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Nachrichten zur Übersicht
Immunologie, 6. und letzter Teil: von Andrea Rubbert 14. März 2002 - DC-SIGN gehört zur Familie der
Typ C-Lektine und bindet neben HIV-1 auch SIV und HIV-2 via gp120. Bereits auf
dem letztjährigen Retroviruskongress wurden Untersuchungen vorgestellt, die
zeigten, daß DC-SIGN insbesondere auf submukosalen dendritischen Zellen und auf
Gewebsmakrophagen exprimiert wird und somit DC-SIGN bei der mukosalen
(sexuellen) und vertikalen (Mutter-Kind) Transmission eine Rolle spielen
könnte. DC-SIGN kann einerseits den Gebrauch von Chemokinkorezeptoren
verbessern, wenn diese “knapp” sind, andererseits (über eine Wechselwirkung mit
ICAM-1) auch direkt T-Zellen stimulieren. Einige Beiträge beschäftigten sich
auch auf diesem Kongress mit der Bedeutung von DC-SIGN für die HIV-Infektion. Melissa Pope wies in ihrem
Plenarvortrag darauf hin, daß die Expression von DC-SIGN vom Reifungsgrad der
dendritischen Zellen (DC) abhängt. Unreife (gewebeständige) DC exprimieren
DC-SIGN, reife DC jedoch deutlich weniger. Keine Expression von DC-SIGN findet
sich interessanterweise auf Langerhans Zellen und plasmozytoiden DC. Jameson
und Mitarbeiter (Abstract # 28)
untersuchten die Expression von DC-SIGN auf DC der Schleimhaut von Darm und
Genitaltrakt beim Menschen und Affen. DC-SIGN positive Zellen zeigten sich
insbesondere im Bereich der Peyerschen Plaques des Darms sowie in der
Rektumschleimhaut. Im Bereich des Rektums fanden sich außerdem Zellen, die
gleichzeitig CD4, CCR5 und DC-SIGN exprimierten (und somit als gut geeignete
Zielzellen für HIV erscheinen). Soilleux und Mitarbeiter (Abstract # 109) bestätigten den Nachweis von DC-SIGN auf
Gewebsmakrophagen (zum Beispiel in der Plazenta) und auf alveolären
Makrophagen, die gleichzeitig auch für CCR5 und CD4 positiv sind. Interessanterweise
zeigte eine Analyse fetaler Gewebe, daß die Expression von DC-SIGN prinzipiell
ähnlich ist, jedoch beim Foeten nicht im Bereich der Lunge nachgewiesen werden
kann. Untersuchungen an Biopsien aus Nasenpolypen zeigen, daß DC-SIGN möglicherweise
auch bei allergischen Erkrankungen von Bedeutung ist. Auch bei Tumoren konnten
DC-SIGN positive Zellen im Tumorbindegewebe nachgewiesen werden, deren
Bedeutung noch unklar ist. Im Rahmen der akuten
HIV-Infektion kommt es zur Aktivierung von DC im lymphatischen Gewebe mit
Expression von CD80 und CD86. Auch die Expression von DC-SIGN kann vermehrt
nachgewiesen werden (Abstract # 99).
Experimente an HIV-infizierten SCID-Mäusen zeigten, daß HIV p24 in DC-SIGN
positiven Zellen im Thymus nachgewiesen werden kann. Die Arbeitsgruppe von Bob
Doms (Abstract # 245) berichtete von
insgesamt 8 monoklonalen Antikörpern gegen DC-SIGN, von denen 4 spezifisch für
DC-SIGN sind und drei weitere zusätzlich DC-SIGNR erkennen. Sechs dieser
Antikörper können die Bindung und Übertragung von HIV-1 blockieren und
interessanterweise auch Ebola-Glykoprotein binden (Abstract # 247). Dieses Ebola-Glykoprotein bindet neben DC-SIGN
außerdem an DC-SIGNR und dies kann die Infektion von Endothelzellen und
Makrophagen durch Ebola verstärken. Die Ergebnisse zeigen, daß DC-SIGN und
DC-SIGNR nicht nur bei der HIV-Infektion eine Rolle spielen, sondern
darüberhinaus vielleicht als “universelle Virus-Dockingstellen” betrachtet
werden können. Darüber hinaus läßt sich vermuten, daß DC-SIGN nicht nur in der
Pathogenese der HIV-Infektion, sondern auch bei anderen Erkrankungen von
Bedeutung ist. |
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Wichtiger Hinweis für die Leser
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