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HIV-Übertragung durch künstliche Befruchtung

Frankfurt, 13. März - Eine 35-jährige Frau ist unlängst durch eine künstliche Befruchtung mit HIV infiziert worden. Dieser Vorfall wird von Wissenschaftlern des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Immunologie der Universität Bonn gemeldet. Die Patientin war einige Tage wegen eines mononukleoseähnlichen Krankheitsbildes stationär behandelt worden. 3 Wochen später wurden HIV-Antikörper nachgewiesen. Anläßlich dieser Untersuchung gab die Patientin an, daß 20 Tage vor der Erkrankung eine künstliche Befruchtung mit Frischsperma durchgeführt worden war. Eine Nachuntersuchung des Spenders – er war zum Zeitpunkt der Samenspende HIV-negativ – ergab, daß auch er in der Zwischenzeit serokonvertiert war.

Der kausale Zusammenhang zwischen Samenspende und Serokonversion der Patientin wurde durch virologische Untersuchungen bestätigt, die eine 100%ige Übereinstimmung in den Nukleotidsequenzen der beiden Virusstämme zeigten.

Die Autoren heben in ihrem Kommentar hervor, daß die HIV-Konzentration im Blut ("Virämie") und in der Samenflüssigkeit in den ersten Wochen nach einer Serokonversion – also zu einem Zeitpunkt, zu dem typischerweise noch keine HIV-Antikörper nachweisbar sind – extrem hoch ist. Sie warnen davor, für die künstliche Befruchtung Frischsperma zu verwenden und fordern, für die anonyme Samenspende eine Quarantäne-Zeit einzuführen.

Lancet 1998; 351: 728.


 

 
     
 

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