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Nachrichten zur Übersicht HIV.NET im New England Journal of Medicine Übersichtsartikel zu Medikamenten-Interaktionen liefert Link zu dieser Website
sollten Sie sich zufällig für HIV und Medikamenteninteraktionen interessieren und diese Zeilen lesen, liegen sie genau richtig. Jedenfalls meint dies das New England Journal of Medicine. In ihrem kürzlich publizierten Review-Artikel zu Wechselwirkungen antiretroviraler Therapien wiesen die Autoren Stephen Piscitelli und Keith Gallicano unter anderem auf das HIV.NET als Internet-Link hin [1]. Das HIV.NET wurde übrigens als einziges deutschsprachiges Medium genannt und befindet sich nach Meinung des New England Journal of Medicine somit inmitten einer illustren Gesellschaft wie der John Hopkins University und Medscape. In dem Artikel gingen die Autoren sehr kenntnisreich auf die verschiedenen Wege möglicher Wechselwirkungen ein. So können pharmakokinetische Interaktionen Absorption und Transport, Verteilung im Körper, den Metabolismus oder die Exkretion der Medikamente betreffen. Auch kann der Metabolismus antiretroviraler Substanzen nicht nur über das Cytochrom P-450 System verändert werden, sondern auch über die Modulierung zellulärer Transportproteine und Veränderungen der renalen Elimination. Erhöhung oder Senkung des PHs im Magen, der gastrointestinalen Resorption und der intrazellulären Substanz-Konzentrationen sind nur einige weitere Beispiele. Allerdings machte auch dieser Artikel erneut klar, wie schwierig es geworden ist, sich im Gestrüpp der Interaktionen zurechtzufinden. Nun gibt es einerseits sicherlich Aspekte, die jedem HIV-Behandler geläufig sind und sein sollten. Dazu zählt die mögliche Boosterung anderer Proteasehemmer (PI) mit Ritonavir oder Lopinavir/Ritonavir, aber auch die Gefahren der Kombination PI plus NNRTI (häufiger Fehler: keine Dosisanpassung bei gleichzeitiger Therapie mit NNRTI plus Indinavir oder Lopinavir/Ritonavir). Auch die Problematik bei Substanzen wie Rifampicin/Rifabutin, Methadon, Sildenafil (Viagra oder bei der Wahl des richtigen Lipidsenkers (kein Simvastatin, Vorsicht bei Atorvastatin) sind inzwischen allgemein bekannt. Andererseits sind Fehler angesichts der zunehmenden Komplexizität wohl kaum zu vermeiden (Wer hätte beispielsweise um die Gefahren von Kombinationen wie Saquinavir plus Nevirapin, Saquinavir plus Efavirenz oder AZT plus Fluconazol gewußt?). Viele Interaktionen sind zudem noch gar nicht erforscht. In diesem rasch wachsenden Feld bleibt daher im Zweifelsfalle nur eins: In Listen nachschlagen und - wenn möglich - Plasmaspiegel bestimmen. Oder eben Websites aufsuchen. Wie diese hier. [1] Piscitelli SC, Gallicano KD. Interactions among drugs for HIV and opportunistic infections. New Eng J Med 2001, 344: 984-996. Hamburg, 9. Mai 2001
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