![]() |
Home
Geschichte
|
HIV
Medicine
Wer ?
Was ?
FMI
|
Flying
Publisher
|
|
HIV.NET 2007 Nachrichten HAART Klinik Medikamente Kongressberichte Mailing-Liste
|
Nachrichten zur Übersicht
Strukturierte Therapiepausen in der chronischen HIV-Infektion
20. Juli 2001 - Der Wind steht derzeit
nicht besonders günstig für strukturierte Therapiepausen (STI) – zumindest was
chronisch HIV-Infizierte und die Möglichkeit einer endogenen Vakzinierung
(„körpereigene Impfung“) angeht. Im Gegensatz zur seltenen Situation einer
akuten HIV-Infektion sind die Daten für diesen Ansatz in der chronischen
HIV-Infektion bislang doch eher enttäuschend. Nun liefern zwei spanische
Arbeiten in AIDS Hinweise dafür, daß sich die HIV-spezifische Immunantwort
durch Therapiepausen bei lange Infizierten möglicherweise doch verbessern ließe
- beide Studien kranken allerdings an den jeweils sehr geringen
Patientenzahlen. In der Gruppe um José Gatell [1] wurden zehn Patienten untersucht, die
unter HAART für mehr als ein Jahr mit ihrer Viruslast unter der Nachweisgrenze
waren. Die Patienten unternahmen jeweils drei STI hintereinander. Zwar zeigte
sich erwartungsgemäß bei allen Patienten ein rascher Rebound, doch verlängerte
sich die Verdopplungszeit des Virus zwischen der ersten und der dritten
Unterbrechung signifikant. Ebenfalls erstaunlich: Immerhin 6 von 9 Patienten
hatten anschließend einen niedrigeren viralen Setpoint erreicht als zur
Baseline (zwischen 0.6 und 1.3 log niedriger). Diese Effekte korrelierten
überdies mit der mittels ELISPOT bzw. auch in einem herkömmlichen
Lymphoproliferationsassay meßbaren Verbesserung der HIV-spezifischen
Immunantwort. Diese war zur Baseline bei keinem Patienten vorhanden, nach drei
STI immerhin bei acht von neun Patienten.
Ähnlich konzipiert war die
Studie von Bonaventura Clotet und Mitarbeitern [2]. Hier wurden 26 Patienten
entweder auf die Fortführung ihrer HAART (die seit > zwei Jahren die
Plasmavirämie unter die Nachweisgrenze gedrückt hatte) oder auf jeweils drei
STIs randomisiert. Auch hier zeigte sich in der STI-Gruppe eine Zunahme der
viralen Verdopplungszeit (von 1.4 auf 1.9 Tage), auch hier entwickelten einige
(vier von zwölf) Patienten eine meßbare – wenn auch schwache – HIV-spezifische
Immunantwort, was sowohl für die CD4- als auch die CD8-Antwort galt. Beide Forschergruppern
folgern recht optimistisch, daß wiederholte Therapiepausen möglicherweise doch
geeignet sind, auch bei chronisch Infizierten die HIV-Immunabwehr wieder
anzukurbeln. Aber auch wenn beide Studien sozusagen ins gleiche Horn stoßen,
sind diese Resultate angesichts der Diskrepanz zu der sehr viel größeren
SSIT-Studie [3], die zuletzt in Chicago vorgestellt wurde, nur mit großer
Vorsicht zu beurteilen. Auch ist fraglich, wie lange solche Effekte anhalten.
Andererseits zeigen beide jetzt publizierten Studien, daß STI – zumindest
wenige hintereinander – relativ sicher sind. Zu Resistenzen kam es hier
jedenfalls in keinem Fall. Literatur und Links
[1] Garcia F, Plana M,
Ortiz GM, Bonhoeffer S, Soriano A, Vidal C, Cruceta A, Arnedo M, Gil C,
Pantaleo G, Pumarola T, Gallart T, Nixon DF, Miro JM, Gatell JM. The virological and immunological consequences of
structured treatment interruptions in chronic HIV-1 infection. AIDS 2001,
15:F29-40. Abstract [2] Ruiz L, Carcelain G, Martinez-Picado J, Frost S, Marfil S, Paredes
R, Romeu J, Ferrer E, Morales-Lopetegi K, Autran B, Clotet B. HIV dynamics and
T-cell immunity after three structured treatment interruptions in chronic HIV-1
infection. AIDS. 2001, 15:F19-27. Abstract [3] Fagard C, Lebraz M, Gunthard H et al. SSITT: A Prospective Trial of
Strategic Treatment Interruptions in 128 Patients. 8th CROI 2001,
Chicago, Abstract
357 |
|
Wichtiger Hinweis für die Leser
|
||||