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Nachrichten zur Übersicht
Immunologie auf der CROI, 2. Teil
von Andrea Rubbert gp120 - doch ein Vakzinekandidat? 08. März 2002 - Das
Glykoprotein 120 (gp120) findet sich auf HIV-1 Virionen in Form von Trimeren
von gp160, wobei gp120 mit gp41 assoziiert ist. Gp120 tritt mit CD4 und den
Chemokinrezeptoren in Kontakt und wurde schon vor mehr als 10 Jahren als
potentieller Vakzinekandidat angesehen. Leider zeigte sich in den damals
durchgeführten Studien, dass die gegen gp120 gebildeten Antikörper nur
Labor-Isolate, nicht aber primäre Virus-Isolate neutralisierten. Unklar
ist, wie gp120 der Immunantwort entkommt und ob Strategien entwickelt werden
können, eine bessere Immunantwort zu erzielen. Rick Wyatt, der durch seine
Untersuchungen zur kristallographischen Struktur von gp120 bekannt wurde, fasste
in einem Plenarvortrag neue Erkenntnisse zusammen. Eine wesentliche Strategie,
warum gp120 der Immunantwort entkommt, ist die Tatsache, daß gp120 abgespaltet
(“shedding”) werden kann. Wyatt konnte ausserdem zeigen, daß die Glykosylierung
von gp120 eine Erkennung durch Zellen des Immunsystems verhindert. Er berichtet
außerdem von der Identifizierung einer “Tasche” in gp120 im Bereich der
CD4-Bindungsstelle, die als relativ konserviert angesehen werden kann. Die
Bindung an CD4 fixiert gp120 außerdem in eine stabile Konformation, so dass
derartig fixierte gp120 dann möglicherweise doch attraktive Vakzinekandidaten
darstellen könnten. Antikörper
gegen CCR5: ein Schutzmechanismus gegen HIV?
CCR5 wurde bereits 1996 als relevanter
Corezeptor für den Eintritt monozytotroper Viren in Lymphozyten und Monozyten
identifiziert. Die Blockade von CCR5 ist eine attraktive Idee, den
Viruseintritt CCR5-gebrauchender Isolate zu stoppen. Dafür spricht auc, dass
Individuen, die genetisch keinen CCR5-Rezeptor auf der Oberfläche ihrer Zellen
tragen, augenscheinlich gesund sind. Mehrere Studien der letzten Jahre haben
darauf hingewiesen, daß HIV-Infizierte mit langfristig günstigem Verlauf,
sogenannte Long Term Non Progressors (LTNP), möglicherweise mehr Chemokine wie
MIP-1ß produzieren, die als Liganden von CCR5 den Viruseintritt blockieren
können. Eine Arbeitsgruppe aus Mailand (
Abstract # 241) konnte jetzt erstmals zeigen, daß in einer Kohorte von LTNP
insgesamt 5 von 21 Patienten Antikörper gegen CCR5 (IgG und IgA) aufwiesen.
Derartige Antikörper wurden bei keinem von 40 anderen HIV-infizierten Patienten
oder bei 45 HIV-negativen Personen gefunden. Interessanterweise konnten diese
Antikörper in vitro eine Reihe von primären HIV-Isolaten neutralisieren. Die
LTNP mit Antikörpern gegen CCR5 hatten alle CCR5-gebrauchende Virusisolate,
diese waren im Verlauf von zwei Jahren kontinuierlich nachweisbar. Bei einem
Patienten wurde nach zwei Jahren ein Verlust von CCR5-Antikörpern festgestellt.
Gleichzeitig wechselte der Virus den Phänotyp von R5 auf R5/X4, und es kam zu
einem raschen Abfall der CD4-Zellen auf unter 500/ml. Diese Untersuchungen
legen nahe, daß die Anwesenheit von Antikörpern gegen CCR5 einen natürlichen
Schutzmechanismus bei einigen LTNP darstellen kann. Macht die Immunantwort krank ? In einigen Mausmodellen, bei denen die
Immunantwort auf virale Infektionen untersucht wird, wird postuliert, daß die
Immunaktivierung gegen ein nicht-zytopathisches Virus die Erkrankung initiiert.
Sooty Mangabee-Affen, die mit SIVsm infiziert sind, zeigen hohe Virustiter,
werden aber nicht krank. Ebenso fehlen Zeichen einer CTL-Antwort und die zu
beobachtende Immunaktivierung ist nur gering. Um zu testen, inwieweit die
Hemmung der Immunaktivierung den Verlauf der Erkrankung beeinflusst, wurden 8
Makaken mit SIVmac239 infiziert (
Abstract # 72). 4 der Tiere wurden mit CTLA4-Ig (welches die Interaktion von CD28
auf T-Zellen und CD80/86 auf antigenpräsentierenden Zellen blockiert) und
anti-CD40L (welcher die Interaktion CD40: und CD40 blockiert) behandelt. Diese
Blockade der kostimulatorischen Wege konnte signifikant die Ausbildung von
SIV-spezifischen CTL (gemessen an der IFNg-Induktion nach Stimulation mit
gag-Peptiden und Tetramerfärbung) hemmen. Außerdem wurde die Proliferation von
CD4+ T-Zellen vermindert. Unverändert zeigte sich jedoch eine Plasmavirämie,
deren Peak mit leichter zeitlicher Verzögerung gegenüber den unbehandelten
Affen auftrat. 3 der 4 mit CTLA4-Ig und anti-CD40L behandelten Tiere verstarben
innerhalb der ersten 25 Wochen. Alle 3 Tiere hatten eine verzögerte
Antikörperbildung und eine deutlich verminderte Proliferation von CD4+
T-Zellen. Im Gegensatz dazu verstarb nur ein Tier in der unbehandelten Gruppe.
Es wird die Schlußfolgerung gezogen, daß die Unfähigkeit, eine CD4+
T-Zellantwort auszubilden, mit einer raschen Krankheitsprogression assoziiert
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Wichtiger Hinweis für die Leser
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