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Nachrichten zur Übersicht HIV-Therapie bald für 350 Dollar im Jahr für Entwicklungsländer?
7. März 2001 - Wie jetzt im Lancet berichtet wird [1], will das indische Pharmaunternehmen Cipla eine antiretrovirale Kombinationstherapie aus Lamivudin, Stavudin und Nevirapin für einen Jahrespreis von 350 US-Dollar an die internationale Hilfsorganisation "Médecins Sans Frontières" zur Verteilung in Afrika und Asien verkaufen. Außerdem sollen die Medikamente zum Preis von 600 Dollar an Regierungen und zum freien Handelspreis von 1200 Dollar abgegeben werden. Nach indischem Patentrecht benötigt die Firma dafür keine Lizenzen der Patentinhaber. Die Ausfuhr ist jedoch an die Bestimmungen der Welthandelsorganisation (WTO) gebunden. Nach deren Regeln können Zwangslizenzen durch Regierungen verteilt werden, wenn lebenserhaltende Medikamente von den Lizenzinhabern nicht zu akzeptablen Preisen auf den Markt gelassen werden. Dieser Regelung möchte Cipla-Chef Yusuf Hamied vorbeugen, indem er die Lizenzinhaber wie mit jeweils 5 % am Umsatz beteiligt. Ob diese sich jedoch damit zufrieden geben werden, ist unklar. Nach der Argumentation der Firmen könnte sich durch Ciplas Aktivitäten ein grauer Markt für die Medikamente entwickeln. Weiterhin zeigen die Lizenzinhaber auf, daß sie schon seit längerer Zeit zusammen mit den Vereinten Nationen Hilfsprogramme initiiert haben, um die preiswertere Abgabe antiretroviraler Therapien zu ermöglichen. Die konsequente Umsetzung dieser Programme läßt allerdings noch auf sich warten. In Südafrika wurde vom Parlament schon im Jahre 1997 ein Gesetz verabschiedet, daß den freieren Umgang mit Importen und die Herstellung von Generika regelt. Durch dieses Gesetz sollten die für viele Südafrikaner immer noch viel zu hohen Preise gesenkt werden. Die Pharmakonzerne haben bis heute das Inkrafttreten des Gesetzes verhindert, das sich natürlich nicht nur auf die HIV-Therapie bezieht, sondern auch auf viele andere Medikamente. Zur Zeit streiten mehr als 40 pharmazeutische Konzerne gerichtlich mit der südafrikanischen Regierung, um die Umsetzung dieses Gesetzes zu verhindern [2]. Bei der derzeitigen Diskussion sollte im übrigen nicht vergessen werden, daß sich die medizinischen Probleme, die die HIV/AIDS-Epidemie in den Entwicklungsländern mit sich bringt, nicht allein auf den Preis der Medikamente reduzieren lassen. Die fehlende Infrastruktur zur Verteilung der Medikamente ist nur ein Problem unter vielen. Auch wenn die Motive der indischen Firma Cipla sicher nicht nur karitativer Natur sind, sind die jetzigen Aktivitäten jedoch sicherlich ein Vorstoß in die richtige Richtung, um in Zukunft auch HIV-Infizierten in den Entwicklungsländern eine Behnadlung zu ermöglichen. 1. Sidley P. Drug companies sue South African government over generics. BMJ 2001, 322:447. 2. Kumar S. Indian company offers low cost AIDS drugs. Lancet 2001, 357: 616. 3. CNN. Court battle pits drug firms against South Africa |
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