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05. Juni 2001 - Nkosi
Johnson war Südafrikas Symbol im Kampf gegen die Immunschwäche. Der älteste
vertikal infizierte Südafrikaner verstarb am 1. Juni 2001 - am Internationalen
Kindertag - friedlich im Schlaf im Alter von 12 Jahren an den Folgen von AIDS.
Sein Gesundheitszustand hatte sich seit Dezember letzten Jahres verschlechtert.
Zuletzt lag der Junge im Koma und mußte künstlich ernährt werden. Der 1989 geborene Nkosi Johnson hatte - wie täglich
etwa 200 Neugeborene in Südafrika - das HI-Virus von seiner Mutter Daphne
übertragen bekommen. Seine Mutter wurde aus ihrer Familie ausgestoßen, als sich
Zeichen der Immunschwäche zeigten, und mußte den Jungen mit zwei Jahren in ein
Heim für HIV-infizierte Kinder geben. Sie selbst starb 1997 an AIDS. Nkosi
wurde im Alter von drei Jahren von seiner Pflegemutter Gail Johnson adoptiert
und hatte so im Gegensatz zu vielen AIDS-Waisen das Glück, ein Zuhause zu haben.
Prominent wurde der Junge im Jahr 1997, als sich eine
Schule wegen seiner Erkrankung weigerte, ihn aufzunehmen. Mit Hilfe seiner
Pflegemutter protestierte er öffentlich und hatte Erfolg: Er durfte in die
Schule gehen, und ein Antidiskriminierungsgesetz wurde verabschiedet. Seine
Pflegemutter, der mitunter vorgeworfen wurde, das Schicksal Nkosis zu
vermarkten, gründete Nkosi Haven, ein Heim für HIV-positive und AIDS-kranke
Kinder und Mütter. Weltweite Berühmtheit erlangte Nkosi, als er im Juli
2000 vor den Delegierten des 13. Welt-AIDS-Kongresses in Durban und damit der
weltweiten Öffentlichkeit eine Rede hielt. In dieser warb der Junge für mehr
Toleranz für HIV-Infizierte und AIDS-Kranke. Auch kritisierte er die
umstrittene AIDS-Politik von Präsident Thabo Mbeki und forderte ihn auf, AZT an
Schwangere zur Verhinderung der vertikalen HIV-Transmission auszugeben. Mbeki
wollte diese Kritik jedoch nicht hören und verließ das Stadion noch während der
Rede. Auch besuchte er im Gegensatz zu vielen anderen Politikern - wie Nelson
Mandela - Nkosi nicht am Krankenbett. Erst vor wenigen Wochen folgte die südafrikanische
Regierung nach langem Zögern dem internationalen Druck und ließ die Gabe von
AZT an Schwangere zu (hivnet berichtete). In dem Land, indem ca. 4,7 Millionen Menschen mit HIV
infiziert sind, wurde Nkosi wie ein Held gefeiert. Er war, wie Nelson Mandela
ihn bezeichnete, eine Symbolfigur im Kampf gegen AIDS in Südafrika. Mit
eisernem Willen kämpfte er gegen die Krankheit, die er, wie er selbst sagte, "
haßte". Er steht aber auch als Symbol für 13 Millionen von AIDS-Waisen in
Afrika. Seine Botschaft war überzeugend: "Keiner holt
sich Aids durch Umarmungen, Küsse oder Händchenhalten. Wir sind normale
menschliche Wesen. Wir können laufen, wir können sprechen." Mit einfachen
Worten bewegte er mehr als die meisten Politiker. |
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Wichtiger Hinweis für die Leser
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