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Nachrichten 1998
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Wechsel von 3fach-Standardtherapie auf ein 1x/Tag-Regime?
Frankfurt,
2. Dezember 1998 -
Patienten, bei denen eine initial erfolgreiche Standard-Dreifachkombination (Viruslast gesenkt auf <500 Kopien/ml) nicht fortgesetzt werden kann
(Complianceprobleme, Unverträglichkeitsreaktionen u.a.), können möglicherweise auf weniger belastende Therapieschemata umgestellt werden. Dies geht aus einer Studie der Frankfurter
Arbeitsgruppe hervor, die von Carsten Rottmann auf dem letzten Glasgow-Kongreß präsentiert wurde. [1]
Die 24 Patienten, die in der Studie vorgestellt werden, erhielten initial eine Dreifachtherapie mit einem Protease-Inhibitor, unter der die Viruslast unter die Nachweisgrenze von 500 Kopien/ml fiel.
Daraufhin wurde die Therapie auf eine Kombination von DDI, 3TC und Nevirapin umgestellt. Alle Medikamente wurden in der täglichen Gesamtdosis zusammen eingenommen.
Nach 32 Wochen hatten 18 der 24 Patienten weiterhin eine Viruslast unter der Nachweisgrenze. 6 Patienten hatten einen Anstieg der Viruslast, meist innerhalb der ersten 4 bis 8 Wochen. In allen
Fällen fiel die Viruslast jedoch zurück unter die Nachweisgrenze, nachdem die Therapie erneut auf eine Kombination mit einem Protease-Inhibitor
umgestellt wurde.
Patienten, bei denen unter der 1x/Tag-Kombination die Viruslast wieder anstieg, hatten eine geringere CD4-Zellzahl bei der Therapieumstellung (334 CD4-Zellen vs. 435 bei den Respondern). Bei den
Patienten, die mit DDI oder Nevirapin vorbehandelt waren, war die Erfolgsquote mit 50% deutlich verringert.
Kommentar der HIV.NET-Redaktion
Eine Einschätzung dieses Behandlungskonzeptes ist derzeit noch nicht möglich. Immerhin: Während eine Therapievereinfachung im Sinne einer Reduktion der eingesetzten Medikamente auf
keinen Fall möglich ist (siehe unseren Beitrag "Keine Erhaltungstherapie mit weniger als 3 Medikamenten" vom 3. November), ist der oben beschriebene Ansatz
zweifellos eine Überprüfung wert. Aus den vorgestellten Daten geht jetzt schon hervor, welche Patienten dafür eher nicht in Frage kommen: Patienten, die mit DDI und/oder Nevirapin
vorbehandelt sind. Beruhigend ist auf jeden Fall, daß bei einem Wiederanstieg der Viruslast ein Umstellen auf eine PI-haltige Kombination erneut erfolgreich war. Wie für alle
experimentellen Therapieansätze gilt: nur in großen Behandlungszentren, nur mit erfahrenen Ärzten und nach Möglichkeit im Rahmen von klinischen Studien.
Literatur
1. Rottmann C, Miller V, Gute P, Nisius G, Staszewski S. Virological response to a once-daily protease inhibitor (PI) sparing regimen (DDI, 3TC, NVP) after successful PI-containing therapies. 4
International Congress on Drug Therapy in HIV Infection, Glasgow, 8.-12. November 1998, Abstract OP2.1.
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