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Nachrichten 1999 zur Übersicht Resistenzprüfung vor Umstellung einer antiretroviralen Therapie ist sinnvoll Frankfurt, 1. Oktober 1999 - Momentan sind Resistenzprüfungen noch nicht als Routinemethode in die Therapieempfehlungen der meisten Fachgesellschaften aufgenommen. Nicht nur methodische Probleme, Schwierigkeiten der Interpretation, mangelnde Vergleichbarkeit der Daten und nicht zuletzt Kostengründe, sondern insbesondere auch das Fehlen klinischer Studien haben bisher eine generelle Empfehlung zu Resistenzprüfungen verhindert. In den vergangenen Monaten sind nun verschiedene Studien zum klinischen Stellenwert von Resistenzprüfungen erschienen (z. B. die VIRADAPT-Studie). Eine aktuelle kanadische Studie aus der Arbeitsgruppe von Julio Montaner beschäftigt sich mit der Resistenzbestimmung vor Umstellung einer antiretroviralen Therapie auf eine Ritonavir/Saquinavir-haltige Kombination [2]. Bei 76 Patienten, die eine antiretrovirale Therapie mit der Proteasehemmerkombination Ritonavir/Saquinavir begannen, wurden konsekutive Resistenzbestimmungen durchgeführt - und zwar sowohl phänotypisch (Virco Antivirogramm) als auch genotypisch (Vircogen). Die meisten der Patienten waren mehrfach antiretroviral vorbehandelt, 43% hatten bislang aber noch keinen Proteasehemmer erhalten. Dementsprechend waren die Resistenzen vor der Umstellung stark ausgeprägt: 91% 3TC, 71% AZT, 35% D4T, 35% DDC, 12% DDI, 18% Nevirapin, 46% Indinavir, 45% Nelfinavir, 26% Ritonavir und 19% Saquinavir. Die Messergebnisse von phänotypischer und genotypischer Resistenzbestimmung korrelierten gut miteinander (p<0.001). Der Nachweis einer Resistenz vor Einleitung der antiretroviralen Therapie war prädiktiv für ein schlechtes virologisches Ansprechen - und zwar unabhängig vom Resistenzprofil der begleitenden Nukleosidanaloga. Wenn eine Resistenz gegen eine der beiden untersuchten Substanzen vorlag, war die Wahrscheinlichkeit eines Ansprechens der ART um das Vierfache verringert. Das entsprach einem mittleren Abfall der Viruslast um 0.05 log verglichen mit >0.8 log für Patienten ohne Resistenznachweis. Wenn Patienten eine nachgewiesene Resistenz gegen beide Proteasehemmer hatten, fielen sie nicht unter eine Viruslast von 100000 Kopien/ml ab. Bereits geringe Resistenzbildungen konnten den Erfolg einer ART gefährden. Die Wahrscheinlichkeit, dass bereits zum Zeitpunkt der Umstellung eine Resistenz gegen Ritonavir oder Saquinavir vorlag, hing besonders von einer Vortherapie mit Proteasehemmern ab.
Der HIV.NET-Kommentar
P.S.
Literatur
2.) Harrigan PR, et al.
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