Home Geschichte HIV Medicine Wer ? Was ? FMI Flying Publisher
 
 
HIV.NET 2007

Nachrichten

HAART

Klinik

Medikamente

Kongressberichte

Mailing-Liste

Erweiterte Suche


Anregungen,
Kommentare


 
Nachrichten
zur Übersicht

Tenofovir als Transmissionsprophylaxe
Affenmodel zeigt: Die perinatale Übertragung von SIV kann bereits durch niedrige Einmaldosen verhindert werden

von Christian Hoffmann

31. August 2001 - Es wird geschätzt, daß sich täglich etwa 1.700 Kinder perinatal mit HIV infizieren. Einfache und wirksame Therapieregime zur Transmissionsprophylaxe sind daher dringend erforderlich. Mit der HIVNET012-Studie zeigte sich, daß die kurzfristige Gabe von Nevirapin das Transmissionsrisiko deutlich zu senken vermag [1]. Nevirapin hat jedoch auch Nachteile. So treten sogar schon bei der einmaligen Gabe K103N-Resistenzen auf. Auch ist Nevirapine nicht aktiv gegen HIV-2, einem in bestimmten Regionen in Afrika häufig vorkommenden Subtyp.

Durch die einfache Gabe, lange Halbwertzeiten und eine relativ hohe Resistenzbarriere scheint Tenofovir eine geeignete Alternative zu Nevirapin zu sein. Über die Substanz hat HIVNET bereits an anderer Stelle ausführlich berichtet [2]. Die Substanz wurde jetzt erneut im Affenmodel getestet [3]. Dabei wurden insgesamt 13 neugeborene Affen perioral mit virulenten SIV-Stämmen infiziert und in vier Gruppen unterteilt. Gruppe A bis C umfaßten jeweils vier Tiere. Gruppe A erhielt Placebo, Gruppe B bekam 4 mg/kg Tenofovir jeweils vier Stunden vor und 20 Stunden nach der Exposition.  In der Gruppe C wurde Tenofovir 1 und 25 Stunden nach Exposition verabreicht. Ein Tier erhielt Tenofovir subkutan (= Gruppe D). Die Muttertiere blieben aus logistischen Gründen unbehandelt.

Die vier mit Placebo behandelten Affenbabys entwickelten alle manifeste Infektionen, in Gruppe B und C waren hingegen 3 bzw. 2 Tiere wie auch das Tier aus Gruppe D nach fast 2 Jahren Beobachtungszeit infektionsfrei. Bei insgesamt sechs von neun behandelten Tieren konnte somit die Infektion verhindert werden, es bestand trotz der niedrigen Fallzahlen ein signifikanter Schutz (p =P = .0005).

Neu gegenüber Vorstudien [4] war, daß auch sehr kurze, niedrig dosierte Regime (eine oder zwei Dosen) effektiv waren und daß hierfür keine Mitbehandlung der Muttertiere erforderlich war.

Falls sich dieser Effekt auf den Menschen übertragen läßt, könnte Tenofovir eine eventuell eine noch attraktivere Therapie als Nevirapine werden. Angesichts der immer noch in vielen Regionen der Dritten Welt katastrophalen Unterversorgung kann sich die Firma Gilead für diesen Fall schon mal auf einiges gefaßt machen....

Literatur und Links

[1] Guay LA, Musoke P, Fleming T, et al. Intrapartum and neonatal single-dose nevirapine compared with zidovudine for prevention of mother-to-child transmission of HIV-1 in Kampala, Uganda: HIVNET 012 randomized trial. Lancet 1999, 354:795-802. Abstract

[2] Aries P. Neues aus der Pipeline - Zulassung für Tenofovir beantragt. HIVNET-Nachricht vom 12.5.2001 LINK

[3] Van Rompay KK, McChesney MB, Aguirre NL, et al. Two Low Doses of Tenofovir Protect Newborn Macaques against Oral Simian Immunodeficiency Virus Infection. J Infect Dis 2001, 184: 429-438. Abstract

[4] Van Rompay KKA, Berardi CJ, Aguirre NL, et al. Two doses of PMPA protect newborn macaques against oral simian immunodeficiency virus infection. AIDS 1998; 12: F79-83. Abstract


 
 
     
 

Design:

 
 
 

  Wichtiger Hinweis für die Leser