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Nachrichten 1998 zur Übersicht Efavirenz (Sustiva®) Frankfurt, 22. September - Die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat Ende letzter Woche Efavirenz zugelassen. Efavirenz (Kürzel: EFV) ist das erste zugelassene anti-HIV-Medikament, das nur einmal täglich eingenommen werden muß. Die Kombination Efavirenz + AZT/3TC (Combivir®) ist zudem die erste Kombination mit adäquater anti-HIV-Wirkung für Patienten, die keine Protease-Inhibitoren einnehmen können. Die Einführung von Efavirenz könnte die Modalitäten der HIV-Therapie deutlich verändern.
ProfilHandelsname, Zubereitung: Sustiva. Kapseln 200 mg, 100 mg und 50 mg.Pharmakokinetik: Maximale Plasmakonzentration nach etwa 5 Stunden. Keine Beeinflussung der Bioverfügbarkeit durch gleichzeitige Nahrungsaufnahme (Ausnahme: sehr fettreiche Mahlzeiten, die die Resorption um durchschnittlich 50% erhöhen). Plasmaeiweißbindung von > 99%. Die Konzentration im Liquor ist etwa dreimal so hoch wie die nicht-proteingebundene freie Efavirenz-Konzentration im Plasma. Halbwertzeit von 40 bis 55 Stunden. Ausscheidung zu 14 bis 34% im Urin in Form von Metaboliten, zu 16 bis 61% im Stuhl als unveränderte Substanz.Dosierung: Einmal pro Tag 600 mg, am besten vor dem Schlafengehen. Bei ZNS-Nebenwirkungen (siehe unten) kann die Tagesdosis auf eine Morgen- und eine Abendgabe (2 x 300 mg) aufgeteilt werden.Efavirenz kann zu oder unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Nur von der Gabe zu fettreichen Mahlzeiten wird abgeraten, weil die Resorption von Efavirenz dadurch deutlich erhöht wird. Efavirenz darf nur in Kombination mit anderen antiretroviralen Medikamenten verabreicht werden. Bei vorbehandelten Patienten, bei denen die Therapie nicht mehr effektiv ist, darf Efavirenz dieser Kombination nicht als einziges neues Medikament hinzugefügt werden; immer muß in diesem Fall mindestens eine Substanz der vorherigen Kombination durch ein neues Medikament ersetzt werden, das der Patient zuvor möglichst noch nicht erhalten hat. Dosierung bei Kindern:
Kontraindikationen:
In Versuchen mit Affen wurden Mißbildungen des Fetus beobachtet. Solange keine gegenteiligen Ergebnisse aus kontrollierten Studien vorliegen, sollte Efavirenz daher nicht bei schwangeren Frauen eingesetzt werden. Vor dem Beginn einer EVF-Behandlung ist immer eine bestehende Schwangerschaft auszuschließen. Während der Behandlung muß bei Frauen im gebährfähigen Alter eine effiziente Empfängnisverhütung durchgeführt werden.
Vorsicht bei Wechselwirkungen:
Nebenwirkungen: Die häufigsten Nebenwirkungen sind ZNS-Symptome und Exantheme. Seitens des ZNS wurden am häufigsten Schwindel, Benommenheit, Konzentrationsschwierigkeiten, Schlaflosigkeit und bewegte Träume beschrieben. Diese Phänomene treten bei etwa der Hälfte der Patienten vor allem an den ersten beiden Behandlungstagen auf, lassen meist aber im Laufe von Tagen und Wochen auch trotz Therapiefortführung nach. Um die subjektive Beeinträchtigung durch diese Manifestationen so gering wie möglich zu halten, wird Efavirenz vorzugsweise zum Schlafengehen verabreicht. Die Patienten sollten zudem angewiesen werden, bei Auftreten dieser Symptome keine potentiell gefährlichen Verrichtungen auszuführen (Autofahren etc.).In den Studien brachen etwa 3% der Patienten die Behandlung wegen der zentralnervösen Nebenwirkungen ab. Wahnideen und inadäquate Verhaltsmuster sind eine seltenere Nebenwirkung, können jedoch vor allem bei Patienten mit einer psychiatrischen Anamnese oder Drogenabusus auftreten. In diesen Situationen sollte, zumal wenn der Behandler wenig Erfahrung mit der neuen Substanz hat, das weitere Prozedere unverzüglich mit einem Spezialisten diskutiert werden, weil Efavirenz mitunter abgesetzt werden muß. Das gleiche gilt für Patienten mit akuten Depression und/oder suizidalen Ideen oder nach Suizidversuchen. Ein Exanthem trat in den bisherigen Studien bei 27% der Patienten auf, doch sind schwere Verlaufsformen (Bläschenbildung, Hautablösung, Ulzerationen) mit unter 1% selten. Von den ersten 2000 behandelten Patienten entwickelte ein Patient ein Erythema multiforme und ein weiterer Patient ein Stevens-Johnson-Syndrom. Das Exanthem trat im Median um den 11 Behandlungstag auf und dauerte durchschnittlich 14 Tage. Efavirenz sollte abgesetzt werden, wenn ein schweres Exanthem mit Bläschenbildung, Hautablösung, Beteiligung der Schleimhäute oder Fieber auftritt. Geeignete Antihistaminika und/oder Steroide können die Symptome erträglicher machen und deren Rückbildung beschleunigen. In den Studien brachen etwa 2% der Patienten die Behandlung wegen schwerer Exantheme ab. Bei Kindern scheinen schwerere Verlaufsformen des Exanthems häufiger zu sein (bis 6%). Eventuell kommt eine Prophylaxe mit geeigneten Antihistaminika in Frage. Anstiege der Leberenzyme über das 5fache des oberen Normwertes wurden bei bis zu 13% der Patienten mit Hepatitis B und C beobachtet. Bei persistierend erhöhten Werten sollte der Rat eines Spezialisten hinzugezogen werden. Ferner sind möglich: Cholesterinämie und Triglizeridämie.
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Wichtiger Hinweis für die Leser
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