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Erneut Allzeithoch bei neuen HIV-Infektionen

Aktuelle Halbjahreszahlen des Robert-Koch-Instituts veröffentlicht

von Christian Hoffmann

Hamburg, 12.05.2008 - Der Trend zu mehr Neuinfektionen setzt sich fort: Wie letzte Woche bekannt wurde, wurden dem Robert-Koch-Institut in Berlin bis zum 1.3.2008 insgesamt 2752 neue HIV-Infektionen aus 2007 gemeldet. Dies ist eine Zunahme von 4%.

Der Anstieg ist vor allem auf neu HIV-diagnostizierte schwule Männern (MSM) zurückzuführen, bei denen eine 12%ige Zunahme beobachtet wurde. Der Anteil an MSM unter den Neuinfektionen nimmt überproportional zu und liegt inzwischen bei 65%. Diese Zahlen können nicht allein durch das verbesserte Meldesystem bzw. Testverhalten erklärt werden. Vermutet wird daher auch, dass die in Deutschland seit Jahren kontinuierlich zunehmende Zahl der Syphilis-Infektionen eine Rolle spielt. Die generelle Zunahme sexuell übertragbarer Erkrankungen dürfte, dem RKI zufolge, eine größere Rolle als ein abnehmendes Schutzverhalten spielen. Von den 1543 neuen HIV-Infektionen bei MSM stammen rund die Hälfte aus den fünf Großstädten Berlin (316), Hamburg (125), Köln (122) München (89) und Frankfurt (45).

Im Gegensatz zu MSM geht in Deutschland der Anteil an Neudiagnosen unter Drogenkonsumenten und Migranten aus Hochprävalenzgebieten zurück. Der Anteil der Frauen an den HIV-Neudiagnosen lag in 2007 nur bei 16,1 %, er erreichte damit den niedrigsten prozentualen Wert seit 1993, dem Beginn der differenzierten Erfassung.

25 der neu diagnostizierten HIV-Infektionen betrafen Kinder, davon wurden 16 in Deutschland geboren. 13 der 16 Mütter war kein HIV-Test in der Schwangerschaft angeboten worden. Der Gemeinsame Bundesausschuss der Ärzte, Krankenhäuser und Krankenkassen hat daher schon im Dezember 2007 in einer aktualisierten Mutterschaftsrichtlinie darauf hingewiesen, dass die betreuenden Ärzte inzwischen verpflichtet sind, den HIV-Test im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen anzubieten. Die Beratung (nicht das Ergebnis) muss im Mutterpass dokumentiert werden.

Links

RKI. HIV-Infektionen/AIDS, Halbjahresbericht II/2007

Bundesministerium für Gesundheit. Bekanntmachung eines Beschlusses des Gemeinsamen Bundesausschusses über eine Änderung der Mutterschafts-Richtlinien: Merkblatt HIV-Screening


 

 
     
 

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