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HAART 2007 zur Übersicht
ART 2007/2008: Hinterm Horizont geht's weiter
Trotz aller Fortschritte wächst der Bedarf an neuen Medikamenten. Dies gilt nicht nur für
Patienten mit multiresistenten Viren, die auf neue Optionen warten, sondern für alle Patienten
mit HIV. Weil eine Eradikation nicht in Aussicht ist, sind bei einer jahrzehntelangen Therapie
erhebliche Probleme mit Compliance und Langzeittoxizitäten zu erwarten. Es müssen daher
neue Medikamente entwickelt werden, die weniger toxisch und einfacher einzunehmen sind. Um dem
Fernziel Eradikation näher zu kommen, sollten neue Substanzen möglichst potenter sein als
die heutigen. Es folgt - ohne Gewähr auf Vollständigkeit - eine Übersicht über
die Substanzen, die nach dem heutigen Stand (Anfang 2007) das meiste versprechen. Alte Medikamente in neuem Gewand Einige der derzeit bereits verfügbaren Substanzen werden weiter
entwickelt. Wichtigste Ziele: Pillen reduzieren, Einnahme erleichtern. Mit Invirase
500®, Truvada® und Kivexa® fanden
zuletzt gleich drei solcher Präparate auf den Markt, Atripla® steht vor
der Tür. Weitere Verbesserungen sind in der Entwicklung. Atripla® ist die Kombination aus Tenofovir+FTC
(Truvada Nelfinavir (Viracept®) 625 mg wurde im April 2003 in den USA als neue Galenik zugelassen. Sie reduziert die Nelfinavir-Gabe auf 2 x 2 Tabletten täglich. In einer Studie erwies sich die neue Galenik als verträglicher, vor allem hinsichtlich gastrointestinaler Nebenwirkungen - und das, obwohl die Plasmaspiegel um rund 30 % höher lagen als bei der herkömmlichen Nelfinavir-Galenik (Johnson 2003, Kaeser 2003). In Europa, wo Nelfinavir von Roche statt von Pfizer hergestellt und verkauft wird, wird die 625 mg Tablette bis auf weiteres nicht erhältlich sein. Zerit® PRC (PRC = "prolonged release capsule" oder XR = "extended release") ist eine verkapselte Formulierung von D4T (Baril 2002), die im Oktober 2002 in Europa zugelassen wurde, jedoch nie auf den Markt kam bzw. kommen wird. D4T ist wohl zu "out". Stattdessen wird versucht, D4T durch Veränderungen der Molekülstruktur zu verbessern (Haraguchi 2003, Dutschman 2004). Viramune® Extended-Release ist eine Verbesserung der herkömmlichen Nevirapin-Formulierung. Sie soll die einmal tägliche Gabe von Nevirapin in einer Tablette ermöglichen. Derzeit führt Boehringer dazu intensiv Studien durch, Daten sind noch nicht veröffentlicht worden.Norvir ®-Tabletten sind, wie eine erste Studie an gesunden Probanden zeigte, wohl den bisherigen Kapseln bioäquivalent (Cai 2007). Sofern sich dies an größeren Patientenzahlen bestätigt und die Firma am Ball bleibt, könnte die lästige Kühlung von Ritonavir endlich überflüssig werden.Generika-Kombinationen sind gar nicht so schwer herzustellen, wie die Erfahrungen aus Afrika, Indien oder Thailand zeigen. Meist konnte die Bioequivalenz gezeigt werden (Laurent 2004). Fixe Kombinationen wie Triomune von Cipla (D4T+3TC+Nevirapin), GPO-vir von GPO (D4T+3TC+Nevirapin) oder Zidovex-LN von Imunus (AZT+3TC+Nevirapin) sind nur einige Beispiele. Diese Präparate spielen in den Industrieländern keine Rolle. Da aber für viele Substanzen demnächst die Patente auslaufen, wird sich hier einiges tun.Literatur zu neuen Formulierungen und zu Kombinationspräparaten
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