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Wer stirbt heute noch an einer
PCP ? von Philip Aries
28. März 2001 - Auch
wenn die Pneumocystis carinii-Pneumonie (PCP) dank Prophylaxe und
antiretroviraler Therapien insgesamt seltener geworden ist, bleibt sie die wichtigste
AIDS-definierende Erkrankung in Europa und den USA. Seit der Etablierung von Steroiden als fester
Bestandteil der Therapie der schweren PCP vor mehr als 10 Jahren ist die
90-Tage-Mortalität von etwa 30 % auf 15-20 % gesunken. Eine kürzlich in Chest
veröffentlichte Arbeit widmet sich der Frage, ob die vor Einführung der
Steroidtherapie validierten Risikofaktoren wie niedriger paO2 und eine hohe LDH
auch in der heutigen Zeit noch Bedeutung haben [1]. Die
Autoren analysierten insgesamt 189 PCP-Episoden bei 176 Patienten aus dem
Zeitraum 1990-1999. Der Großteil der Patienten waren homosexuelle Männer, und
bei 88 % war die PCP die AIDS definierende Diagnose. Nur 20 % der Patienten
nahmen zu diesem Zeitpunkt antiretrovirale Therapie ein. Die meisten Patienten
(89 %) erhielten als erste Therapie Cotrimoxazol, 21% erhielten zusätzlich
Steroide. Es verstarben insgesamt innerhalb von 90 Tagen 23 % der Patienten.
Von jenen Patienten, die zwischenzeitlich auf einer Intensivstation beatmet
werden mussten, verstarben sogar 70 %. Überraschenderweise waren weder der
initiale paO2 Wert, noch die Höhe der LDH oder das Ausmaß der Alveolitis in der
bronchoalveolären Lavage geeignet um ungünstige Verläufe vorauszusagen. Als
signifikant Prädiktoren für Tod erwiesen sich hingegen: Alter über 32 Jahre,
Therapiebeginn mit einer anderen Substanz als Cotrimoxazol und eine PCP trotz
einer Prophylaxe (meist mit Cotrimoxazol). Der Nachweis von CMV-DNA in der
bronchoalveolären Lavage erhöhte besonders bei steroidbehandelten Patienten das
Mortalititätsrisiko um das Dreifache. Was
lernen wir daraus? -
Erstens bleibt Cotrimoxazol die Therapie der ersten Wahl. -
Zweitens brauchen wir zuverlässige Methoden der Resistenztestung für
Pneumocysten, besonders bei Patienten, die trotz Prophylaxe erkranken. Die
gleichen Autoren haben sich hier schon verdient gemacht mit einer Arbeit über
Mutationen im Bereich der DHP-Synthetase, dem Hauptangriffspunkt von
Cotrimoxazol [2]. Das Problem scheint aber zu sein, daß viele Infektionen von
mehr als einem Pneumocystis carinii-Genotyp ausgelöst werden, was den
prognostischen Wert dieser Punktmutationssuche deutlich einschränken dürfte
[3]. -
Drittens müssen wir wahrscheinlich einer positiven CMV-PCR bei Patienten mit
einer PCP mehr Bedeutung beimessen. Bei immerhin acht von 10 post mortem
Untersuchungen fand sich gleichzeitig eine CMV-Pneumonitis. Ob CMV-positive
Patienten mit schwerer steroidpflichtiger PCP von einer begleitenden
CMV-Therapie profitieren, ist bislang jedoch noch nicht geklärt. [1] Benfield
TL, Helweg-Larsen J, Bang D, et al. Prognostic markers of short-term mortality
in AIDS-associated Pneumocystis carinii pneumonia. Chest 2001;119:844-851 Abstract [2]
Helweg- Larsen J, Benfield TL, Jesper EO, et al. Effects of mutations in
Pneumocystis carinii dihydroperoate synthase gene on outcome of AIDS-associated
P carinii pneumonia. Lancet 1999; 354:1347-1351 Abstract [3]
Helweg-Larsen J, Lee CH, Jin S, et al. Clinical correlation of variations in
the internal transcribed spacer region of rRNA genes in Pneumocystis carinii
f.sp.hominis. AIDS 2001;15:451-459 Abstract |
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