Home Geschichte HIV Medicine Wer ? Was ? FMI Flying Publisher
 
 
HIV.NET 2007
774 Seiten, PDF, 8 MB
Download


Nachrichten

HAART

Klinik

Medikamente

Kongressberichte

Mailing-Liste

Erweiterte Suche


Anregungen,
Kommentare


 
8. Tuberkulose
zur Klinik-Übersicht

ICD-10:

A15

Tuberkulose der Atmungsorgane, bakteriologisch oder histologisch gesichert

A15.5

Tuberkulose des Larynx, der Trachea und der Bronchien, bakteriologisch oder histologisch gesichert

A15.6

Tuberkulose Pleuritis, bakteriologisch oder histologisch gesichert

A17

Tuberkulose des Nervensystems

A18.0

Tuberkulose der Knochen und Gelenke

A18.1

Tuberkulose des Urogenitalsystems

A18.2

Tuberkulose peripherer Lymphknoten

A18.3

Tuberkulose des Darmes, des Peritoneums und der Mesenteriallymphknoten

A18.4

Tuberkulose der Haut und des Unterhautfettgewebes

A18.5

Tuberkulose des Auges

A18.7

Tuberkulose der Nebenieren

A18.8

Tuberkulose sonstiger näher bezeichneter Organe

A19

Miliartuberkulose

Erreger

Mycobacterium tuberculosis und Mycobacterium bovis

Übertragung

Inhalation oder Ingestion von Mykobakterien, sehr selten Hautkontakte

Erkrankung

in der Regel Reaktivierung einer alten, persistierenden (Lungen-)Infektion

Diagnose

Klinik, kult. Nachweis aus betroffenen Organen

Gefährdung*

90% der Patienten erst mit weniger als 100 CD4-Zellen/µl

Häufigkeit

pro 100 AIDS-Patienten

pro 100 PJ unter 200 CD4

-Erstmanifestation*

3,3 % (ohne Lungen TB!)

Nicht untersucht

-Alle Manifestat.*

9,1 % (ohne Lungen TB!)

2,8

-unter ART (-1996)

6,1 % (ohne Lungen TB!)

1,7

Besondere Risiken

Geburt bzw. Aufenthalt in Endemiegebieten, Leben auf der Straße

Therapie

übliche 4-fach Standard-Therapie, Resistenz und Verträglichkeit prüfen!

Prophylaxe

INH oder Rifampicin bei akuter Infektion, sonst in Europa nicht indiziert

* nur für den natürlichen Verlauf der HIV-Infektion (ohne ART und ohne Prophylaxe)

Erreger + Epidemiologie

Die Tuberkulose ist bei der HIV-Infektion die einzige wesentliche Infektionserkrankung mit einem obligat menschenpathogenen Erreger. Die TB ist deshalb auch nur bedingt als eine opportunistische Infektion anzusehen. Wegen der im Vergleich zur Normalbevölkerung erheblich höheren Erkrankungsrate der HIV-Infizierten ist jede Manifestationsform der Tuberkulose heute AIDS-definierend (siehe CDC-Klassifikation von 1993).

Die Verbreitung von HIV in alten Tuberkulose-Endemiegebiete hat dort bereits katastrophale Folgen für Morbidität und Letalität an TB (double trouble). Auch in westlichen Industrienationen steigt die Zahl der Tuberkuloseerkrankungen unter den HIV-infizierten Patienten langsam an. Die Prävalenz beträgt je nach der Gruppe der Patienten -Homosexuelle, intravenös Drogenabhängige, Patienten aus Tuberkulose-Endemiegebieten- zwischen 10% und 25%. Im Gegensatz zu vielen anderen opportunistischen Erkrankungen wird die Tuberkulose von Mensch zu Mensch übertragen.

Die Tuberkulose ist eine Erkrankung, die durch eine Infektion mit dem Haupterreger Mycobacterium tuberculosis oder auch durch die Spezies M. bovis und M. africanum hervorgerufen wird. Die Erreger können sich sowohl intra- als auch extrazellulär vermehren, nicht aber als frei lebende Saprophyten. M. tuberculosis wird fast ausschließlich durch Tröpfcheninfektion, die bovine Variante vorwiegend durch stark infizierte Milch übertragen. Bei den meisten Tuberkulose-Erkrankungen handelt es sich um Reaktivierungen einer latenten Infektion, die vor der HIV-Infektion erworben wurde. Primärinfektionen mit M. tuberculosis können jedoch im fortgeschrittenen Stadium der HIV-Infektion rasch zur Entwicklung einer manifesten Erkrankung führen.

Klinik

Lungentuberkulose

Klinik und Verlauf der Lungentuberkulose werden vom Ausmaß des zellulären Immundefekts bestimmt. Bei mehr als 400 CD4-Zellen/µl überwiegt das Bild der klassischen Tuberkulose mit Fieber, Husten, Nachtschweiß, Gewichtsabnahme, und im Röntgenbild zeigen sich Oberlappeninfiltrate mit oder ohne Kavernenbildung. In späten Stadien der HIV-Erkrankung sind bei unveränderten Allgemeinsymptomen nun auch extrapulmonale Manifestationen häufiger. Diese können gleichzeitig mit einer Lungenbeteiligung oder auch isoliert auftreten. Besonders oft sind unterschiedliche Lymphknotenstationen (DD: malignes Lymphom), Knochenmark sowie Leber, Milz und Darm betroffen.

Bereits unter 100 CD4-Zellen/µl, vor allem aber unter 50/µl, treten Bakteriämien bei nahezu der Hälfte der Patienten auf. Das Röntgenbild der Lunge zeigt meist fein- bis grobfleckige Verschattungen in Unter- und Mittelfeldern. Wichtig für die Abgrenzung gegen andere Lungenaffektionen ist hierbei häufig eine erhebliche Vergrößerung der Hiluslymphknoten. Nur bei isolierter Bronchialschleimhaut-Tuberkulose ist die Lungenaufnahme trotz des Nachweises von M. tuberculosis im Sputum völlig unauffällig. In unklaren Situationen hilft die Computertomographie durch den Nachweis von kleinen Einschmelzungen weiter. Infiltrate, die Bezug zu Gefäßen haben, sprechen ferner für eine hämatogene Streuung.

Bei weniger als 150 CD4-Zellen/µl muß mit einem foudroyanten Verlauf gerechnet werden. Innerhalb weniger Tage kann sich ein klinisches Bild mit Hyperthermie, schwerem Krankheitsgefühl, Nachtschweiß, Gewichtsverlust und Husten entwickeln. Radiologisch typisch sind dann rasch progrediente, fleckförmige Infiltrate in Mittel- und Unterlappen, die ohne Behandlung schnell die gesamte Lunge erfassen. Einschmelzungen sind meist nur in der Computertomographie nachweisbar. Immer muß bei einem solchen Bild an eine hämatogene Streuung, d.h. an eine Miliartuberkulose bis hin zur Landouzy-Sepsis gedacht werden.

Extrapulmonale und disseminierte Tuberkulose

Mit Ausnahme der klassischen Lymphknoten-Tuberkulose, die häufig bei Patienten aus Endemiegebieten auftritt, ist das klinische Bild der extrapulmonalen Tuberkulose bei HIV-infizierten Patienten bunt und bereitet häufig differentialdiagnostische Schwierigkeiten. Meist sind primär zervikale oder supraklavikuläre Lymphknoten betroffen. Im Gegensatz zur Lungentuberkulose sind konstitutionelle Symptome wie Abgeschlagenheit, Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsabnahme bei der Lymphknoten-Tuberkulose eher moderat. Zur diagnostischen Sicherung und Abgrenzung maligner Lymphome ist die Exstirpation bzw. Biopsie des Lymphknotens mit histologischer und kultureller Untersuchung erforderlich. Wie auch bei der Lungentuberkulose ist vor allem bei weniger als 150 CD4-Zellen/µl oder in Kombination mit anderen AIDS-Manifestationen jederzeit mit einem generalisierten Verlauf zu rechnen. Eine rasch auftretende Leukopenie, Anämie und Thrombozytopenie mit Hyperthermie, abdominellen Lymphknoten oder diffuser Infiltration von Leber und Milz zeigen einen krisenhaften Verlauf an, der auch bei sofort einsetzender tuberkulostatischer Behandlung eine hohe Letalität hat.

Darm- und Urogenitaltuberkulosen sind als isolierte Krankheitsbilder selten bei Patienten, die nicht aus Endemiegebieten kommen. Das gleiche gilt für Haut- (Lupus vulgaris u.a.) und Knochentuberkulosen.

Tuberkulöse Meningitiden sind hingegen bei schwerem zellulärem Immundefekt häufiger, wenn auch die notwendigerweise vorausgehende hämatogene Streuung selten allein die Meningen betrifft. Jede meningeale Irritation mit oder ohne Hirnnervenausfälle ist deshalb auch tuberkuloseverdächtig. Raumfordernde Tuberkulome oder tuberkulöse Abszesse haben wir im Rahmen der HIV-Infektion ausschließlich bei Patienten aus Endemiegebieten gesehen.

Diagnostik

85 % aller Tuberkulose-Erkrankungen treten erst bei weniger als 200 CD4-Zellen/µl, 70% bei weniger als 100 CD4-Zellen/µl auf. Seit dem 1.1.1993 gilt jede Tuberkulose bei HIV-Infektion als AIDS-definierend.

Entscheidend für die Diagnostik sind der mikroskopische und kulturelle Nachweis der Mykobakterien sowie die radiologischen Verfahren. Mehrfach sollten morgendlich abgehustete oder provozierte Sputumproben untersucht werden. Bei negativem Ergebnis und dringendem klinischem Verdacht wird eine Bronchoskopie mit bronchoalveolärer Lavage durchgeführt.

Zusammen mit der Sputumuntersuchung werden auch Kulturen von Urin, Stuhl und Blut angelegt. Sofern verdächtig, sind auch andere Körperflüssigkeiten (Pleuraerguß, Liquor u.a.) oder Biopsate (Knochenmark u.a.) zum Nachweis geeignet.

Röntgenaufnahmen der Lunge werden gegebenenfalls in kurzen Abständen angefertigt. Sind diese nicht eindeutig, muß eine Computertomographie folgen. Nicht selten sind isolierte Bronchialschleimhaut-Tuberkulosen ohne einen radiologischen Befund.

Mit der abdominellen Sonographie werden Größe bzw. Dicke von Lymphknoten, Milz, Leber und Darmwand bestimmt.

Zur Laborroutine gehören BSG, CRP, Leber- und Nierenfunktionswerte, Blutbild und Differentialblutbild. Wenngleich unspezifisch, dokumentieren sie das Ausmaß einer eventuell vorhandenen Dissemination sowie den Therapieerfolg.

Eine invasive Diagnostik wie Leber- und Knochenmarkspunktion sowie Lymphknotenexstirpation ist (mit Ausnahme der Bronchoskopie) nach korrekter Durchführung der angegebenen diagnostischen Verfahren nur noch selten erforderlich. Wegen der erheblichen therapeutischen Konsequenzen, der potentiellen Gefährdung der Umgebung und der Möglichkeit resistenter Stämme sollte jedoch immer eine kulturelle Sicherung der Diagnose angestrebt werden.

Der Tuberkulin-Hauttest ist bei aktiver Tuberkulose und weniger als 150 CD4-Zellen/µl zwar meist negativ; ist er aber positiv, hilft er diagnostisch weiter. Der Hauttest sollte nicht als Tine-Test (Stempeltest), sondern mit dem Intrakutantest nach Mendel-Mantoux durchgeführt werden. Bei letzterem werden 0.1 ml einer Tuberkulinlösung (entsprechend 10 I.E.) intrakutan injiziert. Ist nach drei Tagen keine Hautreaktion sichtbar, wird die Injektion mit 100 I.E. bzw. bei weiterhin fehlender Reaktion mit 1000 I.E. wiederholt. Als positiv gilt eine Induration von 5 mm im Durchmesser nach 2 Tagen.

Differentialdiagnose

Der kulturelle Nachweis von M. tuberculosis oder M. bovis aus Untersuchungsmaterial beweist die Diagnose einer Tuberkulose - Probenverwechslungen oder Kontaminationen einmal ausgenommen. Da aber auch mit modernen Nachweismethoden bis dahin in der Regel 4 Wochen vergehen, muß bereits vorher klinisch eine Tuberkulose von anderen Erkrankungen abgegrenzt werden.

Unproblematisch erscheint dies bei mikroskopischem Nachweis von säurefesten Stäbchen im Sputum bzw. Bronchialsekret, bei Fieber und radiologisch auffälligen Lungeninfiltraten und bei fehlendem Ansprechen auf eine antibiotische Therapie. In diesen Fällen ist die sofortige Einleitung einer tuberkulostatischen Therapie bis zum Beweis des Gegenteils notwendig. Bei allein mikroskopischem Nachweis von säurefesten Stäbchen aus sterilem Gewebe muß differentialdiagnostisch eine atypische Mykobakteriose abgegrenzt werden. Im Gegensatz zur Tuberkulose kommen Infektionen mit atypischen Mykobakterien meist bei weniger als 50 CD4-Zellen/µl vor. Sie zeigen histologisch (Lymphknoten, Leber) eher das Bild einer mykobakteriellen Histiozytose und selten epitheloidzellige Granulome. Zu Beginn unterscheiden sie sich von der disseminierten Tuberkulose auch bei massiver Gewebsinfiltration oder Bakteriämie durch eine eher geringe Symptomatik.

Bei Nachweis von abdominellen Lymphomen und säurefesten Stäbchen im Stuhl gelingt die Abgrenzung der Tuberkulose von M. avium-Infektionen meist schon makroskopisch durch Zahl und Form der Lymphknoten mittels Sonographie oder Computertomographie. Durch M. avium verursachte Lymphknotenvergrößerungen sind selten größer als 2 cm im Durchmesser, dafür zahlreich und in der Regel einzeln abgrenzbar. Bei der Tuberkulose sind dies hingegen schnell an Größe und weniger an Zahl zunehmende Konglomerattumoren mit schneller Infiltration des Darms.

Antituberkulotika

Antituberkulotika

Abk.

Tagesdosis in mg

Intervall in

Rezeptur

 

 

pro kg

maximal

Stunden.

62 bis 68 kg

Isoniazid

INH

5 mg/Kg

300 mg

24

1 x 3 Tbl (100 mg)

Rifabutin

RBT

5 mg/Kg

450 mg

24

1 x 2 Tbl (150 mg)

Rifampicin

RMP

10 mg/Kg

750 mg

24

1 x 1 Kps (600 mg)

Pyrazinamid

PZA

25 mg/Kg

2500 mg

24

1 x 3 Tbl (500 mg)

Ethambutol

EMB

20 mg/Kg

2000 mg

24

1 x 3 Tbl (400 mg)

Streptomycin

SM

15 mg/Kg

1000 mg

24-48

1 x 1 Inf (1000 mg)

Prothionamid

PTH

10 mg/Kg

750 mg

8

3 x 1 Tbl (250 mg)

PTH mit INH

PTH

5 mg/Kg

250 mg

8

1 x 1 Tbl (250 mg)

Sparfloxacin

SFL

6 mg/Kg

400 mg

24

1 x 2 Drg (200 mg)

Levofloxacin

LFL

15 mg/Kg

500 mg

12

1 x 1 Tbl (500 mg)

D-Cycloserin

CS

15 mg/Kg

1000 mg

24

3 x 1 Tbl (250 mg)

Paraamino-Salizylsäure

PAS

200 mg/Kg

12000 mg

8

4 x 3 Tbl (1000mg)

Pyridoxin

100 mg

24

1 x 1 Tbl (100 mg)

Allopurinol

300 mg

24

1 x 1 Tbl (100 mg)

Ohne Nachweis von säurefesten Stäbchen sind unklare Fieberschübe ohne richtungsweisenden Organbefall natürlich immer auch auf ein malignes Lymphom verdächtig. Knochenmarksaspirat und -biopsie sind hierbei regelmäßig mikroskopisch und kulturell auch auf Mykobakterien zu untersuchen.

Leishmaniose und Histoplasmose sind selten und meist schon durch die Anamnese auszuschließende Differentialdiagnosen.

Primärprophylaxe

Reaktivierungen latenter Infektionen mit M. tuberculosis sind bei Patienten in den Spätstadien der HIV-Infektion mindestens 100mal häufiger als bei HIV-negativen Personen (BRD). Eine Studie zur prophylaktischen Isoniazid-Gabe bei Tuberkulin-positiven Patienten mit HIV-Infektion zeigt eine Reduktion der Zahl manifester Tuberkulose-Erkrankungen sowie eine Verlangsamung der Progression der HIV-Erkrankung in Haiti an. In Ländern mit hoher TB-Inzidenz erscheint deshalb eine breit gestreute Primärprophylaxe sinnvoll. In Deutschland ist sie jedoch nur indiziert, wenn Patienten als besonders gefährdet identifiziert werden können, zum Beispiel bei Rezidiverkankungen oder offener Tuberkulose in der näheren (häuslichen) Umgebung etc. Die Auswahl der Substanzen (INH oder Rifabutin) sollte sich am zu erwartenden Nebenwirkungs- und Interaktionsspektrum orientieren.

Behandlung der unkomplizierten Tuberkulose bei HIV-Infektion

 

Generic

Handelsname

Tagesdosis

Rezeptur für 62 - 68 kg

Dauer

Isoniazid*

Isozid

200 - 300 mg

1 x 3 Tbl. a 100 mg

6 Monate

Rifabutin

Mycobutin

300 - 450 mg

1 x 2 Kps. a 150 mg

6 Monate

(Rifampicin)

Eremfat

600 mg

1 x 1 Kps. a 600 mg

6 Monate

Pyrazinamid

Pyrafat

1500 - 2000 mg

1 x 3 Tbl. a 500 mg

2 Monate

Ethambutol

Myambutol

1200 - 1600 mg

1 x 4 Tbl. a 400 mg

4 - 6 Monate

Streptomycin

Streptomycin

750 - 1000 mg

1 Infusion a 1 g an 3 d/Woche

2 - 3 Monate

* plus Vitamin B6

Therapie

Eine Therapie wird immer begonnen beim Nachweis von Mykobakterien und einer tuberkuloseverdächtigen klinischen Symptomatik. Die Therapie sollte bei Nachweis und dringendem Verdacht einer offenen Lungentuberkulose immer stationär eingeleitet werden, um jede mögliche Übertragung der Erreger zu vermeiden. Oberstes Ziel der Therapie ist unter diesen Voraussetzungen die möglichst schnelle Keimelimination, um für die Patienten mit vielfach eingeschränkter Lebenserwartung die Zeit des stationären Aufenthaltes auf ein Minimum zu reduzieren. Solange infektiöse Erreger im Sputum nachweisbar sind, werden die Patienten isoliert behandelt. Art und Umfang der Isolation der Patienten von immunkompetenten Personen und insbesondere Kindern richtet sich nach der individuellen Beurteilung der Compliance, der expektorierten Keimzahl, der Hustenfrequenz, der sozialen Situation und letztlich der Sensibilität des Erregers. Bis zur ersten wiederholt negativen Sputumprobe, mindestens jedoch während der ersten 14 Therapietage muß durch strikte Einhaltung der Hygieneregeln eine Übertragung der Tuberkuloseerreger auf Mitpatienten und Personal vermieden werden.

Tuberkulosemanifestationen und Behandlung

Anti-tuber-

Unkomplizierte Lungen- oder LK-TB

Komplizierte TB mit Dissemination und

Unverträglichkeit

von:

Resistenz

gegen:

kulotika

(Abk.)

CD4

> 150

CD4

< 150

Sepsis

ZNS, Mening.

INH

RMP+RBT

INH+RMP

INH

RMP/RBT

INH+RMP

INH

6

9

9

12

-

9

-

-

9

-

RBT

6

9

9

12

9

9

9

12

RMP

-

-

-

-

PZA

2

2

2

3

2

2

3

3

3

3

EMB

6

4

9

9

9

9

9

9

18

SM

3

3

3

3

3

3

PTH

9

9

9

9

9

18

SFL/LFL

9

9

9

18

CP

3

PAS

12

Erreicht wird derzeit die schnellste Keimelimination durch eine Kombination aus 4 bis 5 möglichst tuberkuloziden Substanzen. Patienten mit alleiniger Lungen- oder Lymphknotentuberkulose und mehr als 150 CD4-Zellen/µl erhalten eine orale Therapie mit 5 mg/kg/d Isoniazid, 10 mg/kg/d Rifampicin, 25 mg/kg/d Pyrazinamid und 20 mg/kg/d Ethambutol. Patienten mit disseminierter Tuberkulose und/oder weniger als 150 CD4-Zellen/µl sollten zusätzlich täglich oder zweitäglich 1 g Streptomycin bis zu einer Gesamtdosis von ca. 30 g erhalten. Pyrazinamid wird nur während der ersten zwei Monate, Isoniazid, Rifampicin und Ethambutol während der ersten sechs Monate gegeben.

Für die Behandlung der Meningitis ist INH und Rifampicin obligat. Streptomycin und Pyrazinamid sollten ebenfalls wegen besserer Liquorgängigkeit in üblicher Dosierung kombiniert werden. Hingegen ist Ethambutol bei sensiblen Erregern verzichtbar. Wenn INH oder Rifampicin abgesetzt werden müssen, wird statt dessen Prothionamid eingesetzt. Die Rolle der Fluorchinolone ist unbekannt. Sie sind Reserveantituberkulotika bei Mehrfachresistenz oder Unverträglichkeit. Die Therapiedauer verlängert sich ohne INH/Rifampicin auf mindestens 12 Monate, bei schlechtem Ansprechen auf 18-24 Monate.

Therapie mit ART

Grundsätzlich ist eine antiretrovirale Therapie (ART) auch während der Tuberkulosebehandlung wünschenswert. Vielfach ist die Tuberkulose nämlich Folge einer Progression der HIV-Infektion. Tritt sie unter einer bereits begonnenen ART auf, muß die Wirksamkeit der ART überprüft werden. Wegen der Vielzahl der Medikamente, die bei einer gleichzeitigen Behandlung von HIV-Infektion und Tuberkulose eingesetzt werden müssen, und wegen der Gefährdung der Patienten durch die Tuberkulose sollte eine Therapie jedoch immer zunächst ohne ART eingeleitet werden. Erst wenn die TB-Behandlung sicher wirkt und gut verträglich ist, könnte zum Beispiel nach 2 Monaten (also nach Absetzen von Pyrazinamid) mit einer ART begonnen werden. Keinesfalls sollte eine ART reduziert weitergeführt werden (cave: Weglassen eines oder gar zweier Medikamente).

Problematisch für die Kombination von Tuberkulose-Therapie und ART ist die gegenseitige Unverträglichkeit von Protease-Inhibitoren und Rifampicin/Rifabutin. Rifampicin sollte grundsätzlich weder mit Proteaseinhibitoren noch mit NNRTIs in Kombination gegeben werden. Rifabutin sollte nur mit Nelfinavir oder Indinavir kombiniert werden. Die Rifabutin-Dosis muß in diesen Fällen auf die Hälfte reduziert (von 300 auf 150mg) und die PI-Dosis um 1/3 erhöht werden.

Auch die gemeinsame Gabe von Rifabutin und NNRTIs ist problematisch. Keinesfalls kann Delavirdin und Rifabutin kombiniert werden; bei Nevirapin und Efavirenz ist vermutlich eine Dosiserhöhung von Rifabutin von 300 mg auf 450 mg erforderlich. Ob die Tuberkulosebehandlung mit Rifabutin in dieser reduzierten Dosierung so wirksam ist wie z. B. die bestens erprobte Standardbehandlung mit Rifampicin, konnte bisher mit keiner Studie überprüft werden. Eine entsprechende Kombination erscheint uns deshalb nur bei AIDS, schwerem zellulärem Immundefekt oder ähnlichen klinischen Konstellationen gerechtfertigt. Gesamttablettenzahl und Nebenwirkungsspektrum der Nukleosidanaloga legen daher eine "Triple-Nuc"-Therapie (Combivir+Ziagen; Trizivir) begleitend zur Tuberkulosetherapie nahe, die von den meisten Patienten auch gut toleriert wird. Wenn möglich, sollte bei Einsatz unklar interagierender Substanzen auch Medikamentenspiegelbestimmungen mit zur Dosisanpassung eingesetzt werden.

 

 

 

 

ART

Rifampicin (RMP)

Rifabutin (RBT)

(PI und NNRTI)

RMP Effekt Auf ART:

ART Effekt auf RMP:

RBT Effekt Auf ART:

ART Effekt Auf RBT:

Kombination von RBT und ART:

Saquinavir

80 % â â â

keine Daten

45 % â â â

keine Daten

nicht kombinieren !

Ritonavir

35 % â

kein Effekt

keine Daten

293 % Û Û Û

nicht kombinieren !

Indinavir

92 % â â â

keine Daten

34 % â â

173 % Û Û

- ½ RBT; + 1/3 IND

Nelfinavir

82 % â â â

keine Daten

32 % â â

200 % Û Û

- ½ RBT; + 1/3 NFV

Amprenavir

81 % â â â

kein Effekt

14 % â

200 % Û Û

- ½ RBT (?);

Nevirapin

37 % â â

kein Effekt

16 % â

?? % â â

+ ½ RBT (?);

Delavirdin

96 % â â â

kein Effekt

80 % â â â

342 % Û Û Û

nicht kombinieren !

Efavirenz

13 % â

kein Effekt

?? % â

?? % â â

+ ½ RBT;

Vermehrt werden vor allem bei der Therapie der Lymphknotentuberkulose langanhaltende Symptome beschrieben, die erst mit Einsatz der antiretroviralen Behandlung auftreten: es kommt zu intermittierendem Fieber, massiver Schwellung der Lymphknoten und Anstieg der Leukozyten und von Entzündungsparametern. Nicht immer ist dies mit einem Anstieg der CD4-Zellen/µl verbunden. Jedoch muß davon ausgegangen werden, daß auch hier ev. immunologische (Rekonstitutions-)Phänomene eine Rolle spielen.

Unerwünschte Wirkungen

Als häufige Nebenwirkungen der Tuberkulosebehandlung treten juckende Hautausschläge oder ein cholestatischer Ikterus (Rifampicin), Harnsäureerhöhungen (Pyrazinamid) und periphere Neuropathien (Isoniazid) auf.

Bei Unverträglichkeit einer der ersten vier Standardpräparate oder in den bisher noch seltenen Fällen einer Resistenz gegen Isoniazid oder Rifampicin wird Streptomycin eingesetzt.

Wenn nur eine enterale Therapie durchgeführt werden soll, kann statt Streptomycin auch Levofloxacin (1 x 500 mg/die) gegeben werden. Als Reservesubstanz steht weiterhin Prothionamid (10 mg/kg/die; 5 mg/kg/die bei gleichzeitiger INH-Gabe) zur Verfügung.

Pyridoxin, 100 mg/d oral, sollte regelmäßig eine Isoniazid-Medikation zur Vorbeugung von peripheren Neuropathien begleiten. Allopurinol, 300 mg/d oral empfiehlt sich während der Pyrazinamid-Gabe bei deutlicher Erhöhung der Harnsäure.

Vielfach zwingen Lebertoxizität, toxisch-allergische Reaktionen oder nicht kontrollierbare Interaktionen mit anderen Substanzen (Pyrimethamin, Methadon, Fluconazol, Itraconazol) zum Verzicht auf Rifampicin.

Polyneuropathien, durch Vincristin, DDI, DDC oder die HIV-Infektion selbst bedingt, zwingen zum Absetzen von Isoniazid.

Das Risiko von Pankreatitiden durch DDI scheint durch die gleichzeitige Gabe von Ethambutol erhöht.

Erfahrungsgemäß muß das Schema der Tuberkulose-Therapie wegen unterschiedlicher Nebenwirkungen sowie Interaktionen mit anderen Substanzen häufig (in ca. 30% aller Fälle) umgestellt werden. Ziel der Behandlung ist es, jeweils mindestens zwei tuberkulozide Substanzen (dies sind Isoniazid, Rifampicin, Pyrazinamid und Streptomycin) zu verabreichen, andererseits eine Vierfachkombination zumindest in den ersten zwei Monaten möglich zu machen.

Therapiedauer

Wenn drei tuberkulozide Substanzen (inkl. 2 Monate lang Pyrazinamid) bis zum Ende der Behandlung eingesetzt werden, dauert diese mindestens 6 Monate, andernfalls 9 bis 12 Monate. Gerade bei HIV-infizierten Patienten erfordert die Durchführung moderner Kurzzeittherapien die dringende Überwachung und Einhaltung der Therapierichtlinien. Generell wird zwar von der DZK (Deutsches Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose) und der ATS (American Thoracic Society) empfohlen, bei HIV-infizierten Patienten keine Kurzzeittherapie durchzuführen und statt dessen 9 Monate zu behandeln. Diese Empfehlung stützt sich auf allgemeine Überlegungen und wird nicht durch Behandlungsergebnisse belegt. Nach unserer Erfahrung sind jedoch eine verzögerte Keimelimination und Rezidiverkrankungen eher auf eine schlechte Compliance bzw. Therapiefehler zurückzuführen und weniger eine Folge einer zu kurzen Therapiedauer. Die seit 4 Jahren in den USA aufgetretenen Kleinepidemien mit multiresistenten M.tuberculosis-Stämmen sind wahrscheinlich durch eine mangelhafte oder schlecht überwachte Therapie unter schlechten sozialen Verhältnissen bedingt. Wie nun auch durch die Therapieempfehlungen des CDC von 1998 bestätigt, ist deshalb bei korrekter Durchführung einer Standardtherapie auch bei HIV-Infizierten mit unkomplizierter Lungentuberkulose die 6-monatige Therapiedauer ausreichend.

TB und Drogenabhängigkeit

Durch die HIV-Infektion werden Ärzte und Pflegepersonal erstmals in größerem Umfang damit konfrontiert, drogenabhängige Patienten tuberkulostatisch zu behandeln. Grundsätzlich müssen hier noch neue und auch unorthodoxe Strategien gefunden werden, um in diesem sozialen Umfeld eine Weiterverbreitung der Tuberkulose zu verhindern. Bester Wille und Behandlungswunsch der Patienten konkurrieren mit den Folgen der Heroinabhängigkeit. Rifampicin wird häufig von den Patienten abgelehnt, da es den Bedarf an Methadon, Flunitrazepam (Rohypnol®), Barbituraten und vergleichbaren Substanzen deutlich erhöht. Längere stationäre Aufenthalte, die intravenöse Gabe der Tuberkulostatika, enge Zusammenarbeit mit Drogeneinrichtungen und Gesundheitsämtern sowie die Überwachung im Rahmen der Methadonsubstitutionsprogramme sind die notwendigen Voraussetzungen für eine wirksame Therapie.

In jedem Fall sollte während der gesamten Behandlungsdauer bei aktiven Drogenabhängigen die Tabletteneinnahme überwacht werden. Erleichtert wird die Einnahme durch Kombinationspräparate und intermittierende Dosierungen, die bei Patienten ohne HIV-Infektion eine nahezu gleiche Wirksamkeit haben wie tägliche Einzeldosierungen.

Multiresistente Tuberkulose-Stämme

Erkrankungsrelevante, multiresistente Stämme von M. tuberculosis entstehen in der Regel durch Mutationen oder werden aus Wildstämmen durch eine inadäquate Therapie, ein insuffizientes Therapieschema oder eine fehlende Compliance der Patienten selektiert. Unter Multiresistenz wird eine Resistenz der Tuberkel gegen mindestens INH, RMP und eine dritte Substanz verstanden. Sie ist kein neues Phänomen und wird mit nicht wesentlich ansteigenden Prozentzahlen seit 30 Jahren in Deutschland und in USA registriert. Die Resistenzen wirken sich allerdings dramatisch auf die Heilungsaussichten aus. Bei HIV-negativen Personen bedeutet eine Resistenz gegen entweder INH oder Rifampicin, daß die Rate der Therapieversager von praktisch 0% auf 11% ansteigt. Bei Resistenz gegen beide Substanzen beträgt die Langzeitheilungsrate knapp über 50%. Für HIV-positive Patienten ist eine aktive multiresistente Tuberkulose fatal. Fast alle Patienten, die in den Jahren 1989 bis 1992 in USA erkrankten, starben innerhalb weniger Monate, vorwiegend an der Tuberkulose.

Aus USA wird von 17 Personen -Pflegepersonal, Ärzte oder Gefängnispersonal- berichtet, die sich im Rahmen ihres Berufs mit multiresistenten Tuberkuloseerregern infizierten und erkrankten. Die Zahl derer, die sich -dokumentiert durch eine Konversion des Tuberkulin-Hauttests- vermutlich mit multiresistenten Erregern infizierten, ohne daran zu erkranken, ist größer. Die Wahrscheinlichkeit für HIV-Positive, nach Infektion mit multiresistenten Tuberkuloseerregern an einer aktiven Tuberkulose zu erkranken, scheint 30 mal so hoch zu sein wie für HIV-Negative.

Die Therapie einer multiresistenten Tuberkulose sollte Spezialisten und hierfür eingerichteten Spezialkliniken vorbehalten bleiben. Die Behandlungszeiten verlängern sich oft um ein Vielfaches. Die Toxizität der oft in außergewöhnlichen Kombinationen und Dosierungen einzusetzenden Medikamente erfordert besondere Überwachungen. PAS, Fluorchinolone, Capreomycin, Cycloserin und Pyrazinamid sind neben chirurgischen Maßnahmen die in solchen Fällen zur Therapie angewendeten Substanzen.

Generic

Handelsname

Art

Substanz

Menge

Preis

Isoniazid

Isozid

Tbl.

100 mg

100

15,40

200 mg

100

15,47

Fl.

500 mg

10

99,25

Rifampicin

Eremfat

Kps.

300 mg

100

352,00

Drg.

450 mg

100

494,02

600 mg

100

625,70

Inj.-Fl.

300 mg

1

18,28

600 mg

1

29,39

Rifabutin

Mycobutin

Kps.

150 mg

30
90

379,30
1081,10

Pyrazinamid

Pyrafat

Filmtbl.

500 mg

100

89,42

Ethambutol

EMB-Fatol

Filmtbl.

250 mg

100

71,47

400 mg

100

103,40

Inj.-Lsg.

1000 mg

10

76,03

Streptomycin

Strepto-Fatol

Inj.-Fl.

1000 mg

10

47,54

Prothionamid

Peteha

Filmtbl.

250 mg

100

199,06

Sparfloxacin

Zagam

Filmtbl.

200 mg

12

180,87

Levofloxacin

Tavanic

Tbl.

500 mg

10

107,10

Inf.-Lsg.

500 mg

5

124,17

Pyridoxin

Benadon 100

Drg.

100 mg

100

22,75

Allopurinol

Zyloric

Tbl.

100 mg

100

12,67

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Literatur

  1. ALLAND D, Kalkut GE, Moss AR, et al. Transmission of tuberculosis in New York City. An analysis by DNA fingerprinting and conventional epidemiologic methods. N Engl J Med 1994; 330:1710-6. [0007993412]
  2. BARKER J, Makatini Z, Millard J. Reply to Davis and colleagues: Twice weekly, directly observed treatment for HIV-infected and uninfected tuberculosis patients: cohort study in rural South Africa. AIDS 1999; 13:2601-2.
  3. BECK SAGUE C, Dooley SW, Hutton MD, Otten J, Breeden A, Crawford JT, Pitchenik AE, Woodley C, Cauthen G, Jarvis WR: Hospital outbreak of multidrug-resistant Mycobacterium tuberculosis infections. Factors in transmission to staff and HIV-infected patients. JAMA 1992; 268: 1280 -6.Beck-Sague 92, 1280:
  4. BEHR MA, Warren SA, Salamon H, et al. Transmission of Mycobacterium tuberculosis from patients smear-negative for acid-fast bacilli. Lancet 1999; 353:444-9.
  5. BOUVET E, Casaline E, Mendoza-Sassi G, et al.: A nosocomial outbreak of multidrug-resistant Mycobacterium bovis among HIV-infected patients. A case-control study. AIDS 1993; 7: 1453-60.Bouvet 93, 1453:
  6. BRADFORD WZ, Martin JN, Reingold AL, Schecter GF, Hopewell PC, Small PM. The changing epidemiology of acquired drug-resistant tuberculosis in San Francisco, USA. Lancet 1996; 348:928-31. [8843813]
  7. Case records of the Massachusetts General Hospital. Weekly clinicopathological exercises. Case 38-1998. A 19-year-old man with the acquired immunodeficiency syndrome and persistent fever. N Engl J Med 1998; 339:1835-43.
  8. Case records of the Massachusetts General Hospital. Weekly clinicopathological exercises. Case 5-1999. A 37-year-old man with fever and diffuse lymphadenopathy. N Engl J Med 1999; 340:545-54.
  9. CENTERS FOR DISEASE CONTROL. Clinical update: impact of HIV protease inhibitors on the treatment of HIV-infected tuberculosis patients with rifampin. MMWR Morb Mortal Wkly Rep 1996; 45:921-5. [8927017]
  10. CENTERS FOR DISEASE CONTROL. Multidrug-resistant tuberculosis outbreak on an HIV ward--Madrid, Spain, 1991-1995. MMWR Morb Mortal Wkly Rep 1996; 45:330-3. [8602134]
  11. CENTERS FOR DISEASE CONTROL. Prevention and treatment of tuberculosis among patients infected with human immunodeficiency virus: principles of therapy and revised recommendations. Centers for Disease Control and Prevention. MMWR Morb Mortal Wkly Rep 1998; 47:1-58.
  12. CENTERS FOR DISEASE CONTROL: Essential components of a tuberculosis prevention program. MMWR Morb Mortal Wkly Rep 1995; 44 (RR-11): 1-16.
  13. CENTERS FOR DISEASE CONTROL: Initial therapy for tuberculosis in the era of multidrug resistance: recommendations of the Advisory Council for the Elimination of Tuberculosis. MMWR Morb Mortal Wkly Rep 1993; 42 (RR-7): 1-8.
  14. CENTERS FOR DISEASE CONTROL: Management of persons exposed to multidrug-resistant tuberculosis. MMWR Morb Mortal Wkly Rep 1992; 41: 61-71.
  15. CENTERS FOR DISEASE CONTROL: Multidrug resistant tuberculosis in a hospital - Jersey City, New Jersey, 1990-1992. JAMA 1994; 272: 266-7.CDC, jama 94,266
  16. CENTERS FOR DISEASE CONTROL: Screening for tuberculosis and tuberculosis infection in high-risk population. MMWR Morb Mortal Wkly Rep 1995; 44 (RR-11): 19-34.
  17. CHAULK CP, Moore-Rice K, Rizzo R, Chaisson RE. Eleven years of community-based directly observed therapy for tuberculosis. JAMA 1995; 274:945-51. [0007674524]
  18. CHAVES F, Dronda F, Alonso-Sanz M, Noriega AR. Evidence of exogenous reinfection and mixed infection with more than one strain of Mycobacterium tuberculosis among Spanish HIV-infected inmates. AIDS 1999; 13:615-20.
  19. COLEBUNDERS R, Florence E. Isoniazid versus rifampicin and pyrazinamide for prevention of tuberculosis in HIV-1 infection. Lancet 1998; 351:1813.
  20. DALEY CL, Small PM, Schecter GF, et al. An outbreak of tuberculosis with accelerated progression among persons infected with the human immunodeficiency virus. An analysis using restriction-fragment-length polymorphisms. N Engl J Med 1992; 326:231-5. [0001345800]
  21. DEAN GL, Back DJ, de Ruiter A. Effect of tuberculosis therapy on nevirapine trough plasma concentrations. AIDS 1999; 13:2489-90.
  22. DEL AMO J, Malin AS, Pozniak A, De Cock KM. Does tuberculosis accelerate the progression of HIV disease? Evidence from basic science and epidemiology. AIDS 1999; 13:1151-8.
  23. DYE C, Garnett GP, Sleeman K, Williams BG. Prospects for worldwide tuberculosis control under the WHO DOTS strategy. Directly observed short-course therapy. Lancet 1998; 352:1886-91.
  24. DYE C, Scheele S, Dolin P, Pathania V, Raviglione MC. Consensus statement. Global burden of tuberculosis: estimated incidence, prevalence, and mortality by country. WHO Global Surveillance and Monitoring Project. JAMA 1999; 282:677-86.
  25. EDLIN BR, Tokars JI, Grieco MH, et al. An outbreak of multidrug-resistant tuberculosis among hospitalized patients with the acquired immunodeficiency syndrome. N Engl J Med 1992; 326:1514-21. [0001304721]
  26. FISCHL MA, Daikos GL, Uttamchandani RB, et al. Clinical presentation and outcome of patients with HIV infection and tuberculosis caused by multiple-drug-resistant bacilli. Ann Intern Med 1992; 117:184-90. [0001616212]
  27. FISCHL MA, Uttamchandani RB, Daikos GL, et al. An outbreak of tuberculosis caused by multiple-drug-resistant tubercle bacilli among patients with HIV infection. Ann Intern Med 1992; 117:177-83. [0001616211]
  28. FRIEDEN TR, Fujiwara PI, Washko RM, Hamburg MA. Tuberculosis in New York City--turning the tide. N Engl J Med 1995; 333:229-33. [0007791840]
  29. FRIEDEN TR, Sherman LF, Maw KL, et al. A multi-institutional outbreak of highly drug-resistant tuberculosis: epidemiology and clinical outcomes. JAMA 1996; 276:1229-35. [8849750]
  30. FRIEDEN TR, Sterling T, Pablos-Mendez A, Kilburn JO, Cauthen GM, Dooley SW. The emergence of drug-resistant tuberculosis in New York City. N Engl J Med 1993; 328:521-6. [0008381207]
  31. FURRER H, Malinverni R. Systemic inflammatory reaction after starting highly active antiretroviral therapy in AIDS patients treated for extrapulmonary tuberculosis. Am J Med 1999; 106:371-2.
  32. GOBLE M, Iseman MD, Madsen LA, Waite D, Ackerson L, Horsburgh CR Jr.: Treatment of 171 patients with pulmonary tuberculosis resistant to isoniazid and rifampin. N Engl J Med 1993; 328: 527-32.
  33. GORDIN FM, Matts JP, Miller C, et al. A controlled trial of isoniazid in persons with anergy and human immunodeficiency virus infection who are at high risk for tuberculosis. Terry Beirn Community Programs for Clinical Research on AIDS. N Engl J Med 1997; 337:315-20. [9233868]
  34. GOUREVITCH MN, Hartel D, Selwyn PA, Schoenbaum EE, Klein RS. Effectiveness of isoniazid chemoprophylaxis for HIV-infected drug users at high risk for active tuberculosis. AIDS 1999; 13:2069-74.
  35. HALSEY NA, Coberly JS, Desormeaux J, et al. Randomised trial of isoniazid versus rifampicin and pyrazinamide for prevention of tuberculosis in HIV-1 infection. Lancet 1998; 351:786-92.
  36. HAVLIR DV, Barnes PF. Tuberculosis in patients with human immunodeficiency virus infection. N Engl J Med 1999; 340:367-73.
  37. HAWKEN MP, Meme HK, Elliott LC, et al. Isoniazid preventive therapy for tuberculosis in HIV-1-infected adults: results of a randomized controlled trial. AIDS 1997; 11:875-82. [9189212]
  38. HEYM B, Honoré N, Truffot-Pernot C, et al.: Implications of multidrug-resistance for the future of short-course chemotherapy of tuberculosis: a molecular study. Lancet 1994; 344: 293-8.
  39. HORSBURGH CR JR, Hanson DL, Jones JL, Thompson SE 3rd. Protection from Mycobacterium avium complex disease in human immunodeficiency virus-infected persons with a history of tuberculosis. J Infect Dis 1996; 174:1212-7. [8940211]
  40. ISEMAN MD: Treatment of multidrug-resistant tuberculosis. N Engl J Med 1993; 329: 784-91.
  41. JASMER RM, Hahn JA, Small PM, et al. A molecular epidemiologic analysis of tuberculosis trends in San Francisco, 1991-1997. Ann Intern Med 1999; 130:971-8.
  42. KENYON TA, Ridzon R, Luskin-Hawk R, et al. A nosocomial outbreak of multidrug-resistant tuberculosis. Ann Intern Med 1997; 127:32-6. [9214250]
  43. KLEIN RS, Motyl M. Frequency of pulmonary tuberculosis in patients undergoing sputum induction for diagnosis of suspected Pneumocystis carinii pneumonia. AIDS 1993; 7:1351-5. [0008267908]
  44. KRAMER F, Sasse SA, Simms JC, Leedom JM: Primary cutaneous tuberculosis after a needlestick injury from a patient with AIDS and undiagnosed tuberculosis. Ann Intern Med 1993; 119: 594-5.Kramer 93,594:
  45. LAAL S, Samanich KM, Sonnenberg MG, et al. Surrogate marker of preclinical tuberculosis in human immunodeficiency virus infection: antibodies to an 88-kDa secreted antigen of Mycobacterium tuberculosis. J Infect Dis 1997; 176:133-43. [9207359]
  46. MANCINO G, Placido R, Bach S, et al. Infection of human monocytes with Mycobacterium tuberculosis enhances human immunodeficiency virus type 1 replication and transmission to T cells. J Infect Dis 1997; 175:1531-5. [9180201]
  47. MARKOWITZ N, Hansen NI, Hopewell PC, et al. Incidence of tuberculosis in the United States among HIV-infected persons. The Pulmonary Complications of HIV Infection Study Group. Ann Intern Med 1997; 126:123-32. [9005746]
  48. MARSH BJ, von Reyn CF, Edwards J, et al. The risks and benefits of childhood bacille Calmette-Guerin immunization among adults with AIDS. International MAC study groups. AIDS 1997; 11:669-72. [9108949]
  49. MARTOS A, Podzamczer D, Martinez-Lacasa J, Rufi G, Santin M, Gudiol F. Steroids do not enhance the risk of developing tuberculosis or other AIDS-related diseases in HIV-infected patients treated for Pneumocystis carinii pneumonia. AIDS 1995; 9:1037-41. [0008527075]
  50. McDONALD RJ, Memon AM, Reichman LB: Successful supervised ambulatory mangement of tuberculosis treatment failures. Ann Intern Med 1982; 96: 297 -302.
  51. MOORE M, Onorato IM, McCray E, Castro KG. Trends in drug-resistant tuberculosis in the United States, 1993-1996. JAMA 1997; 278:833-7. [9293991]
  52. MOORE RD, Chaisson RE. Survival analysis of two controlled trials of rifabutin prophylaxis against Mycobacterium avium complex in AIDS. AIDS 1995; 9:1337-42. [0008605053]
  53. MORO ML, Gori A, Errante I, et al. An outbreak of multidrug-resistant tuberculosis involving HIV-infected patients of two hospitals in Milan, Italy. Italian Multidrug-Resistant Tuberculosis Outbreak Study Group. AIDS 1998; 12:1095-102.
  54. PERNEGER TV, Sudre P, Lundgren JD, Hirschel B. Does the onset of tuberculosis in AIDS predict shorter survival? Results of a cohort study in 17 European countries over 13 years. AIDS in Europe Study Group. BMJ 1995; 311:1468-71. [0008520334]
  55. ROSE DN. Short-course prophylaxis against tuberculosis in HIV-infected persons. A decision and cost-effectiveness analysis. Ann Intern Med 1998; 129:779-86.
  56. SHAFER RW, Small PM, Larkin C, Singh SP, Kelly P, Sierra MF, et al. Temporal trends and transmission patterns during the emergence of multidrug-resistant tuberculosis in New York City: a molecular epidemiologic assessment. J Infect Dis 1995; 171:170-176.
  57. SMALL PM, Schecter GF, Goodman PC, et al.: Treatment of tuberculosis in patients with advanced human immunodeficiency virus infection. N Engl J Med 1991; 324: 289 -94.
  58. SMALL PM, Shafer RW, Hopewell PC, et al. Exogenous reinfection with multidrug-resistant Mycobacterium tuberculosis in patients with advanced HIV infection. N Engl J Med 1993; 328:1137-44. [0008096066]
  59. STAMBAUGH JJ, Narita M, Ibrahim E, et al: Use of rifabutin with protease inhibitors for HIV-infected TB patients [Abstract 449]. 6th Conference on Retroviruses and Opportunistic Infections, Chicago, Ill, 1999.
  60. STEAD WW. Management of health care workers after inadvertent exposure to tuberculosis: a guide for the use of preventive therapy. Ann Intern Med 1995; 122:906-12. [0007755225]
  61. STERLING TR, Alwood K, Gachuhi R, et al. Relapse rates after short-course (6-month) treatment of tuberculosis in HIV-infected and uninfected persons. AIDS 1999; 13:1899-904.
  62. STERLING TR, Pope DS, Bishai WR, Harrington S, Gershon RR, Chaisson RE. Transmission of Mycobacterium tuberculosis from a cadaver to an embalmer. N Engl J Med 2000; 342:246-8.
  63. SULLIVAN EA, Kreiswirth BN, Palumbo L, Kapur V, Musser JM, Ebrahimzadeh A, et al. Emergence of fluoroquinolone-resistant tuberculosis in New York City. Lancet 1995; 345:1148-1150.
  64. Tuberculosis outbreaks in prison housing units for HIV-infected inmates- -California, 1995-1996. MMWR Morb Mortal Wkly Rep 1999; 48:79-82.
  65. VERNON A, Burman W, Benator D, Khan A, Bozeman L. Acquired rifamycin monoresistance in patients with HIV-related tuberculosis treated with once-weekly rifapentine and isoniazid. Tuberculosis Trials Consortium. Lancet 1999; 353:1843-7.
  66. WENGER PN, Otten J, Breeden A, Orfas D, Beck-Sague CM, Jarvis WR. Control of nosocomial transmission of multidrug-resistant Mycobacterium tuberculosis among healthcare workers and HIV-infected patients. Lancet 1995; 345:235-40. [0007823719]
  67. WHALEN C, Horsburgh CR Jr, Hom D, Lahart C, Simberkoff M, Ellner J. Site of disease and opportunistic infection predict survival in HIV- associated tuberculosis. AIDS 1997; 11:455-60. [9084792]
  68. WHALEN CC, Johnson JL, Okwera A, et al. A trial of three regimens to prevent tuberculosis in Ugandan adults infected with the human immunodeficiency virus. Uganda-Case Western Reserve University Research Collaboration. N Engl J Med 1997; 337:801-8. [9295239]
  69. WILKINSON D, Squire SB, Garner P. Effect of preventive treatment for tuberculosis in adults infected with HIV: systematic review of randomised placebo controlled trials. BMJ 1998; 317:625-9.
  70. ZOLOPA AR, Hahn JA, Gorter R, et al. HIV and tuberculosis infection in San Francisco's homeless adults. Prevalence and risk factors in a representative sample. JAMA 1994; 272:455-61.

 
 
     
 

Design:

 
 
 

  Wichtiger Hinweis für die Leser