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Nachrichten zur Übersicht Ribavirin in der Therapie der HIV/HCV Doppelinfektion: vermehrte mitochondriale Toxizität? von Georg Behrens
28. Februar 2001 - Eine französische Arbeitsgruppe macht jetzt in der Zeitschift The Lancet auf eine schwerwiegende Nebenwirkung unter Ribavirintherapie aufmerksam. Bei 2 von 15 Patienten mit einer HIV/HCV Doppelinfektion war es während der Behandlung mit Ribavirin, Interferon (IFN) alpha und einer antiretroviralen Kombinationsbehandlung 4-6 Monate nach Therapiebeginn zu einem Mischbild aus Hyperlaktatämie, Hepatitis und Pankreatitis gekommen. Die Laborparameter zeigten vornehmlich einen Leber- und Pankreasenzymanstieg sowie eine erhöhte Laktat/Pyruvat-Ratio. In der Histologie der Leberbiopsien beobachteten die Autoren eine deutliche Zunahme einer mikro- und makrovesikulären Steatose. Das Absetzen von Ribavirin und IFN alpha besserte die klinischen und laborchemischen Veränderungen. Aufgrund der typischen histologischen Veränderungen und abnormalen Laborparameter mit Lakatatanstieg spekulieren die Autoren, daß die Nebenwirkungen der HCV-Therapie durch eine vermehrte mitochondriale Toxizität der verschiedenen Nuleosidanaloga (NRTIs) verursacht worden sind. Da auch Ribavirin zur Gruppe der NRTIs zählt und beide Patienten zusätzlich schon lange zwei oder gar drei Substanzen aus dieser Gruppe erhielten, ist eine Mitochondriendysfunktion in den beschriebenen Fällen als Ursache für die verschiedenen Organmanifestationen anzunehmen. So aufschlußreich und informativ die gut dokumentierten Fallberichte auch sind, so dringlich müssen jedoch weitere Faktoren berücksichtigt werden. Sowohl in vitro Untersuchungen zur Inhibition der DNA als auch klinische Daten liefern sehr gute Argumente für die mitochondriale Toxizität der NRTIs. Für Ribavirin kann dieser Zusammenhang bisher nur hypothetisch angenommen werden. Außerdem kann die langjährige NRTI- oder Proteaseinhibitorbehandlung bei Patienten mit chronischen Lebererkrankungen natürlich auch ohne Ribavirin und IFN alpha zu einer toxischen und klinischen Hyperlaktatämie führen. Interessanterweise beobachteten die Autoren auch bei den anderen 13 Ribavirin/IFN-alpha behandelten HIV/HCV Patienten einen milden aber signifikanten Anstieg von Laktat und Pyruvat unter der HCV-Therapie. Es bleibt zu resümieren, daß die Ribavirin/IFN-alpha Kombinationstherapie bei HIV/HCV Doppelinfektion eine vielversprechende aber noch wenig untersuchte Therapieoption darstellt. Bei komplex und lange vorbehandelten HIV-Patienten sollte mit besonderer Umsicht und Erfahrung therapiert werden. Auch wenn die jetzt beschriebene toxische Komplikation eine seltene Ausnahme bleibt (was zu hoffen ist), sollte sie allen Behandlern bewußt sein. |
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Wichtiger Hinweis für die Leser
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