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Immunologie, 3. Teil – Interleukin-2 als “Anti-Aging” für die Lymphozyten und erste Ergebnisse aus der ESPRIT-Studie
von Andrea Rubbert Erste
Ergebnisse aus ESPRIT
11. März 2002 - IL-2 ist ein
T-Zellwachstumsfaktor, der seit einigen Jahren begleitend zur Behandlung mit
antiretroviralen Substanzen zur Therapie der HIV-Infektion in Studien
eingesetzt wird. Beeindruckend ist der dabei bei den meisten Patienten zu
beobachtende Anstieg von CD4+ und CD8+ T-Zellen, initial zumeist CD45RO memory
Zellen, gefolgt später von CD45RA naiven T-Zellen. Zwei große multizentrische
Studien prüfen aktuell den Einsatz von IL-2 im Hinblick auf seinen klinischen
Benefit. Die Rekrutierung für ESPRIT (Einsatz bei Patienten mit > 300 CD4
Zellen) wird im Herbst 2002 abgeschlossen sein. Labriola et al (Abstract # 517) stellten erste
Ergebnisse zur CD4-Antwort unter IL-2 nach 3 Zyklen IL-2 (7.5 Mio Einheiten BID
alle 8 Wochen für 5 Tage) vor. Im Mittel zeigten die Patienten einen Anstieg
von 370 CD4-Zellen/µl, wobei 43.4 % der Patienten das angestrebte Ziel von >
1000 CD4 Zellen/µl absolut oder die Verdopplung der Baseline CD4- Werte
erreichten. 396 Patienten mit mehr als 3 Zyklen und mehr als 8 Monaten
Beobachtungszeit waren auswertbar. Die mittlere CD4-Zellzahl vor Therapie
betrug 547/µl mit einem Nadir von 274/µl. Im Mittel hatten die Patienten eine
ART seit 4.7 Jahren, 8.8 % waren mit Substanzen aller 3 Klassen behandelt, 71.6
% hatten eine HIV RNA im Plasma < 500 Kopien/ml. Diejenigen Patienten mit
dem besten CD4-Anstieg unter IL-2 (mehr als 426) hatten einen höheren CD4-Nadir
vor Therapiebeginn (p < 0.001) und eine kürzere Dauer der ART vor Beginn der
IL-2-Therapie (p = 0.01). IL-2 –
“Anti-Aging” für Lymphozyten
Die intermittierende Gabe von
IL-2 subkutan führt zu einem eindrucksvollen Anstieg sowohl von CD4+ wie auch
von CD8+ Zellen. Dabei konnte in früheren Studien gezeigt werden, daß unter
IL-2 eine gesteigerte Proliferation von T-Zellen beobachtet werden kann. Der
Effekt von IL-2 auf das Langzeitüberleben und die Halbwertszeit von Lymphozyten
ist jedoch noch unklar. Patienten mit und ohne IL-2 Therapie erhielten eine
Infusion mit 2H-Glucose über 5 Tage, wobei diese radioaktive
Markierung eine Kennzeichnung der proliferierenden Zellen erlaubt. Dabei zeigte
sich unter IL-2 eine deutlich gesteigerte Proliferation sowohl der CD4+
T-Zellen (69 % versus 4.7 % bei der Kontrollgruppe) wie auch der CD8+ T-Zellen
(44 % versus 4.1 %). In den folgenden Monaten wurden regelmäßig die radioaktiv
markierten CD4+ und CD8+ T-Zellen untersucht und die Kinetik des Abfalls sowie
die Halbwertszeit der Lymphozyten errechnet. Überraschend errechnete sich dabei
eine deutlich verlängerte Überlebenszeit für CD4+ und CD8+ T-Zellen bei einem
IL-2 behandelten Patienten: Die Halbwertszeit für CD4+ T-Zellen betrug 4.9 Jahre
(versus ca. 0.3 Jahre ohne IL-2) und 3.3 Jahre für CD8+ T-Zellen (versus ca.
0.7 Jahre ohne IL-2). Die Ergebnisse bei anderen Patienten waren vergleichbar.
Eine Ausweitung der Untersuchung auf Patienten, die neu mit einer IL-2 Therapie
begannen, zeigte interessanterweise, daß dieser “anti-aging” Effekt sich erst
sukzessive im Laufe der Zeit zeigt: So zeigten drei Patienten nach dem ersten
Zyklus IL-2 eine Halbwertszeit ihrer CD4+ T-Zellen von 0.1 bis 0.5 Jahren. Nach
dem 6. Zyklus verlängerte sich die CD4 Halbwertszeit auf 4.9 und 3.6 Jahren bei
zwei IL-2 Respondern, blieb jedoch bei 0.7 Jahren bei dem IL-2 Non-Responder. |
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Wichtiger Hinweis für die Leser
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