] konnte mit Hilfe dieser Technik zeigen, daß im Rahmen der
HIV-Infektion eine gestörte Thymusfunktion zu beobachten ist. Er berichtet über
eine Untersuchung an HIV-negativen Freiwilligen sowie HIV-infizierten Patienten
sowohl im chronischen Stadium wie auch im Stadium der Primärinfektion, ohne und
mit HAART. Das Durchschnittsalter aller untersuchten Probanden schwankte
zwischen 36 und 45 Jahren. Dabei zeigten Patienten im Frühstadium der
HIV-Infektion zwar einen sjTREC-Anteil wie HIV-negative Probanden, jedoch eine
verminderte sj/ß Ratio mit raschem Abfall. Nach früher HAART war jedoch einen
Wiederanstieg der sj/ß Ratio zu beobachten, was eine Rekonstitution der
Thymusfunktion nahelegt. Die von Cheynier dargelegten kinetischen Berechnungen
gehen von einer minimalen täglichen Produktion von T-Zellen aus dem Thymus von
4 x 106 (1 x 106 - 23 x 106) aus, wobei dies
mit zunehmendem Alter tendenziell abnimmt. Er konnte im weiteren Beobachtungen
machen, die auch von anderen Untersuchern bestätigt wurden. Während der
Primärinfektion konnte ein erhöhter Plasmaspiegel von IL-7 festgestellt werden.
Der Abfall der sj/ß Ratio - ein Hinweis für eine defekte Thymusfunktion -
korrelierte insbesondere mit einer erhöhten plasmatischen Interferon-a Konzentration. Auch
wenn die genauen Regulationsmechanismen der Thymusfunktion noch unklar sind, so
könnte diese “erweiterte” TREC Bestimmung dazu beitragen, den Einfluß
verschiedener Zytokine oder von immuntherapeutischen Ansätzen auf die
Thymusfunktion besser zu beleuchten. |
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Wichtiger Hinweis für die Leser
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