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Nachrichten 1999
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PML behandelbar durch HAART

Bonn, 17. September - Mit den Behandlungserfolgen der HAART mehrten sich auch Einzelfallbeobachtungen, dass sich die Prognose der Progressiven Multifokalen Leukenzephalopathie (PML) mit HAART bessert. Angesichts enttäuschender Therapiemöglichkeiten der PML waren die Hoffnungen daher groß, mit HAART eine Verbesserung erreichen zu können. Eine Arbeitsgruppe der Centers for Disease Control (CDC) hat jetzt eine über 45000 Patienten umfassende Kohorte auf das Auftreten und die Therapie der PML hin ausgewertet (die ASD-Kohorte = Adult and Adolescent Spectrum of HIV Disease) (Dworkin et al.; J Inf Dis 1999; 180; 621-625).

Im Beobachtungszeitraum von 1990-1997 erkrankten 415 Patienten an einer PML (die Diagnose wurde dabei histologisch oder zytologisch gestellt!). Das entspricht einer Prävalenz von 2,4% bezogen auf alle AIDS-Diagnosen. Das mediane Überleben betrug einen Monat nach Diagnosestellung. Die (mit einer Kaplan-Meier Analyse) geschätzte 6-Monat-Überlebensrate lag bei 17%. Patienten mit einer PI-haltigen ART hatten dabei eine geschätzte 6-Monat-Überlebensrate von 68%, während sie für Patienten mit ART aber ohne PI 21% und für Patienten ohne ART nur 10% betrug. Mittels einer multivariaten Analyse wurde als Risikofaktor für ein kürzeres Überleben eine CD4-Zellzahl <200/µl zum Zeitpunkt der PML-Diagnose (Relatives Risiko 2,1) identifiziert. Längeres Überleben war mit der Verschreibung einer antiretroviralen Therapie (Relatives Risiko 0,6), insbesondere einer Therapie mit einem Proteaseinhibitor verbunden (Relatives Risiko 0,2). Dies traf vor allem dann zu, wenn die Therapie einen Anstieg der Helferzellen >100/µl bewirkte (Relatives Risiko 0,73 im Vergleich zu keinem Anstieg oder Abfall der Helferzellen). Es konnte keine Verbesserung des Überlebens durch Anti-Herpes Medikamente (Aciclovir, Cidofovir, Famciclovir, Ganciclovir, Valaciclovir oder Foscarnet) nachgewiesen werden.

Der HIV.NET-Kommentar:
Bessere Daten wird es wohl kaum geben - HAART muß als Standardtherapie der PML betrachtet werden. Solange spezifische JC-Virus wirksame Therapien fehlen, ist die Verbesserung der Immunsuppression die entscheidende Maßnahme. Hingewiesen sei auf das im Vergleich zu anderen Studien sehr kurze Überleben nach Diagnosestellung. Die Autoren sind davon überzeugt, dass dieser Unterschied darin begründet liegt, dass hier die Diagnose histologisch und damit u.U. relativ spät gestellt wurde.

Literatur
Dworkin MS, et al. Progressive multifocal leukoencephalopathy: improved survival of human immunodeficiency virus-infected patients in the protease inhibitor Era. J Infect Dis. 1999; 180:621-5.
Abstract


 

 
     
 

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