Home Geschichte HIV Medicine Wer ? Was ? FMI Flying Publisher
 
 
HIV.NET 2007

Nachrichten

HAART

Klinik

Medikamente

Kongressberichte

Mailing-Liste

Erweiterte Suche


Anregungen,
Kommentare


 
Nachrichten 1998
zur Übersicht

Multiple RTI- und PI-Resistenz

Frankfurt, 9. Juni - Durch eine nicht rational und nicht konsequent durchgeführte antiretrovirale Behandlung können HIV-Stämme selektiert werden, die gegen fast alle verfügbaren Medikamente resistent sind. Dies geht aus einer ausführlichen Resistenzu ntersuchung an 4 Patienten hervor, die gerade in den Annals of Internal Medicine ( Ann Intern Med 1998; 128: 906-11) veröffentlicht wurde.

Alle Patienten waren vor der Untersuchung über einen Zeitraum von 4 bis 9 Jahren mit mindestens 4 der 5 verfügbaren RTI-Hemmer (AZT, 3TC, DDC, D4T, DDI) und zwei bis drei der vier verfügbaren Protease-Inhibitoren (Nelfinavir, Indinavir, Ritonavir, Saquinavir) behandelt worden. Die Patienten wurden für die Untersuchung ausgewählt, weil sie trotz Behandlun g mit diversen Dreifachkombinationen nie eine Senkung der Viruslast unter die Nachweisgrenze errreichten.

Bei allen 4 Patienten wurden nun Virusstämme isoliert, die 7 identische Mutationen der HIV-Protease hatten. Bei 3 Patienten wurden ferner Stämme isoliert, die 8 identische Mutationen der Reversen Transkriptase hatten.

In der Diskussion führen die Autoren an, daß nach vorläufigen Ergebnissen von Folgestudien die Virusisolate zumindest teilweise auch gegen Abacavir und Amprenavir resistent sind, weiterhin empfindlich aber gegen den neuen, noch nicht zugelassenen NNRTI Efavirenz und das Nukleotid-Analogon Adefovir sind.

Im Editorial erläutert Jon Condra Gründe für das Entstehen der HIV-MDR (multidrug resistance). Der Artikel von Shafer et al. liefere ein Lehrbuchbeispiel - so Condra - für die Gefahren der sequentiellen Therapie. Die meisten Patienten hatten jahrelang zahlreiche Medikamente erhalten, allein und in Kombination, doch bei einer Therapieumstellung wurde in der Regel nur ein einzelnes Medikament ausgetauscht. Was heute offensichtlich ein Therapiefehler, im Grunde sogar ein Kunstfehler ist, entschuldigt der Leitartikler in der Retrospektive: "Zu der Zeit, als die neuen Medikamente (sequentiell) eingeführt wurden, war jedes Medikament oft die einzig verbleibende Option für Patienten, die alle anderen Medikamente ausgeschö pft hatten. Verständlicherweise wurde daher jedes (neue) Medikament genutzt - und 'abgenutzt', sobald es eingeführt wurde."


 

 
     
 

Design:

 
 
 

  Wichtiger Hinweis für die Leser