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Nachrichten 1999 zur Übersicht Häufigkeit von Virusresistenzen bei frisch HIV-1 Infizierten in den USA. Berlin, 20. Oktober 1999 - Bei HIV-positiven Menschen können während einer antiretroviralen Therapie HI-Viren mit herabgesetzter Empfindlichkeit gegenüber antiretroviralen Medikamenten (sog. sekundäre Virusresistenz) entstehen. Zeitgleich mit der zunehmenden Zahl von antiretroviral behandelten Personen nahmen in den letzten Jahren Berichte über die Übertragen resistenter Viren zu. Die Häufigkeit von primären Virusresistenzen bei frisch HIV-Infizierten wurde jetzt von Boden und Mitarbeiter (1) untersucht. Plasmaproben von 80 Personen mit einer primären HIV-Infektion aus den Jahren 1995 bis 1999 wurden hinsichtlich einer Virusresistenz getestet. Die Studienteilnehmer stammen alle aus amerikanischen Ballungszentren. Es wurden sowohl genotypische wie auch phänotypische Testverfahren zur Resistenzbestimmung verwendet. Es fanden sich bei 16,3% der untersuchten Personen Mutationen, die mit einer Medikamenten-Resistenz assoziiert sind (genotypisches Testverfahren). Am häufigsten wurden spezifische Mutationen für die Medikamentengruppe der NRTIs (bei 10 Personen) und der NNRTIs (bei 6 Personen) nachgewiesen. Bei zwei Menschen fanden sich Viren mit Protease-Hemmer typischen Mutationen und drei Personen wiesen ein multi-resitentes Virus-Isolat auf. Die Übereinstimmung zwischen genotypischer und phänotypischer Resistenzbestimmung betrug 85%. Fünf der sieben Personen, die sich 1999 infiziert hatten, wiesen spezifische Mutationen für mindestens eine antiretrovirale Substanz auf. Die Autoren folgern, daß bei Personen mit einer primären HIV-Infektion zunehmend eine Resistenzuntersuchung in Betracht gezogen werden sollte. Der HIV.NET-Kommentar: Die Problematik der Virusresistenz ist eng mit der antiretroviralen Therapie verknüpft. Die Übertragung von resistenten HI-Viren nimmt mit zunehmender Zahl der antiretroviral behandelten Personen ebenfalls zu. Glücklicherweise scheinen Viren mit einer verminderten Empfindlichkeit gegenüber mehreren Medikamentenklassen (sog. Multiresistenz) selten zu sein. Unklar bleibt aber, inwieweit die Ergebnisse dieser US-amerikanischen Studie auf West-Europa übertragbar sind und welchem Testverfahren zur Resistenzbestimmung der Vorzug gegeben werden sollte.
Weiterführende Literatur: 1. Boden D, Hurley A, Zhang L et al. HIV-1 drug resistance in newly infected individuals. JAMA, Sept 22/29, 1999, 282: 1135-1141 Abstract 2. Little S, Daar ES, D'Aquila RT et al. Reduced antiretroviral drug susceptibility among patients with primary HIV infection. JAMA, Sept 22/29, 1999, 282: 1142-1149 Abstract 3. Pomerantz RJ. Primary HIV-1 Resistance: a new phase in the epidemic ? JAMA, Sept 22/29, 1999, 282: 1177-1179 Abstract |
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