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PI-Kombinationen mit Ritonavir

Frankfurt, 17. Juli - Durch die Kombination von Ritonavir mit einem zweiten Protease-Inhibitor kann der 2. PI in der Regel zweimal pro Tag dosiert werden. Auf dem Genfer Kongreß wurden nun die Ergebnisse unterschiedlicher Kombinationen präsentiert.

Ritonavir ist ein potenter Hemmstoff des Cytochrom-P450-Enzymsystems und verlangsamt daher den Abbau zahlreicher Medikamente, unter anderem auch den der anderen Protease-Inhibitoren. Die meisten Erfahrungen wurden bislang mit der Kombination Ritonavir/Saquinavir gemacht. Von einer Untersuchung an 141 Patienten wurden in Genf nun die 72-Wochen-Daten vorgestellt (siehe auch die HIV.NET-Nachricht vom 20. Februar dieses Jahres mit Einzelheiten zum Studiendesign). Danach hatten 87 von 97 therapienaiven Patienten (90%), die die beiden Protease-Inhibitoren, eventuell ergänzt um 3TC und D4T, erhalten hatten, nach 72 Wochen eine Viruslast von weniger als 200 Kopien. Bezogen auf die 141 Patienten, die zu Beginn an der Studie teilnahmen, sind dies immer noch 61.7%. Die heute gängige Dosierung ist zweimal täglich 400 mg Ritonavir + zweimal täglich Saquinavir. - Abstract 12297

Zur Kombination von Ritonavir und Nelfinavir wurden pharmakokinetische Untersuchungen vorgestellt, die andeuten, daß die Nelfinavir-Serumspiegel bei einer Kombination von zweimal täglich 400 mg Ritonavir + zweimal täglich 500 mg oder 750 mg Nelfinavir denen einer klassischen 3x750mg-Nelfinavir-Dosierung entsprechen. - Abstract 42265

Wenn Ritonavir mit ABT-378, einem neuen Protease-Inhibitor, kombiniert wird, erhöht es dessen AUC um das mehr als 100fache. Eine Untersuchung über 24 Wochen an 32 Patienten ergab, daß Dosierungen von zweimal täglich 200 mg/100 mg oder 400 mg/100 mg ABT-378/Ritonavir bei guter antiretroviraler Wirkung offensichtlich gut verträglich sind. Für diese Kombination, die vielversprechend erscheint, ist eine Kombinationstablette geplant.

Vorläufige klinische Daten liegen nun auch für Ritonavir + Indinavir vor. Beide Medikamente wurden in einer Dosierung von jeweils zweimal täglich 400 mg gegeben. Die Patienten konnten die Medikamente zu den Mahlzeiten einnehmen (bei Indinavir als einzigem PI strikt verboten!) und brauchten auch die Flüssigkeitszufuhr nicht zu steigern. Nach 32 Wochen wurde eine sehr deutliche Reduktion der Viruslast erreicht (8 von 9 Patienten unter 40 Kopien). Schmerzen in der Nierengegend oder Nierensteine, klassische Komplikationen der Indinavirtherapie, traten nicht auf. Wegen der kleinen Zahl der Patienten sind diese sehr interessanten Ergebnisse noch mit Vorsicht zu interpretieren und müssen in größeren Studien bestätigt werden. - Abstract 22372


 

 
     
 

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