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San Francisco 2000
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3. Statine + PI

Von Christian Hoffmann, Universitätsklinik Kiel

Kiel, 9. Februar 2000 - Statine und Proteasehemmer: erhebliche Spiegelveränderungen

Hyperlipidämien, die Erhöhung von Triglyceriden und Cholesterin, sind eine gut bekannte Nebenwirkung von Proteasehemmern. Aus Sorge um die Langzeitfolgen dieser Stoffwechselstörungen sind viele Behandler deshalb dazu übergegangen, Patienten mit abnormen Fettwerten mit sogenannten Lipidsenkern zu therapieren.

Daß dies im Fall der HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren, einer auch in Deutschland weit verbreiteten und meist vereinfachend als "Statine" bezeichneten Stoffgruppe, nicht gerade unproblematisch ist, hielt eine von C. Fichtenbaum in der Late Breaker-Session vorgestellte ACTG-Studie den Zuhörern vor Augen (LB # 6). Bei Messungen an gesunden Probanden erhöhten sich bei gleichzeitiger Gabe von Ritonavir bzw. Saquinavir die Plasmaspiegel von Simvastatin um 2676 % (!) bzw. von Atorvastatin um 343 %, während die Spiegel von Pravastatin um 47 % abnahmen. Zu schweren Nebenwirkungen kam es in dieser Studie trotz dieser wirklich "statischen" Spiegel zum Glück zwar nicht, doch sollten Simvastatin und wahrscheinlich auch Atorvastatin angesichts dieser erheblichen Interaktionen bis auf weiteres vermieden werden, sofern gleichzeitig ein Proteasehemmer eingenommen wird.

Es wurde noch einmal deutlich, wie groß der Bedarf an Studien ist, die die Interaktionen zwischen HAART und anderen Medikamenten untersuchen.


 
 
     
 

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