Home Casteddu Amedeo Prize Flying Publisher
 
 
ART

Klinik

Medikamente

Erweiterte Suche


 

zum HIV.NET-Buch

Pathophysiologie der HIV-Infektion

von Andrea Rubbert und Georg Behrens

 

Einleitung

 

Seit der Erstbeschreibung von HIV-1 im Jahr 1983 (Barre-Sinoussi 1983, Gallo 1983) und HIV-2 im Jahr 1986 (Clavel 1986) sind diese beiden Viren als Auslöser der erworbenen Immunschwäche AIDS identifiziert. Trotz aller therapeutischen Fortschritte der letzten Jahre ist eine Eradikation des Virus jedoch weiterhin nicht möglich. Eine prophylaktische Vakzine steht bislang ebenfalls nicht zur Verfügung. Auch zeichnen sich weiterhin Probleme hinsichtlich Langzeittoxizitäten, Nebenwirkungen und Resistenzen ab. Für die Entwicklung effizienterer Therapie- und Vakzinestrategien ist daher ein besseres Verständnis der pathogenetischen Vorgänge bei der HIV-Infektion dringend erforderlich.

Der individuelle Verlauf der Erkrankung ist durch virale und durch Wirts-Faktoren bestimmt. Die Bedeutung der Wirtsfaktoren kann daran ermessen werden, dass Patienten trotz gleicher Infektionsquelle oft sehr unterschiedliche Krankheitsverläufe haben (Liu 1997). Zwar wurde in Einzelfällen auch ein defektes Virus als Ursache für einen günstigen Krankheitsverlauf identifiziert (Kirchhoff 1995), doch liegen bei der Mehrzahl der Infizierten replikationskompetente Viren mit hohem "turnover" vor. Es ist daher anzunehmen, dass Wirtsfaktoren für den individuellen Verlauf der Erkrankung entscheidend sind. Ihre Identifizierung bzw. Charakterisierung ist nicht nur für das Verständnis der Pathogenese der HIV- Infektion wesentlich. Sie ist auch mit der Hoffnung verbunden, dass dadurch neue therapeutische und prophylaktische Strategien entwickeln werden können.

Struktur und Aufbau von HIV-1

HIV-1 ist ein Retrovirus und gehört zur Familie der Lentiviren. Infektionen mit Lentiviren verlaufen charakteristischerweise chronisch, zeigen eine lange klinische Latenzphase, eine persistierende Virämie sowie eine Beteiligung des zentralen Nervensystems. HIV-1 und HIV-2 sehen zwar im elektronenmikroskopischen Bild weitgehend gleich aus, unterscheiden sich aber hinsichtlich der Molekulargewichte ihrer Proteine und der Anordnung der Regulatorgene. Schließlich hat die RNA von HIV-2 eine nur 40-60 prozentige Homologie zur HIV-1 RNA. Hinsichtlich des klinischen Verlaufes geht man heute davon aus, dass HIV-1 und HIV-2 gleichermaßen pathogen sein können.

Die Morphologie von HIV-1

HIV-1-Viruspartikel sind im Durchmesser ca. 100 nm groß und von einer Lipoproteinhülle umgeben. In dieser Hülle eingebettet sind 72 etwa 10 nm große env-Glykoproteinkomplexe. Diese bestehen aus einem externen Anteil (gp120) und einem Transmembranprotein (gp41). Aufgrund einer nur losen Bindung von gp120 an gp41 und der Hüllmembran kann gp120 spontan freigesetzt werden, was als "shedding" bezeichnet wird. Glykoprotein gp120/160 kann sowohl im Serum (Oh 1992) als auch im lymphatischen Gewebe HIV-infizierter Patienten (Sunila 1997) nachgewiesen werden. Die Virushülle enthält außerdem verschiedene Proteine der Wirtszelle, z. B. HLA Klasse I- und II-Moleküle, die beim Abscheiden des Virus ("budding") aus der virusproduzierenden Zelle in dessen Membran inkorporiert werden, sowie Adhäsionsproteine wie ICAM-1, was das Anheften an andere Zielzellen erleichtert. Das p17-Matrixprotein ist an der Innenseite der Virushülle verankert. Das p24-Kapsid-Antigen ("core antigen") ist von zylindrischer Gestalt und enthält zwei Kopien der HIV-RNA. Diese liegt ihrerseits als Protein-Nukleinsäurekomplex, gebunden an das Nukleoprotein p7 und die reverse Transkriptase p66, vor. Außer der reversen Transkriptase (RT) enthält das Viruspartikel auch andere Enzyme, die es für seine Vermehrung benötigt, die Integrase p32 und die Protease p11 (Übersicht in: Gelderblom 1993) (Abb. 1).


 

Die Organisation des viralen Genoms

Die meisten replikationskompetenten Retroviren benötigen im wesentlichen die drei Gene gag, pol und env: gag bedeutet "group-antigen", pol steht für "polymerase" und env steht für "envelope" (Übersicht in: Wong-Staal 1991) (Abb. 2).

Das "klassische" Aufbauschema eines retroviralen Genoms ist: 5'LTR-gag-pol-env-LTR 3', wobei die LTR ("long terminal repeat")-Regionen diejenigen Teile des viralen Genoms sind, die bei der Integration beidseitig mit der zellulären DNA verbunden werden. Die Gene gag und env kodieren das Nukleokapsid und die Glykoproteine der Virushülle, das pol Gen kodiert für die RT und andere Enzyme. HIV-1 enthält in seiner ca. 9 kB-RNA jedoch sechs zusätzliche Gene (vif, vpu, vpr, tat, rev und nef), die zu seiner genetischen Komplexität beitragen. Nef, vif, vpr und vpu werden auch als akzessorische Gene bezeichnet, da sie für die Virusreplikation, zumindest in vitro, nicht unbedingt erforderlich sind. In den letzten Jahren wurden Regulation und Funktion dieser akzessorischen Gene und der von ihnen kodierten Proteine besser charakterisiert.

Tat und rev sind regulatorische Proteine, die im Zellkern akkumulieren und an bestimmte Stellen der viralen RNA binden. Das Tat-Protein ist essentiell für die Virusreplikation in nahezu allen Kultursystemen. Kürzlich wurde mit Cyclin T1 (Wei 1998) der notwendige zelluläre Kofaktor für tat identifiziert. Tat und rev stimulieren die Transkription von HIV-DNA in RNA und deren Elongation, fördern den Transport von HIV-RNA vom Zellkern ins Zytoplasma und sind wesentlich für die Translation. Rev, der nukleäre Exportfaktor, ist wichtig für die Umstellung der Expression früher regulatorischer Proteine zu den später synthetisierten Strukturproteinen.


Nef wird ebenso wie tat und rev als regulatorisches Protein früh während des Replikationszyklus produziert. Nef induziert eine Downregulation von CD4 (Aiken 1994) und von HLA-Klasse-I-Antigenen (Collins 1998) an der Oberfläche infizierter Zellen. Dadurch wird ein "Entkommen" vor dem Angriff zytotoxischer T-Zellen begünstigt, die HIV-Peptide nur im Kontext mit HLA-Klasse I-Antigenen erkennen. Nef beeinflusst die Aktivierung von T-Zellen, indem es mit verschiedenen Proteinen interferiert, die intrazellulär in Signaltransduktionsketten involviert sind (Übersicht in: Peter 1998). Studien an SIV-infizierten Rhesusaffen zeigen zudem, dass ein intaktes nef Gen für eine hohe Virusreplikation und die Progression der Erkrankung essentiell ist.

Vpr kann sowohl die HIV-LTR als auch eine Reihe von zellulären und viralen Promotern stimulieren und scheint für die Virusreplikation in nichtteilenden Zellen wie z. B. Makrophagen von Bedeutung zu sein. Vpr ist für den Transport des viralen Präintegrationskomplexes zum Kern von Bedeutung (Übersicht in: Miller 1997) und kann Zellen in der G2-Phase des Zellzyklus arretieren.

Vpu spielt eine Rolle beim "budding", da bei Mutationen in vpu die Viren an der Zelloberfläche verbleiben. Außerdem ist vpu an der Degradation von CD4-gp160-Komplexen im endoplasmatischen Retikulum beteiligt, damit genügend gp160 bei der Neubildung von Virionen bereit steht (Bour 1995, Cullen 1998).

Die Funktion von vif wurde intensiv untersucht (Mariani 2003). Vif-defiziente HIV-1 Isolate replizieren weder in primären CD4+ T-Zellen, noch in einigen T-Zell-Linien oder in Makrophagen. Intrazellulär wird die reverse Replikation zwar initiiert, jedoch keine provirale DNA synthetisiert. Weitere Experimente zeigten, dass die Fusion von "permissiven" und "nicht-permissiven" Zellen zu "nicht-permissiven" Zellen führt, was nahe legt, dass die Replikation von HIV von der Anwesenheit eines inhibitorischen Faktors abhängt. Dieser Faktor wurde als APOBEC3G identifiziert (Sheehy 2002). APOBEC3G ("apolipoprotein B mRNA editing enzyme, catalytic polypeptide-like 3G") gehört zu einer Familie von intrazellulären Enzymen, die spezifisch Cytosin zu Uracil in mRNA oder viraler Einzelstrang-DNA deaminieren. Dadurch entstehen vermehrt G-zu-A-Mutationen mit Stop-Codons, deren Akkumulation zu einer Degradation der viralen DNA führt. Oft kommt es jedoch schon vorher zu einem DNA-Abbau, da Uracil durch Uracil-DNA-Glycosidase verändert und das virale Genom dann Ziel spezifischer Endonukleasen wird. Vif bildet einen Komplex mit APOBEC3G, wodurch die inhibitorische Aktivität von APOBEC3G blockiert wird (Abb. 3a).

Interessanterweise ist die antivirale Aktivität von APOBEC3G hochkonserviert zwischen verschiedenen Spezies, die Blockade von APOBEC3G durch vif dagegen hochspezifisch für HIV. So werden APOBEC3G der Maus oder des Affen durch vif von HIV-1 nicht blockiert. In Abwesenheit von vif wird APOBEC3G in neu produzierte Virionen inkorporiert, so dass bei nachfolgender Infektion anderer Zielzellen in diesen die Synthese proviraler DNA blockiert wird (Abb. 3b). Ist vif dagegen anwesend, wird APOBEC3G komplexiert und nicht in Virionen inkorporiert, die die Zelle verlassen.

Auch die Tatsache, dass APOBEC3G in Lymphozyten und Makrophagen, den hauptsächlichen zellulären Replikatoren von HIV, exprimiert wird, spricht für eine weitreichende Relevanz dieser Interaktion. Unklar ist noch, wie die intrazelluläre Menge an APOBEC3G reguliert wird, ob es eine kritische Menge an APOBEC3G intrazellulär gibt, die die Zellen trotz vif resistent gegenüber einer HIV-Infektion macht, oder ob genetische Polymorphismen die Expression von APOBEC und somit potentiell den Verlauf der HIV-Infektion beeinflussen können. Neue Daten zeigen, dass der Aktivitätszustand der Lymphozyten entscheidend die enzymatische Funktion von APOBEC3G beeinflusst (Chiu 2005). Die Bindungsstellen von vif an APOBEC3G wurden inzwischen charakterisiert und der intrazelluläre Abbauweg von APOBEC3G über proteasomale Degradation untersucht. Die Suche nach spezifischen Inhibitoren, die entweder die Inaktivierung von APOBEC3G durch vif oder aber die intrazelluläre Degradation von APOBEC3G inhibieren könnten, hat begonnen und könnte einen neuen attraktiven Therapieansatz für die HIV-Infektion darstellen. Der entscheidene Vorteil: Werden zelluläre Strukturen anstatt viraler Proteine therapeutisch blockiert, ist das Risiko, dass sich hierbei Resistenzen ausbilden, sehr gering.

Zusammenfassend erklären diese Daten nicht nur den Mechanismus, warum vif notwendig für eine effektive Replikation des Virus ist, sondern auch, warum die HIV-Replikation spezies-spezifisch determiniert ist. Überdies gibt es erste Hinweise, dass Cytidindeaminasen wie APOBEC3G auch bei anderen Viren, z. B. HBV von Bedeutung sind. In verschiedenen HBV-Isolaten konnten gehäuft G-zu-A-Mutationen nachgewiesen werden. In vitro ist die Akkumulation von HBV-DNA in Anwesenheit von APOBEC3G vermindert, die Kotransfektion von vif kann diese Hemmung wieder aufheben (Trono 2004).

Der Replikationszyklus von HIV

Der Eintritt von HIV in seine Zielzelle

CD4 als primärer Rezeptor für HIV: CD4 ist ein 58 kDa schweres monomeres Glykoprotein und befindet sich auf der Oberfläche von ca. 60 % aller T-Lymphozyten, von T-Zellvorläuferzellen in Knochenmark und Thymus, auf Monozyten und Makrophagen, Eosinophilen, dendritischen Zellen und Mikrogliazellen des ZNS. Vier extrazelluläre, immunglobulin-ähnliche Bereiche von CD4 (D1-D4) wurden charakterisiert, die eine doppelte ß-Faltblattstruktur zeigen und deren Kristallstruktur mittlerweile aufgeklärt ist.

Residuen in der V2-Region von CD4 sind für die Bindung von gp120 an CD4 wesentlich. Dieser Bereich überlappt den Bereich von CD4, an den seine natürlichen Liganden, HLA-Klasse II-Moleküle, binden. Die Identifikation der Bindungsstelle von HIV-1-gp120 an CD4 der T-Helferzelle führte initial zu Therapieversuchen mit löslichem ("soluble") sCD4 (Schooley 1990). Allerdings musste schon bald realisiert werden, dass eine Inhibition primärer Virusisolate nicht gelang. Durch die Bindung an CD4 kam es zur Induktion konformationeller Veränderungen im Hüllprotein, die dann sogar den Viruseintritt von HIV begünstigten (Bour 1995).

In den letzten Jahren hat die Idee, CD4 als primären Rezeptor von HIV zu blockieren, wieder an Attraktivität gewonnen. PRO542 ist ein tetravalentes CD4-IgG2 Fusionsprotein, welches nicht nur in in vitro, sondern auch in ersten klinischen Studien zu einer signifikanten Hemmung der Virusreplikation geführt hat. Dabei zeigte sich ein eindrucksvoller Effekt bei Patienten mit hoher Viruslast (Olson 2003).

Auf CD4+ T-Zellen gehört CD4 zum T-Zellrezeptor (TCR) TCR/CD3 Komplex und kann an HLA-Klasse II-Moleküle auf der Oberfläche von antigenpräsentierenden Zellen binden. Die Bindung von gp120 an CD4 ist nicht nur ein wesentlicher Schritt bei der Infektion CD4+ T-Zellen, sondern interferiert mit intrazellulären Signaltransduktionswegen und hat einen apoptose-fördernden Effekt auf T-Zellen (Banda 1992).

CD4 wurde bereits 1984 als primärer und für den Viruseintritt notwendiger Rezeptor von HIV-1, HIV-2 und SIV identifiziert (Dalgleish 1984, Klatzmann 1984). Experimente, bei denen nicht-humane Zelllinien mit humanem CD4 transfiziert wurden, zeigten jedoch, dass die Expression von humanem CD4 auf der Zelloberfläche für einen erfolgreichen Viruseintritt nicht ausreicht. Deshalb wurde früh die Existenz humaner Korezeptoren für den Eintritt von HIV in seine Zielzelle postuliert. Andererseits können einige Laborisolate von HIV-1 und HIV-2 auch CD4-unabhängig Zellen infizieren.

Antikörper gegen CD4-induzierte konformationelle (CD4i) Epitope von gp120 binden interessanterweise gut an das gp120 von CD4-unabhängigen Viren. Dies legt nahe, dass bei CD4-unabhängigen Viren der Bereich von gp120, an den der Korezeptor bindet, bereits exponiert ist und nicht mehr der Induktion durch vorherige Bindung an CD4 bedarf. Derartige Viren sind andererseits besonders leicht durch Antikörper im Serum HIV-infizierter Patienten neutralisierbar, was vermuten lässt, dass die Immunantwort gegen CD4-unabhängige Viren selektiert (Edwards 2001).

Chemokinrezeptoren als Korezeptoren für den HIV-Eintritt: Die Entdeckung, dass Chemokinrezeptoren als Korezeptoren für den Eintritt von HIV in die Zelle fungieren, resultierte ursprünglich aus den Bemühungen, einen löslichen CD8-Suppressorfaktor zu charakterisieren. CD8+ T-Zellen HIV-infizierter Patienten können einerseits als zytotoxische T-Zellen (CTL) virusinfizierte Zellen erkennen und eliminieren, andererseits lösliche Faktoren sezernieren, die die Replikation von HIV hemmen (Levy 1996). Cocchi beobachtete 1995, dass die Chemokine MIP-1α, MIP-1β und Rantes die Replikation bestimmter, jedoch nicht aller Virusisolate hemmen und von CD8+ T-Zellen sezerniert werden. Wenige Monate später identifizierten mehrere Arbeitsgruppen nahezu zeitgleich CCR5 als notwendigen Korezeptor monozytotroper (M-troper) HIV-Isolate (Deng 1996, Doranz 1996, Dragic 1996). Der Chemokinrezeptor CXCR4 (Fusin) wurde zuvor als Korezeptor T-zelltroper (T-troper) HIV-Isolate charakterisiert (Feng 1996). SDF-1 ("stromal cell-derived factor 1"), welcher noch im gleichen Jahr als Ligand von CXCR4 identifiziert wurde, kann den Eintritt T-troper HIV-Isolate in aktivierte T-Zellen verhindern. Rantes ("regulated upon activation T cell expressed and secreted”), MIP-1α ("macrophage inhibitory protein”) und MIP-1ί sind die natürlichen Liganden von CCR5 und hemmen den Viruseintritt M-troper HIV-Isolate in T-Zellen.

Somit ergibt sich folgendes Modell (Abb. 4): T-trope HIV-Isolate, die vorwiegend aktivierte PBMC und Zelllinien infizieren, benutzen CXCR4 für den Eintritt in die CD4+-positive Zielzelle. M-trope Isolate, die sowohl PBMC wie auch Monozyten und Makrophagen produktiv infizieren können, benötigen CCR5 zusätzlich zu CD4. Vereinfacht erklärt man sich die Interaktion der Virushüllproteine und der zellulären Rezeptoren damit, dass gp120 zunächst an bestimmte Bereiche von CD4 bindet. Diese Bindung an CD4 induziert konformationelle Änderungen in gp120, die dann eine Interaktion der V3 Schleife von gp120 mit dem jeweiligen Chemokinrezeptor ermöglicht, die ihrerseits Voraussetzung für die nachfolgende Membranfusion ist. Gp41, der transmembrane Anteil des Virushüllproteins gp160, spielt bei der Fusion der Virus- mit der Wirtszellmembran eine zentrale Rolle. In Analogie mit dem Influenzahämagglutinin wurde postuliert, dass nach Bindung von gp160 an CD4 auch die Ektodomäne von gp41 eine Konformationsänderung erfährt, die deshalb auch schon mit einer "Schnappfeder" oder "Mausefalle" verglichen wurde. Dabei kommt es zu einer Insertion des hydrophoben gp41-NH2-terminalen Endes in die Membran der Zielzelle.

Die kristallografische Analyse der Struktur der Ektodomäne von gp41 bestätigt dieses Konzept (Chan 1997). Nach Aufdeckung der für diesen Prozess wichtigen Aminosäuresequenzen wurden synthetische Peptide konstruiert, die an gp41 in diesen Bereichen binden und die konformationelle Veränderung von gp41 - und somit die Membranfusion von Virus und Zielzelle - hemmen. Das aus 36 Aminosäuren bestehende T-20 (Enfuvirtide oder Fuzeon®, siehe HAART-Kapitel) ist ein derartiges Peptid.

Obgleich offenbar zahlreiche weitere Korezeptoren existieren, scheinen in vivo CCR5 und CXCR4 die prädominanten Korezeptoren für M- bzw. T-trope HIV-Isolate zu sein. Die Bedeutung von CCR5 wird auch dadurch deutlich, dass Individuen mit einem genetischen Defekt des CCR5 gegenüber HIV weitgehend resistent sind (Liu 1996). In vitro zeigen sich Lymphozyten dieser Individuen resistent gegenüber einer Infektion mit M-tropen, nicht aber T-tropen Viren. Als genetische Variante des CCR5 wurde eine Deletion von 32 Basenpaaren innerhalb des Rezeptorgens identifiziert. Diese genetische Variante führt zu einem "verstümmelten" Rezeptor, der nicht an der Zelloberfläche exprimiert wird. Bislang wurden nur wenige Menschen identifiziert, bei denen es trotz dieses genetischen Defekts zu einer HIV-Infektion kam (Biti 1997). Bei den Virusisolaten dieser Patienten handelte es sich erwartungsgemäß stets um T-trope Viren. Die Frequenz von homozygoten Genträgern dieser Deletion in einer kaukasischen Population beträgt ca. 1 %, die der heterozygoten Genträger ca. 20 % (Dean 1996). In afrikanischen oder asiatischen Kohorten wurde die Deletion bislang nicht gefunden.

Heterozygote Merkmalsträger zeigen in vitro eine verminderte Expression von CCR5 auf der Zelloberfläche. Sie zählen oft zu den Long-Term-Non-Progressors (LTNP), HIV-infizierten Langzeitüberlebenden (Dean 1996). Interessanterweise liegt die Expression von CCR5 bei heterozygoten Merkmalsträgern nicht wie erwartet bei 50 % der Wildtypindividuen, sondern beträgt lediglich 25-30 %. Klinisch zeigen für CCR5 heterozygote Merkmalsträger nicht nur eine verminderte Transmissionsrate, sondern auch eine verlangsamte Progression zu AIDS, ein besseres Ansprechen auf HAART sowie eine verminderte Lymphominzidenz. Die Rezeptordichte von CCR5 an der Zelloberfläche ist damit nicht nur in vitro, sondern auch in vivo ein limitierender Faktor bei der HIV-Infektion.

Neben der CCR5-Deletion wurden noch andere Polymorphismen von CCR5, seines Promoters sowie Mutationen anderer Chemokine bzw. Chemokinrezeptoren beschrieben. Auch diese Polymorphismen können, großen Kohortenanalysen zufolge, den Verlauf der HIV-Infektion akzelerieren oder verlangsamen (Anzala 1998, Winkler 1998).

Patienten mit rapid progressivem Verlauf scheinen eher Isolate zu haben, die CXCR4 als Korezeptor benutzen (T-trope Isolate). In der Frühphase der HIV-Erkrankung finden sich dagegen meist M-trope Virusisolate. Die Expression von Korezeptoren ist ausserdem vom Aktivierungszustand der CD4+ T-Zellen abhängig. So findet sich CXCR4 insbesondere auf naiven T-Zellen, CCR5 hingegen auf aktivierten bzw. auf Effektor/memory T-Zellen. Bei der Transmission von HIV werden vornehmlich M-trope Isolate weitergegeben, auch wenn im "Donor" T-trope Isolate überwiegen. Ob dieser "in vivo" Tropismus durch dendritische Zellen bedingt wird, die das Virus initial zum regionalen lymphatischen Gewebe transportieren, oder ob das lokale Zytokin-/Chemokinmilieu anfänglich die Replikation M-troper Isolate favorisiert, ist noch in der Diskussion. Es wird derzeit versucht, Liganden von CCR5 (insbesondere RANTES-Analoga) zu synthetisieren und diese therapeutisch zur Blockade von CCR5 einzusetzen (so genannte CCR5-Antagonisten, siehe HAART-Kapitel). Erste klinische Studien zeigen eine signifikante Reduktion der Plasmavirämie (Fätkenheuer 2005). Auch monoklonale Antikörper gegen CCR5 (z. B. 2D7) können den Eintritt M-troper Viren in T-Zellen und Makrophagen hemmen. Allerdings legen in-vitro-Untersuchungen und auch in-vivo-Untersuchungen an SCID-Mäusen nahe, dass unter einer CCR5-Blockade Viren ihren Tropismus hin zu CXCR4 ändern können. Kleine Moleküle wie T22, ALX40-4C oder AMD3100, die CXCR4 inhibieren (Murakami 1997, Schols 1997), werden derzeit in Phase I/II-Studien getestet. Verschiedene CCR5-Inhibitoren wurden im Affenmodell auch als wirksame Mikrobizide eingesetzt und könnten künftig eine präventive Option darstellen (Veazey 2005.)

Daneben werden Strategien untersucht, die Expression von Chemokinrezeptoren gentherapeutisch zu modulieren. Intrakine sind Chemokine, die intrazellulär verbleiben und den jeweils passenden Chemokinrezeptor auf seinem Weg an die Zelloberfläche intrazellulär festhalten können (Chen 1997). Eine neuartige Strategie ist der Einsatz von siRNA ("short interfering RNA"). Doppelsträngige RNA wird durch das Enzym Dicer-1 in kurze Bruchstücke ("21-23mere") gespalten. Diese können dann an längere RNA komplementär binden, die schließlich degradiert wird. Dieses Prinzip wird bereits aktuell in Pflanzen wegen seiner möglichen antiviralen Aktivität eingesetzt. Theoretisch ist aber auch hierbei eine Resistenzentwicklung möglich. Der Einsatz von siRNA gegen CCR5 kann in vitro selektiv die Expression von CCR5 hemmen (Übersicht: Abb. 5).

Hinsichtlich der therapeutischen Blockade von Chemokinrezeptoren sind jedoch noch viele Fragen offen. Chemokinanaloga wie AOP-Rantes können theoretisch auch an andere Chemokinrezeptoren und nicht nur an CCR5 binden. Im Maussystem konnte gezeigt werden, dass das Fehlen von SDF-1 oder CXCR4 mit schweren Entwicklungsstörungen von Herz, ZNS und Blutbildung assoziiert war (Zou 1998). Unklar ist jedoch, ob SDF-1 bzw. CXCR4 auch nach der fetalen Entwicklung eine derartig essentielle Bedeutung für den Organismus haben.

 

 

Die Vorgänge nach der Membranfusion

Nach der Membranfusion entleert sich der Viruskern in das Zytoplasma. Dieses "Uncoating" wurde in letzter Zeit ebenfalls detailliert untersucht. HIV kann in Affen-Lymphozyten eindringen, wird aber vor bzw. während der frühen reversen Transkription gestoppt. Diese intrazelluläre Resistenz wird durch TRIM5αrh vermittelt, wobei die Replikation von HIV durch Rhesus-TRIM5α stδrker gehemmt wird als durch humanes TRIM5α (Stremlau 2004). Humanes und auch TRIM5α nichthumaner Primaten kφnnen die Replikation auch anderer Lentiviren hemmen und scheinen somit ein zellulärer antiviraler Resistenzfaktor zu sein, deren vollständige Bedeutung aktuell noch gar nicht erfasst werden kann. Unklar ist weiterhin der genaue Wirkungsmechanismus, wie TRIM5α mit der frühen reversen Transkription von Retroviren interagiert. Es wird postuliert, dass TRIM5α mit dem “Uncoating", also der Freisetzung viraler RNA ins Zytoplasma der Targetzelle interferiert.

Der Eintritt von HIV-1 in ruhende T-Zellen ist vergleichbar mit dem Eintritt in aktivierte T-Zellen. Allerdings wird in ruhenden T-Zellen nur eine inkomplette DNA-Spezies synthetisiert (Zack 1990). Die Umwandlung von viraler RNA in provirale DNA im Zytoplasma der CD4+ T-Zelle mittels der RT ist ein kritischer Schritt im Lebenszyklus des Virus (Abb. 6).


Die RT ist daher schon lange ein Ziel therapeutischer Interventionen. Nach Eintritt von HIV in eine ruhende CD4+ T-Zelle und nach reverser Transkription der viralen RNA liegt das HIV-Genom als provirale, nicht integrierte HIV-DNA vor. Erst die Aktivierung der CD4+ T-Zelle ermöglicht die Integration der proviralen DNA (dafür ist, nach Transport der proviralen DNA in den Zellkern, das virale Enzym Integrase erforderlich), was die Voraussetzung für die Synthese neuer Virionen ist (Zack 1990). Eine derartige Aktivierung kann in vitro nach Stimulation mit Antigenen oder Mitogenen beobachtet werden. In vivo kann es zu einer Aktivierung des Immunsystems nach Antigenkontakt oder im Rahmen einer opportunistischen Infektion kommen. Latent infizierte, ruhende CD4+ T-Zellen, die nicht integrierte HIV-DNA enthalten, stellen neben Monozyten, Makrophagen und Zellen des ZNS langlebige Virusreservoire dar (Chun 1997).

Der molekulare Mechanismus, der erklärt, warum HIV so schlecht in ruhenden CD4+ T-Zellen repliziert, war lange ungeklärt. Inzwischen hat sich gezeigt, dass hierfür wohl zelluläre Proteine bedeutsam sind. Murr1 z. B. ist ein Genprodukt, das insbesondere im Kupferstoffwechsel eine Rolle spielt und in unstimulierten CD4+ T-Zellen die HIV-Replikation hemmen kann. Murr1 wurde in CD4+ T-Zellen nachgewiesen und interferiert mit der basalen und der nach Zytokinstimulation gesteigerten Aktivität von Nf-κB, einem Transkriptionsfaktor. Hemmt man Murr1 durch siRNA, so kann eine Replikation von HIV in ruhenden CD4+ T-Zellen beobachtet werden (Ganesh 2003). APOBEC3G (s.o) spielt auch hier offensichtlich eine wichtige Rolle, da es in inaktiven CD4+ T-Zellen in einer enzymatisch aktiven Form mit niedrigem Molekulargewicht im Zytoplasma vorliegt und die HIV-Replikation blockieren kann (Chiu 2005). Um diesem Effekt zu entgehen, versucht HIV die Translokation von NFAT (nuclear factor of activated T cells) in den Zellkern zu forcieren, was es ihm ermöglicht, in ruhenden Zellen provirale DNA zu integrieren und Replikation zu induzieren (Cicala 2005). Die Persistenz von HIV in ruhenden CD4+ T-Zellen und in anderen Reservoirzellen ist sehr wahrscheinlich von zentraler Bedeutung dafür, warum HIV trotz HAART und der Entwicklung von HIV-spezifischen Immunantworten bisher nicht eradiziert werden kann. Eine detaillierte Kenntnis der molekularen Vorgänge, die die Etablierung dieser Reservoirzellen ermöglichen, könnte daher auch therapeutisch von Nutzen sein.

An den Enden der doppelsträngigen HIV-DNA, im Bereich der LTR-Regionen ("long terminal repeats"), finden sich Bindungsstellen für zelluläre Transkriptionsfaktoren wie NF-kB. Nach Stimulation durch Mitogene oder Zytokine wird NF-kB in den Nukleus transloziert, bindet dort an die HIV-LTR Region und initiiert somit die Transkription von HIV Genen. Diese initiale Transkription erlaubt die frühe Synthese von regulatorischen HIV-Proteinen wie z. B. tat oder rev. Tat wiederum bindet an TAR ("transactivation response element") im Zellkern und stimuliert dadurch die weitere Transkription, insbesondere die Ausbildung langer RNA-Transkripte. Rev aktiviert die Expression der strukturellen und enzymatischen Gene und inhibiert gleichzeitig die Produktion regulatorischer Proteine, so dass die Ausreifung viraler Partikel begünstigt wird.

Die Produkte der HIV Gene pol und gag formieren den Kern der reifenden HIV-Partikel, die env Genprodukte hingegen bilden die gp120-"Spikes" der Virushülle. Diese Proteine der Virushülle werden als gp160-Präkursormoleküle synthetisiert und müssen von der HIV-Protease in gp120 und gp41 gespalten werden.

In ähnlicher Weise leiten sich die HIV gag-Proteine von einem 53 kDa Präkursormolekül ab, von dem nach Spaltung durch die HIV-Protease p24, p17, p9 und p7 gag-Proteine entstehen. Ohne diesen Schritt entstehen keine infektiösen Viruspartikel (Kohl 1988). Die Inhibition von gag durch neue Verfahren der Steuerung und Applikation von siRNA blockiert effektiv die Virusreplikation (Song 2005).

Die Bildung neuer Viruspartikel erfolgt schrittweise: zunächst formieren sich HIV-1-RNA, gag-Proteine und die verschiedenen pol-Enzyme als Viruskern zusammen und bewegen sich in Richtung Zelloberfläche. Die HIV-Protease spaltet die großen Präkursorproteine auf, was die Voraussetzung für die Ausknospung ("budding") infektiöser Partikel aus der Zelle ist. Interessanterweise zeigt die beim "budding" von der Wirtszelle erworbene Lipidhülle des Virus gegenüber der Plasmamembran eine Anreicherung bestimmter Phospholipide und Cholesterol, zudem werden zelluläre Proteine selektiv integriert.

Die Replikation von Retroviren ist sehr fehlerträchtig und von einer hohen Mutationsrate begleitet. Die Irrtumsrate der reversen Transkriptase wird auf durchschnittlich 10 Fehler pro Genom für jede Replikationsrunde geschätzt. Neben replikationsinkompetenten Viren entstehen in vivo nach mehreren Replikationsrunden eine Vielzahl von nah verwandten, aber doch genetisch unterschiedlichen HIV-Varianten bzw. "Quasispezies". Einen Selektionsdruck auf bestimmte, in der Regel vorbestehende Virusmutanten, üben dabei nicht nur Medikamente, sondern auch das Immunsystems (z. B. zytotoxische T-Zellen oder neutralisierende Antikörper) aus. Der Ort des Buddings kann je nach Zelltyp unterschiedlich sein. In Monozyten und Makrophagen wird HIV oft in zytoplasmatische Membransysteme hinein gebildet und häuft sich so in Vakuolen an. T-Zellen hingegen zeigen in vivo und in vitro ein Virusassembly an der Zelloberfläche, so dass die Viren direkt an den Extrazellulärraum abgegeben werden.

 

HIV und das Immunsystem

Die Bedeutung antigenpräsentierender Zellen

Dendritische Zellen

Antigenpräsentierende Zellen (APC), zu denen dendritische Zellen, Makrophagen und B-Lymphozyten gerechnet werden, stellen das "immunologische Fenster" zur Außenwelt dar. Dendritische Zellen (DC) gehören zu den potentesten Induktoren einer Immunantwort und sind insbesondere für die Initiierung primärer antigen-spezifischer Immunreaktionen wesentlich. Vorläufer der DC stammen aus dem Knochenmark und wandern von da aus in periphere Gewebe und primäre lymphatische Organe, können dort lösliche und zelluläre Antigene aufnehmen und prozessieren und migrieren zu den sekundären lymphatischen Organen, wo sie antigenspezifische T-Zellen aktivieren können. Aufgrund ihrer zentralen Rolle in der adaptiven Immunantwort gegen HIV sind sie Zielstrukturen für Vakzinestrategien, die HIV-spezifische T-Lymphozyten induzieren oder expandieren sollten. Alternativ wurden DC von Patienten direkt aufgereinigt, mit inaktiviertem, nicht-infektiösem HIV inkubiert und zur Vakzinierung verabreicht (Lu 2004).

DC repräsentieren eine heterogene Familie, deren funktionelle Eigenschaften und die Expression phänotypischer Marker abhängig vom Mikroenvironment und dem jeweiligen Reifungsstadium sind (Shortman 2002). Unreife DC monozytären Ursprungs (MDDC) sind insbesondere durch die Fähigkeit gekennzeichnet, Fremdantigen aufzunehmen und zu prozessieren, zeigen jedoch nur eine geringe T-zellstimulatorische Aktivität. Reife MDDC zeichnen sich dagegen durch eine ausgeprägte immunstimulatorische Kompetenz durch die Expression kostimulatorischer Moleküle aus. Gewebeständige DC und Langerhans-Zellen entsprechen einem unreifen Phänotyp; während ihrer Migration zum Parakortex der sekundären lymphatischen Organe reifen sie aus. Plasmazytoide DC haben die besondere Eigenschaft, bei Virusinfektionen nach Stimulation von Toll-like Rezeptoren (TLR) große Mengen von antiviral wirksamen IFN-α zu produzieren (Beignon 2005). Sie stellen damit eine Verbindung zwischen dem unspezifischen und adaptiven Immunsystem her.

Die Stimulation von CD8+ T-Lymphozyten und Ausbildung von zytotoxischen T-Zellen (CTL) gelingt nach Präsentation eines antigenen Peptids im Zusammenhang mit HLA-Klasse I Antigen. Werden DC mit Viren (z. B. Influenza) infiziert, so benutzen die Viren die zelleigene "Maschinerie", um virale Proteine zu synthetisieren, die ebenso wie zelleigene Proteine durch Proteasomen in Peptide degradiert werden. Diese Peptide werden dann vom Zytosol ins endoplasmatische Retikulum transloziert und dort an HLA-Klasse I-Moleküle gebunden. Die resultierenden Peptid-HLA-Klasse I-Komplexe wandern dann an die Zelloberfläche. Neben diesem Weg wurde jedoch experimentell gezeigt, dass DC Antigene von nichtreplizierenden Viren ebenso effektiv präsentieren können wie wenn sie selber infiziert sind (Lu 2004). Daneben können DC auch Antigene von absterbenden Zellen oder immunkomplexiertes Virus via HLA-Klasse I präsentieren. Die Präsentation exogener Antigene via HLA-Klasse I-Moleküle, die auch als "cross-presentation" bezeichnet wird, spielt wahrscheinlich bei der Toleranzinduktion und der Entstehung von Autoimmunerkrankungen eine Rolle. Es wird diskutiert, ob dieser Mechanismus allgemein bei Virusinfektionen (Heath 2004, Schulz 2005) und speziell bei HIV-Infektion für die Entwicklung von CTL von Bedeutung ist (Larsson 2002, Maranon 2004).

Die Notwendigkeit eines spezialisierten Systems antigenpräsentierender Zellen wird ersichtlich, wenn man sich vergegenwärtigt, dass die Zahl spezifischer Antigen-HLA-Komplexe in der Regel gering ist und von seltenen T-Zellklonen erkannt werden muss (in einer Ratio von 1:100.000 oder weniger) und der T-Zellrezeptor (TCR) häufig nur eine niedrige Affinität (1mM oder weniger) zeigt. Virus-infizierte Zellen wie auch Tumorzellen exprimieren zudem häufig keine kostimulatorischen Moleküle, die die klonale Expansion von Effektorzellen induzieren können.

Die Interaktion von dendritischen Zellen und B/T-Zellen

B- und T-Lymphozyten werden als Mediatoren der Immunantwort angesehen, ihre Funktion befindet sich jedoch unter der Kontrolle von DC. DC können in der Peripherie Antigen aufnehmen und prozessieren, exprimieren Moleküle, die Lymphozyten aktivieren und migrieren zu den lymphatischen Organen. B-Zellen erkennen Antigen direkt durch Bindung an den B-Zellrezeptor. T-Zellen erkennen Antigen jedoch erst nach Prozessierung und Präsentation durch die APC. Die T-Zellrezeptoren (TCR) erkennen Fragmente von Antigen, welche im Kontext mit HLA-Klasse I bzw. HLA Klasse II-Molekülen CD8+ - bzw. CD4+ T-Zellen stimulieren. Die Fähigkeit von DC, autologe und allogene T-Zellen zu stimulieren, beruht sowohl auf zellulären Faktoren wie auch auf der Sekretion von Zytokinen. DC produzieren IL-12, ein Schlüsselzytokin für die Generation von Th1-Zellen und die Aktivierung von natürlichen Killer(NK)-Zellen.

Die immunstimulatorische Potenz von DC wird daran erkennbar, dass nur wenige DC und eine geringe Menge Antigen ausreichen, um eine potente T-Zellantwort zu induzieren. Die Expression von Adhäsionsmolekülen und Lektinen wie DC-SIGN (Cell 2000) oder Mannoserezeptor (CD206) fördert die Aggregation von DC mit T-Zellen, das Engagement des T-Zellrezeptors, die wechselseitige Infektion zwischen den Zellen und damit die Verbreitung des Virus im Körper. DC-SIGN ist ein Typ C-Lektin und bindet Lentiviren wie HIV-1 und -2 sowie SIV über eine Interaktion von gp120 mit Karbohydraten. Auch Mykobakterien und das Dengue-Virus binden an DC-SIGN. DC-SIGN ist in vivo nicht auf Langerhans-Zellen, sondern auf submukosalen und dermalen DC exprimiert, was vermuten lässt, dass DC-SIGN neben CD4 und CCR5 bei der vertikalen und mukosalen Transmission von HIV von Bedeutung ist.

Das lymphatische Gewebe als Ort der Virusreplikation

Im mukosaassoziierten lymphatischen Gewebe befinden sich die meisten CD4+ T-Zellen, von denen viele CCR5 exprimieren und als sog. Gedächtniszellen (memory cells) eingeordnet werden. Eine Reihe von wichtigen Studien (Mehandru 2004, Mattapallil 2005, Li 2005) hat gezeigt, dass eine zentrale Eigenschaft der SIV- und HIV-Infektion die massive Infektion und Depletion dieser CD4+CCR5+ memory T-Zellen ist. In der Frühphase der SIV-Infektion können am Gipfel der Virusreplikation bis zu 60 % der CD4+ T-Zellen in der intestinalen Lamina propria Virus-RNA enthalten (Mattapallil 2005). Die meisten dieser Zellen sind dann bereits wenige Tage später durch direkte und indirekte Zerstörung unwiederbringlich verloren. Die weitere Krankheitsprogression hängt offensichtlich von der Fähigkeit ab, mit der der Pool dieser Memory CD4+ T-Lymphozyten im MALT wieder hergestellt werden kann (Picker 2004). Einige Forscher argumentieren aufgrund dieser Daten für eine frühe Therapieeinleitung im Rahmen einer akuten HIV-Infektion, um den Schaden am Immunsystem zu begrenzen.

Bereits in der Frühphase der HIV-Infektion findet eine ausgeprägte Virusreplikation auch in anderen Bereichen des lymphatischen Gewebes statt (Embretson 1993, Pantaleo 1993). Während der Initialphase der HIV-Infektion entwickelt sich gleichzeitig eine HIV-spezifische Immunantwort, die die initial ausgeprägte Plasmavirämie einzudämmen vermag. Virionen werden dabei im Bereich des FDC-Netzwerkes des lymphatischen Gewebes in Form von Immunkomplexen festgehalten; Makrophagen und latent infizierte CD4+ T-Zellen etablieren sich früh als permanentes Virusreservoir und können potentiell weitere Zellen infizieren. Im gesamten Verlauf der HIV-Erkrankung findet die Virusreplikation vorwiegend im lymphatischen Gewebe statt. Die Frequenz von Zellen mit proviraler DNA ist im lymphatischen Gewebe ca. 5-10 x höher als in mononukleären Zellen des peripheren Blutes, die Unterschiede in der Virusreplikation sind 10-100-fach. Während in der Frühphase der Infektion die großen Virusmengen zumeist aus aktivierten T-Zellen und Makrophagen stammen, resultieren die niedrigeren Viruskonzentrationen später eher aus ruhenden T-Zellen, dendritischen und follikulär dendritischen Zellen.

Nach Eintritt von HIV in eine ruhende CD4+ T-Zelle und nach reverser Transkription der viralen RNA liegt das HIV Genom als provirale, nicht integrierte HIV-DNA vor. Erst die Aktivierung der CD4+ T-Zelle ermöglicht die Integration der proviralen DNA, was die Voraussetzung für die Synthese neuer Virionen ist. In vitro Untersuchungen zeigen zudem, das HIV-1 sich bevorzugt in aktive Gene (sogenannte "hot spots") integriert (Schroder 2002). In dieser Hinsicht bietet das Mikromilieu des lymphatischen Gewebes ideale Bedingungen für die Replikation von HIV. Der enge räumliche Kontakt zwischen antigenpräsentierenden Zellen und CD4+ T-Zellen, die Anwesenheit infektiöser Virionen im Bereich der FDC und das Vorhandensein proinflammatorischer Zytokine wie TNFα oder IL-6 begünstigen die Induktion einer Virusreplikation in latent infizierten Zellen und verstärkt das Ausmaß der Virusvermehrung in bereits infizierten Zellen.

Die Bedeutung einer antigenbedingten Aktivierung von CD4+ T-Zellen wird durch in vitro und in vivo Studien unterstrichen, die einen Anstieg der HIV-Replikation nach Stimulation mit Antigenen wie Tetanustoxoid, Influenza oder im Rahmen einer Infektion mit Mycobacterium tuberculosis aufzeigen konnten (O'Brian 1995). Dies soll kein Argument gegen Impfungen sein, unterstreicht aber, dass jede Situation, in der das Immunsystem aktiviert wird, potentiell mit einem Anstieg der Virusreplikation einhergeht (siehe dazu auch das Kapitel Impfungen).

Die chronische Phase der HIV-Infektion dauert meist Jahre und ist charakterisiert durch einen langsamen, aber kontinuierlichen Abfall der CD4+ T-Helferzellzahlen im peripheren Blut, einer weitgehend konstanten Zahl infizierter CD4+ T-Lymphozyten und erhöhten Apoptoseraten von CD4+ und CD8+ T-Zellen. Besonders die vermehrte Apoptose wird als Ausdruck einer chronischen, generalisierten Immunaktivierung und als ursächlich für den schließlichen Abfall der Helferzellen angesehen, wenngleich nicht alle Mechanismen im Detail verstanden sind. Diese Immunaktivierung (durch HIV und opportunistische Infektionen) bietet neues Substrat für HIV und virusinduzierten Zelluntergang (Lore 2005), konsumiert den Pool naiver und ruhender Gedächniszellen bei gleichzeitiger Expansion kurzlebiger Effektor T-Helferzellen und führt zu Störungen im Zellzyklus mit vermehrter aktivierungsinduzierter Apoptose (Derdeyn 2005). Helferzellen sind offensichtlich besonders anfällig für diese Schädigungen. HIV kann infizierte Zellen direkt durch seine Hüllenproteine (env) oder durch Caspaseaktivierung (vpr) zerstören oder durch indirekte Effekte (z.B. Fas-FasLigand) zwischen infizierten und nicht-infizierten Zellen Apopotose induzieren. Im Verlauf der unbehandelten HIV-Infektion ist parallel zum Abfall der CD4+ T-Zellen in der Regel ein Anstieg der Plasmavirämie zu beobachten. Im lymphatischen Gewebe entwickelt sich dabei als morphologisches Korrelat einer zunehmenden Immundefizienz an Stelle der follikulären Hyperplasie eine zunehmende Auflösung des FDC-Netzwerkes, eine progrediente Fibrose sowie ein vermindertes virales "Trapping".

Zahlreiche immunhistologische Untersuchungen an Lymphknoten HIV-infizierter Patienten belegen die Initiierung einer produktiven HIV-Infektion in aktivierten CD4+ T-Zellen im Bereich des Parakortex (Embretson 1993, Pantaleo 1993). Dabei spielt nicht nur die Übertragung von Virionen auf CD4+ T-Zellen eine Rolle, sondern die DC-mediierte Aktivierung der CD4+ T-Zellen erlaubt einen effektiven Viruseintritt und die Initiierung einer produktiven Infektion.

Im lymphatischen Gewebe zeigt sich unter HAART ein deutlicher Rückgang der Zahl der produktiv infizierten CD4+ T-Zellen (Tenner-Racz 1998). Trotzdem kann bei allen Patienten unter HAART auch nach bis zu neunjähriger dauerhaft effektiver Therapie weiterhin ein Pool latent infizierter CD4+ T-Zellen nachgewiesen werden (Chun 1997, Chun 2005). Die ständige Aktivierung latent infizierten CD4+ T-Zellen und die Virusverbreitung durch aktivierte Helferzellen führen dabei zu einer anhaltenden Viruspersistenz und Zerstörung des CD4+ T-Zell-Reservoirs. Die FDC dienen darüber hinaus zur Etablierung eines "Antigengedächtnisses", da sie trotz unnachweisbarer Virusreplikation unter HAART im Lymphknoten über Monate hinweg Hüllen- und Matrixantigene von HIV präsentieren und damit offenbar die Antikörperproduktion aufrechterhalten können (Popovic 2005).

Das HLA System und die Immunantwort gegen HIV

CD8+ T-Zellen erkennen "ihr" Antigen im Zusammenhang mit HLA-Klasse-I-Antigenen auf antigenpräsentierenden Zellen, CD4+ T-Zellen benötigen das Antigen im Zusammenhang mit HLA-Klasse-II-Molekülen. Die Entwicklung einer spezifischen Immunantwort ist daher auch vom individuellen HLA-Muster abhängig: Antigen-präsentierende Zellen können HIV-Antigene in "Gruben" der HLA-Klasse-I-Moleküle so darbieten, dass CD8+ T-Lymphozyten optimal, suboptimal oder gar nicht aktiviert werden. In großen Patientenkohorten wurden HLA-Muster identifiziert, die mit einem günstigen oder ungünstigen Verlauf der Erkrankung assoziiert sind. Allein das HLA-Muster bedingt den günstigen Verlauf bei 40 % aller Langzeitüberlebenden.

Homozygotie für HLA Bw4 gilt als protektiv. Allerdings wird sonst eine Heterozygotie der HLA-Klasse-I-Loci (versus Homozygotie) als günstig angesehen (Carrington 1999). Bereits 1996 beschrieb Kaslow, dass HLA B14, B27, B51, B57 und B63 sowie C8 mit einem langsameren Fortschreiten des Immundefektes assoziiert war. HLA B18 gilt sogar als protektiv für die HIV-Infektion. HLA A23, B22, B35, B37 und B49 waren hingegen mit einem raschen Progress assoziiert. Alle Patienten mit HLA B35 waren nach 8 Jahren an AIDS erkrankt. Neuere Untersuchungen zeigen, dass nicht übereinstimmende HLA-Klasse-I-Antigene ("Mismatch") zwischen HIV-diskordanten Paaren einen protektiven Effekt haben (Lockett 2001). Für HLA B57 konnte nachgewiesen werden, dass tatsächlich HLA B57 restringierte CTL gegen HIV-Peptide vorhanden sind. Überhaupt übt die HLA-B restringierte Immunantwort einen größeren Selektionsdruck aus, als die von HLA-A. Bedacht werden muss jedoch, dass die Identifikation von HLA-Antigenen bzw. -Peptiden, die bei HIV-infizierten Patienten mit einem günstigen Verlauf assoziiert sind, nicht notwendigerweise auch sinnvolle Peptide sind, um eine protektive Immunantwort im Sinne einer Vakzinierung zu induzieren. So wurde 2001 gezeigt, dass CD8+ T-Lymphozyten HIV-exponierter, aber nicht infizierter Afrikanerinnen andere Epitope erkennen als CD8+ T-Lymphozyten HIV-infizierter Afrikanerinnen (Kaul 2001). Offensichtlich kann es zu einem Verlust einer Epitopspezifität nach Serokonversion kommen. Hierzu passen Ergebnisse, die zeigen, dass das individuelle HLA-Muster entscheidend die adaptive Immunantwort und die daraus resultierenden Virusmutationen beeinflusst (Leslie 2004; Friedrich 2004). So "zwingen" die CTLs von z.B. Patienten mit HLA B57 und B58 die HI-Viren zu Mutationen im gag-Gen, die es dem Virus ermöglichen, der Immunantwort zu entkommen, dies jedoch oft zum Preis einer beeinträchtigten Replikationsfähigkeit. Wenn ein so selektioniertes Virus ein Individuum mit einem anderen HLA-Muster infiziert, verändert es sich frühzeitig durch (Rück-)Mutation in der gag-Region, weil kein immunologischer Druck mehr besteht und das Virus somit wieder die volle Replikationsfähigkeit erlangt. Bei einer Infektion von SIV, das Fluchtmutationen enthält, kommt es nach Infektion zwischen Tieren mit identischem MHC nur vorübergend zu einer Virämie mit Wildtypviren, bevor sich unter der identischen CTL-Antwort im neuen Tier wieder die ursprünglichen CTL-Fluchtmutationen etablieren (Barouch 2005).

HLA-Klasse-II-Antigene sind für die Immunantworten von CD4+ T-Zellen wesentlich. Seit 1997 ist bekannt, dass HIV Patienten mit günstigem Langzeitverlauf HIV-spezifische CD4+ T-Zellen aufweisen (Rosenberg 1997). Die Identifikation protektiver bzw. ungünstiger HLA-Klasse-II-Antigene ist noch weniger gut charakterisiert. An Kohorten von vertikal infizierten Kindern und HIV-infizierten Erwachsenen zeigte sich ein protektiver Effekt von HLA DR13 (Keet 1999).

Killer cell immunoglobulin like receptors (KIR) stellen Liganden von HLA Klasse I Molekülen dar und können als stimulierende bzw. aktivierende Rezeptoren die Funktion von NK-Zellen kontrollieren. NK-Zellen (v. a. CD16+CD56dim) können durch KIR z.B. virusinfizierte Zellen oder Tumorzellen mit niedriger HLA Klasse I-Expression identifizieren und diese Zellen durch zytotoxische Effekte zerstören. Wie wichtig dieser Faktor bei der Abwehr der HIV-Infektion ist, konnte bisher nicht sicher definiert werden (Fauci 2005). Eine kleinere Population von NK-Zellen (CD16-CD56bright) erfüllt eher regulatorische Funktionen. Diese Zellen sezernieren CC-Chemokine wie CCL3, CCl4, CCL5, die evtl. die Infektion von Zellen durch HIV inhibieren. Das Vorliegen von KIR-Polymorphismen (z. B. KIR3DS1-Allel) im Kontext mit bestimmten HLA-Antigenen korreliert sehr gut mit einem günstigen bzw. weniger raschen Krankheitsverlauf (Carrington 1999, Martin 2002). Die HIV-Infektion selbst führt in NK-Zellen zu einer Beeinträchtigung der antikörperabhängigen Zytotoxizität, einer reduzierten direkten zytolytischen Aktivität, zu Veränderungen im Expressionsmuster von KIRs und dem Verlust von NK-Zellen. Darüber hinaus sind niedrige NK-Zellzahlen eventuell mit einer rascheren Krankheitsprogression ohne HIV-Therapie assoziiert.

Auch andere genetisch determinierte Faktoren können den individuellen Verlauf der HIV-Infektion beeinflussen. Eine Punktmutation im Promoter von IL-6 (G174) ist mit einer erhöhten Produktion von IL-6 und klinisch einer erhöhten Inzidenz von Kaposi-Sarkomen assoziiert. Das Vorliegen einer Homozygotie im IL-10 Promoter (Codon 592) ist in vitro durch eine verminderte Produktion von IL-10 charakterisiert und klinisch mit einem rascheren Progress der Erkrankung assoziiert.

Zusammenfassend muss allerdings konstatiert werden, dass es trotz eindrucksvoller statistischer Korrelation von genetischen Markern mit dem Krankheitsverlauf bislang keine Hinweise dafür gibt, dass die Kenntnis dieser genetischen Marker für den individuellen Krankheitsverlauf eines Patienten von Bedeutung bzw. Entscheidungsrelevanz ist.

Die HIV-spezifische zelluläre Immunantwort

Zytotoxische T-Zellen (CTL) können virusinfizierte Zellen erkennen und elimieren. Die bisherigen Erkenntnisse zur Rolle von CTL bei der HIV-Infektion zeigen deutlich, dass CTL für den Verlauf der Erkrankung von wesentlicher Bedeutung sind. Wahrscheinlich spielen sie jedoch bei der primären Prävention gegen HIV nur eine untergeordnete Rolle.

Vergleicht man sogenannte HIV-Langzeitüberlebende (LTNP) mit Patienten mit raschem Krankheitsverlauf, so finden sich bei den LTNP eine hohe Zahl von HIV-spezifischen Vorläufer-CTL mit breiter Spezifität gegen verschiedenste Virusproteine. Die protektive Rolle der CTL wird auch dadurch deutlich, dass das Auftreten von viralen "escape"-Mutanten spät im Krankheitsverlauf (nach 9-12 Jahren) mit der Krankheitsprogression assoziiert ist (Goulder 1997). Eine HIV-spezifische CTL-Antwort wurde auch bei HIV-exponierten, aber nicht infizierten Personen beobachtet: nef-spezifische CTL konnten bei seronegativen heterosexuellen Partnern von HIV-1 infizierten Individuen, env-spezifische CTL bei seronegativen Krankenschwestern nach Nadelstichverletzungen nachgewiesen werden (Pinto 1995). Leider wurde aber auch gezeigt, dass bei Patienten trotz guter CTL-Antwort Superinfektionen mit einem anderen HIV-Isolat möglich sind, obwohl sich die viralen Epitope, gegen die die CTL-Antwort in vitro gemessen werden konnte, nur geringfügig zwischen beiden Isolaten unterschieden (Altfeld 2002).

Der Nachweis einer CTL-Antwort korreliert mit der Suppression der Plasmavirämie nicht nur während der Serokonversion, sondern auch während Therapiepausen. Noch unklar ist, warum diese temporär effektive CTL-Antwort im Verlauf der Erkrankung nachlässt. Mehrere Gründe sind denkbar. Durch die Bildung von "Escape"-Mutanten wird die Erkennung durch CTL unmöglich. Das nef-Protein kann seinerseits HLA-Klasse-I-Antigene herunterregulieren und somit ebenfalls ein Erkennen verhindern. CD8+ T-Zellen können auch von HIV infiziert werden (Saha 2001), was eventuell einige dieser Beobachtungen erklären könnte.

Eine kürzlich entwickelte Technologie ermöglicht es, HIV-spezifische CTL innerhalb der peripher zirkulierenden Lymphozyten direkt zu messen (Ogg 1998). Es wurde gezeigt, dass diese CTL zwar HIV-spezifisch sind, jedoch nur wenig Perforin enthalten (Appay 2000). HIV-spezifische CTL sind offenbar nur dann gute Effektorzellen, wenn sie gleichzeitig Interferon-γ und TNFα produzieren (Lichtenfeld 2004). Andere Arbeitsgruppen postulieren, dass Stφrungen bei der Ausreifung von HIV-spezifischen CTL im Vergleich zu z. B. CMV-spezifischen CTL zu beobachten sind (Harari 2002).

CTL sind bei ihrer Proliferation und Aktivierung auf die Hilfe von T-Zellen angewiesen (Bevan 2004). Rosenberg (1997) wies erstmals auf die Bedeutung HIV-spezifischer CD4+ T-Zellen hin und zeigte, dass eine HAART in der Frühphase der HIV-Infektion mit der Persistenz HIV-spezifischer CD4-T-Zellantworten assoziiert ist. Die HIV-spezifischen CD4+ T-Lymphozyten sind vorwiegend gegen Epitope aus gag und nef gerichtet (Kaufmann 2004). Berücksichtigt man, dass HIV-spezifische T-Zellen zu den ersten CD4+ T-Zellen gehören, die nach Eindringen von HIV in den Organismus aktiviert werden, so muss davon ausgegangen werden, dass sie andererseits auch selber bevorzugt infiziert werden könnten. Douek (2002) zeigte, dass dies tatsächlich der Fall ist. Somit ist aktuell unklar, ob der häufig zu beobachtende Verlust von HIV-spezifischer CTL-Aktivität einen intrinsischen Defekt der CTL widerspiegelt oder aber sekundär einen Verlust von HIV-spezifischen CD4+ T-Zellen reflektiert.

Verschiedene therapeutische Vakzinestrategien wurden bislang entwickelt und zumeist an Rhesusaffen getestet mit dem Ziel, eine SIV-spezifische CTL-Antwort zu induzieren. Vielversprechende Ergebnisse berichteten Lu und Mitarbeiter (2003), die SIV-infizierte Rhesusaffen mit autologen dendritischen Zellen, beladen mit inaktiviertem SIV, impften. Die geimpften Affen zeigten im Vergleich zu den Kontrolltieren einen dramatischen Abfall der Viruslast und die Entwicklung SIV-spezifischer zellulärer und humoraler Immunantworten. Erst kürzlich berichtete diese Arbeitsgruppe über eine Pilotstudie an 18 HIV-infizierten Patienten ohne antiretrovirale Therapie und mit stabiler Viruslast. Diese Probanden wurden mit autologen, in vitro aus Monozyten hergestellten dendritischen Zellen geimpft, die mit inaktiviertem autologen HIV beladen worden waren. Während der nächsten 112 Tage war ein Abfall der Viruslast von im Median 80 % zu beobachten, der bei 8 Patienten über mehr als ein Jahr anhielt. Parallel dazu konnten HIV-spezifische CD4+ T-Zellen, die Interferon-γ und/oder Interleukin-2 produzieren, sowie gag-spezifische CD8+ T-Zellen festgestellt werden (Lu 2004). Weitere Studien zu "Virus-gepulsten", autologen dendritischen Zellen als therapeutische Vakzine können erwartet werden.

Im Gegensatz zu der CTL-Aktivität HIV-spezifischer CD8+ T-Zellen, die vom Zell-Zellkontakt HLA-identischer Zellen abhängt, wurde bereits 1986 eine lösliche CD8-Suppressoraktivität identifiziert (Walker 1986), deren Identität allerdings bis heute nicht restlos geklärt ist. Zumindest ein Teil der zu beobachtenden Aktivität, die die HIV-Vermehrung sowohl in CD4+ T-Zellen als auch in Makrophagen hemmt, ist durch die ß-Chemokine MIP-1a, MIP-1ß und RANTES erklärbar (Cocchi 1995). Als andere Kandidaten wurden IL-16 (Baier 1995) und das Chemokin MDC (Pal 1997) diskutiert.

TH1/TH2 Immunantwort

Je nach dem Sekretionsmuster von Zytokinen können TH1 und TH2-Antworten unterschieden werden. TH1 CD4+ T-Lymphozyten sezernieren vornehmlich Interleukin-2 (IL-2) und Interferon-γ und damit Zytokine, die die Effektorfunktionen des Immunsystems (CTL, NK-Zellen, Makrophagen) unterstόtzen. TH2 Zellen produzieren vornehmlich IL-4, IL-10, IL-5 und IL-6, also Zytokine, die eher eine humorale Immunantwort begünstigen. Es wird diskutiert, ob eine HIV-spezifische TH1-Antwort als protektiv angesehen werden kann, da TH1-Zytokine für die Ausbildung einer CTL-Antwort wesentlich sind. Andere Forscher wiederum glauben, dass besonders neutralisierende Antikörper protektiv gegen HIV sind, da sie freie Viren bei einer Neuinfektion attackieren können, während CTLs gegen bereits infizierte Zellen aktiv sind (Pantaleo 2004). Untersuchungen an HIV-exponierten, nicht infizierten Personen haben gezeigt, dass diese Menschen nach in vitro Stimulation mit HIV-env-Antigenen (gp120/gp160) und Peptiden IL-2 sezernieren, nicht aber nichtexponierte Kontrollpersonen (Clerici 1992). Auch Untersuchungen an medizinischem Personal nach Nadelstichverletzungen und an Neugeborenen HIV-infizierter Mütter legen nahe, dass eine HIV-spezifische TH1-Antwort Ausdruck einer protektiven Immunantwort sein kann. Studien mit anderen Virusinfektionen (CMV, EBV) und HIV-Langzeitüberlebenden lassen vermuten, dass eine wünschenswerte Immunantwort gegen HIV aus polyfunktionellen CD4+ T-Lymphozyten besteht, die IL-2 und/oder Interferon-γ produzieren.

Die HIV-spezifische humorale Immunantwort

Die Assoziation zwischen dem Auftreten einer humoralen Immunantwort gegen HIV und dem Krankheitsverlauf ist derzeit weniger gut charakterisiert. Im Affenmodell kann die Injektion eines Cocktails verschiedener neutralisierender Antikörper eine mukosale SIV-Infektion verhindern (Ferrantelli 2004). Solche Antikörper scheinen in der sehr frühen Phase der HIV-Infektion besonders effektiv (Derdeyn 2004). Dies legt die Vermutung nahe, dass für eine primäre Vakzine gegen HIV eine humorale Immunantwort unabdingbar ist. Ähnlich wie bei den CTL üben neutralisierende Antikörper jedoch einen Selektionsdruck auf die Viren aus und bewirken dadurch Fluchtmutationen von HIV (Wei 2003). Werden bei Rhesusaffen B-Zellen mit Hilfe eines monoklonalen Antikörpers depletiert und die Tiere anschließend mit SIV infiziert, so zeigt sich praktisch kein Unterschied im Abfall der Plasmavirämie (Schmitz 2003). Ein verlangsamter Krankheitsverlauf korrelierte mit dem Fehlen einer Immunantwort gegen bestimmte Epitope von gp120 (Wong 1993), mit dem hochtitrigen Nachweis von p24-spezifischen Antikörpern (Hogervorst 1995) und der Persistenz neutralisierender Antikörper (Montefiori 1996) insbesondere gegen primäre HIV-Isolate und autologes Virus. LTNP haben häufig neutralisierende Antikörper gegen eine Vielzahl von Primärisolaten und eine Persistenz von Antikörpern gegen die eigenen Viren. Ob der Erhalt von neutralisierenden Antikörpern aber die Ursache der Protektion oder lediglich Ausdruck eines noch relativ intakten Immunsystems ist, ist unklar. Exponierte, aber nicht infizierte Personen haben möglicherweise eine lokale (mukosale IgA-Antikörper gegen HIV) oder eine temporäre Antikörperbildung, die ursächlich an der Protektion beteiligt ist, sich jedoch systemischen Messungen entzieht (Mazzoli 1997, Saha 2001).

Therapeutisch wurde vor einigen Jahren versucht, Patienten mit weit fortgeschrittener HIV-Infektion mit angereichertem Plasma HIV-infizierter Patienten aus frühen Stadien zu behandeln. Ein signifikanter Effekt auf den weiteren Krankheitsverlauf war jedoch nicht feststellbar (Jacobson 1998). Erfolgreicher, aber noch nicht zufriedenstellend, verliefen Versuche mit passiver Immunisierung durch neutralisierende Antikörper bekannter Spezifität. Bei einigen akut oder chronisch HIV-infizierten ließ sich die Viruslast nach Absetzen der antiretroviralen Therapie zumindest vorübergehend kontrollieren (Trkola 2005).

Eine Vakzine gegen HIV?

Die große Herausforderung der Zukunft ist angesichts von weltweit mehr als 42 Millionen HIV-infizierten Menschen die Entwicklung einer prophylaktischen Vakzine gegen HIV. Sie wird dringend benötigt, um die fortschreitende Epidemie zu stoppen. Auf dem Weg dorthin werden zunächst Vakzine erprobt, die zu einer relativen Resistenz durch geringere Virusreplikation führen. Klinische Beobachtungen an exponierten, aber nicht infizierten Personen sowie an Langzeitüberlebenden mit HIV sowie die meist nur vorübergehende Kontrolle der HIV-Replikation nach der Primärinfektion legen nahe, dass nicht nur genetische, sondern auch immunprotektive Mechanismen existieren, deren Induktion vielleicht sogar präventiv eine Neuinfektion verhindern könnte.

Auch tierexperimentelle Untersuchungen legen nahe, dass protektive Immunmechanismen induziert werden können. In nichthumanen Primaten können Immunogene, die eine CD8-Antwort induzieren, den Verlauf der SIV-Infektion abmildern. Umgekehrt ist eine experimentell induzierte Depletion von CD8+ T-Zellen durch monoklonale Antikörper bei infizierten Primaten von einem raschen Anstieg der Plasmavirämie begleitet. Immunogene, die in nichthumanen Primaten neutralisierende Antikörper induzieren, können eine Infektion mit einem homologen Virus verhindern. Ebenso kann der passive Transfer neutralisierender Antikörper sowohl im Primatenmodell als auch in der humanen SCID-Maus eine Neuinfektion mit einem homologen Virus verhindern. Andererseits könnte die Stimulation von HIV-spezifischen CD4+ T-Lymphozyten, die sowohl B-Zell- als auch CTL-Antworten unterstützen würde, ein bevorzugtes Ziel und Substrat für HIV in der frühen Infektionsphase darstellen und damit der Virusreplikation Vorschub leisten (Beignon 2005).

Das Spektrum der Vakzinestrategien gegen HIV reicht von der Verwendung von HIV-Peptiden, nackter DNA, Lebendvektoren, Proteinen, Pseudovirionen, bakteriellen oder viralen Vektoren hin bis zum möglichen Einsatz von modifizierten HIV-Isolaten. Nachdem, historisch gesehen, zunächst nach Möglichkeiten gesucht wurde, neutralisierende Antikörper zu induzieren, wurde später der Schwerpunkt auf eine Induktion der zellulären Immunantwort gelegt. Heute geht man davon aus, dass vorzugsweise beides - sowohl eine humorale als auch eine zelluläre Immunantwort - induziert werden sollte.

Ein Problem bei der Entwicklung einer protektiven humoralen Immunantwort liegt darin, dass viele neutralisierende Antikörper keine oder nur eine begrenzte Neutralisation von Primärisolaten zeigen. Die Entwicklung von Mutationen kann ebenfalls mit der Funktion neutralisierender Antikörper oder der Erkennung durch CD8+ CTL interferieren. Ein weiteres Problem stellt die hohe Variabilität des Hüllproteins gp120 dar. Überdies kann eine ausgeprägte Glykosylierung oder nur vorübergende Zugänglichkeit von strukturellen Domainen die Erkennung immunodominanter Peptidstrukturen erschweren (Chen 2005, Derdeyn 2005).

Obwohl die zytotoxische T-Zellantwort für den Verlauf der HIV-Infektion von entscheidender Bedeutung ist, gibt es bislang keine Hinweise dafür, dass sie auch primär protektiv sein kann. So berichteten Altfeld et al (2002) über einen HIV-infizierten Patienten, der im Rahmen seiner Primärinfektion mit HAART behandelt wurde und nach erfolgreicher Virussuppression im weiteren Verlauf strukturierte Therapiepausen einlegte. Parallel dazu entwickelte sich eine deutliche CTL-Antwort, die jedoch eine Superinfektion mit einem zweiten Subtyp-B-Isolat trotz Vorliegen kreuzreagierender CTL-Epitope nicht verhindern konnte.

Neben dem Ringen um die besten Vakzinierungstrategien entwickelt sich zunehmend eine Diskussion um die aussagekräftigsten technischen Analyseverfahren zur Beurteilung eines Impferfolges. Uneinigkeit besteht z. B. darüber, in welchem Maß labortechnisch erhobene Befunde wie Zellproliferation, intrazelluläre Zytokinproduktion und andere Effektormechanismen von T-Lymphozyten miteinander korrelieren und welche Ergebnisse eine protektive oder krankheitsverlangsamende Immunantwort tatsächlich anzeigen. Die komplexen, sich ständig entwickelnden und kostspieligen Analysen werden damit zu einem wesentlichen Faktor in der Planung, Durchführung und Auswertung internationaler Studien zur HIV-Vakzineentwicklung.

Literatur

  1. Aiken C, Konner J, Landau NR, Lenburg ME, Trono D. Nef induces CD4 endocytosis: Requirement for a critical dileucine motif in the membrane-proximal CD4 cytoplasmic do-main. Cell 1994, 76: 853-64. http://amedeo.com/lit.php?id=8124721
  2. Altfeld M, Allen TM, Yu XG, et al. HIV-1 superinfection despite broad CD8+ T-cell responses containing replication of the primary virus. WalkerNature. 2002; 420: 434-9. http://amedeo.com/lit.php?id=12459786
  3. Anzala AO, Ball TB, Rostron T, O'Brien SJ, Plummer FA, Rowland-Jones SL. CCR2-64I allele and genotype association with delayed AIDS progression in African women. Lancet 1998, 351: 1632-3.
  4. Appay V, Nixon DF, Donahoe SM et al. HIV-specific CD8+ T cells produce antiviral cytokines but are impaired in cytolytic function. J Exp Med 2000; 192: 63-75.
  5. Baier M, Werner A, Bannert N, Metzner K, Kurth R. HIV suppression by interleukin-16. Nature 1995, 378: 563.
  6. Banda NK, Bernier J, Kurahara DK, et al. Cross-linking CD4 by HIV gp120 primes T cells for activation induced apoptosis. J Exp Med 1992, 176: 1099-106. http://amedeo.com/lit.php?id=1402655
  7. Barouch DH, Powers J, Truitt DM, et al. Dynamic immune responses maintain cytotoxic T lymphocyte epitope mutations in transmitted simian immunodeficiency virus variants. Nat Immunol 2005; 6: 247-52. Epub 2005 Jan 30. http://amedeo.com/lit.php?id=15685174
  8. Barre-Sinoussi F, Chermann JC, Rey F, et al. Isolation of a T-lymphotropic retrovirus from a patient at risk for AIDS. Science 1983, 220: 868-71. http://amedeo.com/lit.php?id=6189183
  9. Beignon AS, McKenna K, Skoberne M, et al. Endocytosis of HIV-1 activates plasmacytoid dendritic cells via Toll-like receptor- viral RNA interactions. J Clin Invest 2005; http://amedeo.com/lit.php?id=16224540
  10. Bevan MJ. Helping the CD8(+) T-cell response. Nat Rev Immunol 2004; 4: 595-602. http://amedeo.com/lit.php?id=15286726
  11. Biti R, Ffrench RF, Young J, Bennetts B, Stewart G, Liang T. HIV-1 infection in an individual homozygous for the CCR5 deletion allele. Nature Med 1997, 3: 252-3.
  12. Bour S, Geleziunas R, Wainberg MA. The HIV type 1 (HIV-1) CD4 receptor and its central role in promotion of HIV-1 infection. Microbiol Rev 1995, 59: 63-93. http://amedeo.com/lit.php?id=7708013
  13. Bour S, Geleziunas R, Wainberg MA. The HIV type 1 (HIV-1) CD4 receptor and its central role in promotion of HIV-1 infection. Microbiol Rev 1995, 59: 63-93. http://amedeo.com/lit.php?id=7708013
  14. Bour S, Schubert U, Strebel K. The HIV type 1 vpu protein specifically binds to the cytoplasmic domain of CD4: Implications for the mechanism of degradation. J Virol 1995, 69: 1510-20. http://amedeo.com/lit.php?id=7853484
  15. Carrington M, Nelson GW, Martin MP, et al. HLA and HIV-1: heterozygote advantage and B*35-Cw*04 disadvantage. Science 1999: 12, 28: 1748-52. http://amedeo.com/lit.php?id=10073943
  16. Chan DC, Fass D, Berger JM, Kim PS. Core structure of gp41 from the HIV envelope glycoprotein. Cell 1997, 89: 263-73. http://amedeo.com/lit.php?id=9108481
  17. Chen B, Vogan EM, Gong H, Skehel JJ, Wiley DC, Harrison SC. Structure of an unliganded simian immunodeficiency virus gp120 core. Nature 2005; 433: 834-41. http://amedeo.com/lit.php?id=15729334
  18. Chen JD, Bai X, Yang AG et al. Inactivation of HIV-1 chemokine co-receptor CXCR-4 by a novel intrakine strategy. Nat Med. 1997,; 3:1110-6. http://amedeo.com/lit.php?id=9334722
  19. Chiu YL, Soros VB, Kreisberg JF, Stopak K, Yonemoto W, Greene WC. Cellular APOBEC3G restricts HIV-1 infection in resting CD4+ T cells. Nature 2005; 435: 108-14. Epub 2005 Apr 13. http://amedeo.com/lit.php?id=15829920
  20. Chun TW, Carruth L, Finzi D, et al. Quantification of latent tissue reservoirs and total body viral load in HIV-1 infection. Nature 1997,387:183-8. http://amedeo.com/lit.php?id=9144289
  21. Chun TW, Nickle DC, Justement JS, et al. HIV-infected individuals receiving effective antiviral therapy for extended periods of time continually replenish their viral reservoir. J Clin Invest 2005; 115: 3250-3255. http://amedeo.com/lit.php?id=16276421
  22. Cicala C, Arthos J, Censoplano N, et al. HIV-1 gp120 induces NFAT nuclear translocation in resting CD4+ T-cells. Virology 2005; http://amedeo.com/lit.php?id=16260021
  23. Clavel F, Guetard D, Brun-Vezinet F, Chamaret S, Rey MA, Santos-Ferreira O. Isolation of a new human retrovirus from West African patients with AIDS. Science 1986, 233: 343
  24. Clerici M, Giorgi JV, Chou CC, et al. Cell-mediated immune response to HIV (HIV) type-1 in seronegative homosexual men with a recent sexual exposure to HIV-1. J Infect Dis 1992, 165: 1012-9. http://amedeo.com/lit.php?id=1533867
  25. Cocchi F, DeVico AL, Garzino-Demo A, Arya S, Gallo RC, Lusso P. Identification of RANTES, MIP-1a, and MIP-1ß as the major HIV-suppressive factors produced by CD8+ T cells. Science 1995, 270: 1811-5. http://amedeo.com/lit.php?id=8525373
  26. Collins KL, Chen BK, Walker BD, Baltimore D. HIV-1 nef protein protects infected primary cells against killing by cytotoxic T lymphocytes. Nature 1998, 391: 397-401. http://amedeo.com/lit.php?id=9450757
  27. Cullen BR. HIV-1 auxiliary proteins: making connections in a dying cell. Cell 1998, 93: 685-92.
  28. Dalgleish AG, Beverley PC, Clapham PR, et al. The CD4 (T4) antigen is an essential component of the receptor for the AIDS retrovirus. Nature 1984, 312: 763-7. http://amedeo.com/lit.php?id=6096719
  29. Dean M, Carrington M, Winkler C, et al. Genetic restrictions of HIV-1 infection and progression to AIDS by a deletion allele of the CKR5 structural gene. Science 1996, 273: 1856-62. http://amedeo.com/lit.php?id=8791590
  30. Deng H, Liu R, Ellmeier W, et al. Identification of a major co-receptor for primary isolates of HIV-1. Nature 1996, 381: 661-6. http://amedeo.com/lit.php?id=8649511
  31. Deng HK, Unutmaz D, Kewalramani VN, Littman DR. Expression cloning of new receptors used by simian and human immunodeficiency viruses. Nature 1997, 388: 296-300. http://amedeo.com/lit.php?id=9230441
  32. Derdeyn CA, Decker JM, Bibollet-Ruche F, et al. Envelope-constrained neutralization-sensitive HIV-1 after heterosexual transmission. Science 2004; 303: 2019-22. http://amedeo.com/lit.php?id=15044802
  33. Derdeyn CA, Silvestri G. Viral and host factors in the pathogenesis of HIV infection. Curr Opin Immunol 2005; 17: 366-73. http://amedeo.com/lit.php?id=15955686
  34. Doranz BJ, Rucker J, Yi Y, et al. A dual-tropic primary HIV-1 isolate that uses fusin and the ß-chemo-kine receptors CKR-5, CKR-3, and CKR-2b as fusion cofactors. Cell 1996, 85: 1149-58. http://amedeo.com/lit.php?id=8674120
  35. Douek DC, Brenchley JM, Betts MR et al. HIV preferentially infects HIV-specific CD4+ T cells. Nature 2002; 417: 95-98.
  36. Dragic T, Litwin V, Allaway GP, et al. HIV-1 entry into CD4+ cells is mediated by the chemokine receptor CC-CKR-5. Nature 1996, 381: 667-73. http://amedeo.com/lit.php?id=8649512
  37. Edwards TG, Hoffman TL, Baribaud F, et al. Relationships between CD4 independence, neutralization sensitivity and exposure of a CD4-induced epitope in an HIV-1 envelope protein. J Virol 2001, 75:5230-9. http://amedeo.com/lit.php?id=11333905
  38. Embretson J, Zupancic M, Ribas JL, et al. Massive covert infection of helper T lymphocytes and macrophages by HIV during the incubation period of AIDS. Nature 1993, 362: 359-62. http://amedeo.com/lit.php?id=8096068
  39. Fatkenheuer G, Pozniak AL, Johnson MA, et al. Efficacy of short-term monotherapy with maraviroc, a new CCR5 antagonist, in patients infected with HIV-1. Nat Med 2005; 11: 1170-2. Epub 2005 Oct 5. http://amedeo.com/lit.php?id=16205738
  40. Fauci AS, Mavilio D, Kottilil S. NK cells in HIV infection: Paradigm for protection or targets for ambush. Nat Rev Immunol 2005; 5: 835-43. http://amedeo.com/lit.php?id=16239902
  41. Feng Y, Broder CC, Kennedy PE, Berger EA. HIV-1 entry cofactor: functional cDNA cloning of a seven-transmembrane, G protein-coupled receptor. Science 1996, 272: 872-7. http://amedeo.com/lit.php?id=8629022
  42. Ferrantelli F, Rasmussen RA, Buckley KA et al. Complete protection of neonatal rhesus macaques against oral exposure to pathogenic simian-human immunodeficiency virus by human anti-HIV monoclonal antibodies. J Infect Dis 2004; 189: 2167-2173.
  43. Friedrich TC, Dodds EJ, Yant LJ, et al. Reversion of CTL escape-variant immunodeficiency viruses in vivo. Nat Med 2004; 10: 275-81. Epub 2004 Feb 15. http://amedeo.com/lit.php?id=14966520
  44. Gallo RC, Sarin PS, Gelmann EP, et al. Isolation of human T cell leukemia virus in acquired immune deficiency syndrome (AIDS). Science 1983, 220: 865-7. http://amedeo.com/lit.php?id=6601823
  45. Ganesh L, Burstein E, Guha-Niyogi A et al. The gene product murr1 restricts HIV-1 replication in resting CD4+ lymphocytes. Nature 2003; 426: 853-857.
  46. Geijtenbeek TB, Torensma R, van Vliet SJ, et al. Identification of DC-SIGN, a novel dendritic cell-specific ICAM-3 receptor that supports primary immuene responses. Cell 2000, 100: 575-85. http://amedeo.com/lit.php?id=10721994
  47. Gelderblom HR, Gentile M, Scheidler A, Özel M, Pauli G. Zur Struktur und Funktion bei HIV. AIFO 1993, 5: 231.
  48. Goulder PJ, Phillips RE, Colbert RA, et al. Late escape from an immundominant cytotoxic T-lymphocyte response associated with progression to AIDS. Nat Med 1997, 3: 212-7. http://amedeo.com/lit.php?id=9018241
  49. Harari A, Rizzardi GP, Ellefsen K et al. Analysis of HIV-1 and CMV specific memory CD4 T cell responses during primary and chronic infection. Blood 2002; 100: 1381-1387.
  50. Heath WR, Belz GT, Behrens GM, et al. Cross-presentation, dendritic cell subsets, and the generation of immunity to cellular antigens. Immunol Rev 2004; 199: 9-26. http://amedeo.com/lit.php?id=15233723
  51. Herbeuval JP, Hardy AW, Boasso A, et al. Regulation of TNF-related apoptosis-inducing ligand on primary CD4+ T cells by HIV-1: role of type I IFN-producing plasmacytoid dendritic cells. Proc Natl Acad Sci U S A 2005; 102: 13974-9. Epub 2005 Sep 20. http://amedeo.com/lit.php?id=16174727
  52. Hogervorst E, Jurriaans S, de Wolf F, et al. Predictors for non-and slow progression in HIV type 1 infection: low viral RNA copy numbers in serum and maintenance of high HIV-1 p24-specific but not V3-specific antibody levels. J Infect Dis 1995, 171: 811-21. http://amedeo.com/lit.php?id=7706807
  53. Jacobson JM. Passive immunizytion for the treatment of HIV infection. Mt Sinai J Med 1998; 65: 22 - 26.
  54. Kaslow RA, Carrington M, Apple R, et al. Influence of combinations of human major histocompatibility complex genes on the course of HIV-1 infection. Nat Med 1996: 2: 405-11. http://amedeo.com/lit.php?id=8597949
  55. Kaufmann DE, Bailey PM, Sidney J, et al. Comprehensive analysis of human immunodeficiency virus type 1-specific CD4 responses reveals marked immunodominance of gag and nef and the presence of broadly recognized peptides. J Virol 2004; 78: 4463-77. http://amedeo.com/lit.php?id=15078927
  56. Kaul R, Rowland-Jones SL, Kimani J, et al. New insights into HIV-1 specific cytotoxic T-lymphocyte responses in exposed, persistently seronegative Kenyan sex workers. Immunol Lett 2001, 79: 3-13. http://amedeo.com/lit.php?id=11595284
  57. Keet IP, Tang J, Klein MR, et al. Consistent associations of HLA class I and II and transporter gene products with progression of HIV type 1 infection in homosexual men. J Infect Dis 1999, 180: 299-309. http://amedeo.com/lit.php?id=10395843
  58. Kilby JM, Hopkins S, Venetta TM, et al. Potent suppression of HIV-1 replication in humans by T-20, a peptide inhibitor of gp41-mediated virus entry. Nat Med 1998, 4: 1302-7. http://amedeo.com/lit.php?id=9809555
  59. Kirchhoff F, Greenough TC, Brettler DB, Sullivan JL, Desrosiers RC. Brief report: Absence of intact nef sequences in a long-term survivor with nonprogressive HIV-1 infection. N Engl J Med 1995, 332: 228-32
  60. Klatzmann D, Champagne E, Chamaret S, et al. T-lymphocyte T4 molecule behaves as the receptor for human retrovirus LAV. Nature 1984, 312: 767-8. http://amedeo.com/lit.php?id=6083454
  61. Kohl NE, Emini EA, Schleif WA, et al. Active HIV protease is required for viral infectivity. Proc Natl Acad Sci USA, 1988, 85: 4686-90. http://amedeo.com/lit.php?id=3290901
  62. Larsson M, Fonteneau JF, Lirvall M, Haslett P, Lifson JD, Bhardwaj N. Activation of HIV-1 specific CD4 and CD8 T cells by human dendritic cells: roles for cross-presentation and non-infectious HIV-1 virus. AIDS 2002; 16: 1319-29. http://amedeo.com/lit.php?id=12131208
  63. Lazzarin A, Clotet B, Cooper D,. et al. Efficacy of enfuvirtide in patients infected with drug-resistant HIV-1 in Europe and Australia. N Engl J Med. 2003, May 29;348(22):2186-95. http://amedeo.com/lit.php?id=12773645
  64. Leslie AJ, Pfafferott KJ, Chetty P, et al. HIV evolution: CTL escape mutation and reversion after transmission. Nat Med 2004; 10: 282-9. Epub 2004 Feb 8. http://amedeo.com/lit.php?id=14770175
  65. Levy JA, Mackewicz CE, Barker E. Controlling HIV pathogenesis: the role of thenoncytotoxic anti-HIV response of CD8+ T cells. Immunol Today 1996,17: 217-24. http://amedeo.com/lit.php?id=8991383
  66. Liao F, Alkhatib G, Peden KWC, Sharma G, Berger EA, Farber JM. STRL-33, a novel chemokine receptor-like protein, functions as a fusion cofactor for both macrophage-tropic and T cell line-tropic HIV-1. J Exp Med 1997, 185: 2015-23. http://amedeo.com/lit.php?id=9166430
  67. Lichterfeld M, Yu XG, waring MT et al.HIV-1 specific cytotoxicity is preferentially mediated by a subset of CD8+ T cells producing both interferon gamma and tumor necrosis factor alpha. J Exp Med 2004; 104, 487-494.
  68. Liu R, Paxton WA, Choe S, et al. Homozygous defect in HIV-1 coreceptor accounts for resistance of some multiply-exposed individuals to HIV-1 infection. Cell 1996, 86: 367-77. http://amedeo.com/lit.php?id=8756719
  69. Liu SL, Schacker T, Musey L, et al. Divergent patterns of progression to AIDS after infection from the same source: HIV type 1 evolution and antiviral responses. J Virol 1997, 71: 4284-95. http://amedeo.com/lit.php?id=9151816
  70. Lockett SF, Robertson JR, Brettle RP, et al. Mismatched human leukocyte antigen alleles protect against heterosexual HIV transmission. J Acq Imm Defic Syndr 2001: 27: 277-80. http://amedeo.com/lit.php?id=11464148
  71. Lore K, Smed-Sorensen A, Vasudevan J, Mascola JR, Koup RA. Myeloid and plasmacytoid dendritic cells transfer HIV-1 preferentially to antigen-specific CD4+ T cells. J Exp Med 2005; 201: 2023-33. http://amedeo.com/lit.php?id=15967828
  72. Lu W, Arraes LC, Ferreira WT, Andrieu JM. Therapeutic dendritic-cell vaccine for chronic HIV-1 infection. Nat Med 2004; 10: 1359-1365.
  73. Lu W, Arraes LC, Ferreira WT, Andrieu JM. Therapeutic dendritic-cell vaccine for chronic HIV-1 infection. Nat Med 2004; 10: 1359-65. Epub 2004 Nov 28. http://amedeo.com/lit.php?id=15568033
  74. Lu W, Wu X, Lu Y, Guo W, Andrieu JM. Therapeutic dendritic-cell vaccine for simian AIDS. Nat Med 2003; 9: 13-14.
  75. Maranon C, Desoutter JF, Hoeffel G, Cohen W, Hanau D, Hosmalin A. Dendritic cells cross-present HIV antigens from live as well as apoptotic infected CD4+ T lymphocytes. Proc Natl Acad Sci U S A 2004; 101: 6092-7. Epub 2004 Apr 12. http://amedeo.com/lit.php?id=15079077
  76. Mariani R, Chen D, Schröfelbauer B et al. Species-specific exclusion of APOBEC3G from HIV-1 virions by vif. Cell 2003; 114: 21-31
  77. Martin MP, Gao X, Lee JH, et al. Epistatic interaction between KIR3DS1 and HLA-B delays the progression to AIDS. Nat Genet. 2002, Aug;31(4):429-34. http://amedeo.com/lit.php?id=12134147
  78. Martin MP, Gao X, Lee JH, et al. Epistatic interaction between KIR3DS1 and HLA-B delays the progression to AIDS. Nat Genet 2002; 31: 429-34. Epub 2002 Jul 22. http://amedeo.com/lit.php?id=12134147
  79. Mazzoli S, Trabattoni D, Lo Caputo S, et al. HIV-specific mucosal and cellular immunity in HIV-seronegative partners of HIV-seropositive individuals. Nat Med 1997, 3:1250-7. http://amedeo.com/lit.php?id=9359700
  80. Miller RH, Sarver N. HIV accessory proteins as therapeutic targets. Nat Med 1997, 3: 389-94.
  81. Montefiori DC, Pantaleo G, Fink LM, et al. Neutralizing and infection-enhancing antibody responses to HIV type 1 in long-term nonprogressors. J Infect Dis 1996, 173: 60-7. http://amedeo.com/lit.php?id=8537683
  82. Murakami T, Nakajima T, Koyanagi Y, et al. A small molecule CXCR4 inhibitor that blocks T cell line-tropic HIV-1 infection. J Exp Med 1997, 186: 1389-93. http://amedeo.com/lit.php?id=9334379
  83. O'Brien WA, Grovit-Ferbas K, Namazi A, et al. HIV-type 1 replication can be increased in peripheral blood of seropositive patients after influenza vaccination. Blood 1995, 86: 1082-9. http://amedeo.com/lit.php?id=7620162
  84. Ogg GS, Jin X, Bonhoeffer S, et al. Quantitation of HIV-1-specific cytotoxic T lymphocytes and plasma load of viral RNA. Science 1998, 279: 2103-6. http://amedeo.com/lit.php?id=9516110
  85. Oh SY, Cruickshank WW, Raina J, et al. Identification of HIV-1 envelope glykoprotein in the serum of AIDS and ARC patients. J Acquired Immune Defic Syndr 1992, 5: 251.
  86. Olson W, Israel R, Jacobson J et al. Viral resistance and pharmacologic analyses of phase I/II study patients treated with the HIV-1 entry inhibitor PRO542. ..CAbstract 561, 10th CROI 2003, Boston. Abstract 561
  87. Pal R, Garzino-Demo A, Markham PD, et al. Inhibition of HIV-1 infection by the ß-chemokine MDC. Science 1997, 278: 695-8. http://amedeo.com/lit.php?id=9381181
  88. Pantaleo G, Graziosi C, Demarest JF, et al. HIV infection is active and progressive in lymphoid tissue during the clinically latent stage of disease. Nature 1993, 362: 355-8. http://amedeo.com/lit.php?id=8455722
  89. Pantaleo G, Koup RA. Correlates of immune protection in HIV-1 infection: what we know, what we don´t know, what we should know. Nat Med 2004; 10: 806-10. http://amedeo.com/lit.php?id=15286782
  90. Peter F. HIV nef: The mother of all evil? Immunity, 1998, 9: 433-7.
  91. Pinto LA, Sullivan J, Berzofsky JA, et al. Env-specific cytotoxic T lymphocyte responses in HIV seronegative health care workers occupationally exposed to HIV contaminated body fluids. J Clin Invest 1995, 96: 867-76. http://amedeo.com/lit.php?id=7635981
  92. Popovic M, Tenner-Racz K, Pelser C, et al. Persistence of HIV-1 structural proteins and glycoproteins in lymph nodes of patients under highly active antiretroviral therapy. Proc Natl Acad Sci U S A 2005; 102: 14807-12. Epub 2005 Sep 30. http://amedeo.com/lit.php?id=16199516
  93. Rosenberg ES, Billingsley JM, Caliendo AM, et al. Vigorous HIV-1-specific CD4+ T cell responses associated with control of viremia. Science 1997, 278: 1447-50. http://amedeo.com/lit.php?id=9367954
  94. Saha K, Zhang J, Gupta A et al. Isolation of primary HIV-1 that target CD8+ T lymphocytes using CD8 as a receptor. Nat Med 2001, 7: 65-72. http://amedeo.com/lit.php?id=11135618
  95. Schmitz JE, Kuroda MJ, Santra S et al. Effect of humoral immune responses on controlling viremia during primary infection of rhesus monkeys with simian immunodeficiency virus. J Virol 2003; 77: 2165-2173.
  96. Schols D, Struyf S, Van Damme J, et al. Inhibition of T-tropic HIV strains by selective antagonization of the chemokine receptor CXCR4. J Exp Med 1997, 186: 1383-8. http://amedeo.com/lit.php?id=9334378
  97. Schooley RT, Merigan TC, Gaut P, et al. Recombinant soluble CD4 therapy in patients with AIDS and ARC. Ann Intern Med 1990, 112: 247-53. http://amedeo.com/lit.php?id=2297203
  98. Schroder AR, Shinn P, Chen H, Berry C, Ecker JR, Bushman F. HIV-1 integration in the human genome favors active genes and local hotspots. Cell 2002; 110: 521-9. http://amedeo.com/lit.php?id=12202041
  99. Schulz O, Diebold SS, Chen M, et al. Toll-like receptor 3 promotes cross-priming to virus-infected cells. Nature 2005; 433: 887-92. Epub 2005 Feb 13. http://amedeo.com/lit.php?id=15711573
  100. Sheehy AM, Gaddis NC, Choi JD et al. Isolation of a human gene that inhibits HIV-1 infection and is suppressed by the viral vif protein. Nature 2002; 418: 646-650. http://amedeo.com/lit.php?id=12167863
  101. Shortman K, Liu YJ. Mouse and human dendritic cell subtypes. Nat Rev Immunol 2002; 2: 151-61. http://amedeo.com/lit.php?id=11913066
  102. Song E, Zhu P, Lee SK, et al. Antibody mediated in vivo delivery of small interfering RNAs via cell-surface receptors. Nat Biotechnol 2005; 23: 709-17. Epub 2005 May 22. http://amedeo.com/lit.php?id=15908939
  103. Stremlau M, Owens CM, Perron MJ et al. The cytoplasmic body component TRIM5alpha restricts HIV-1 infection in Old World monkey s. Nature 2004; 427: 848-853.
  104. Sunila I, Vaccarezza M, Pantaleo G, Fauci AS, Orenstein JM. Gp120 is present on the plasma membrane of apoptotic CD4 cells prepared from lymph nodes of HIV-1-infected individuals: an immunoelectron microscopic study. AIDS 1997, 11: 27-32. http://amedeo.com/lit.php?id=9110072
  105. Tenner-Racz K, Stellbrink HJ, van Lunzen J, et al. The unenlarged lymph nodes of HIV-1-infected, asymptomatic patients with high CD4 T cell counts are sites for virus replication and CD4 T cell proliferation. The impact of HAART. J Exp Med 1998, 187: 949-59. http://amedeo.com/lit.php?id=9500797
  106. Trkola A, Kuster H, Rusert P, et al. Delay of HIV-1 rebound after cessation of antiretroviral therapy through passive transfer of human neutralizing antibodies. Nat Med 2005; 11: 615-22. Epub 2005 May 8. http://amedeo.com/lit.php?id=15880120
  107. Turelli P, Mangeat B, Jost S, Vianin S, Trono D. Inhibition of hepatitis B virus replication by APOBEC3G. Science 2004; 303: 1829.
  108. Veazey RS, Klasse PJ, Schader SM, et al. Protection of macaques from vaginal SHIV challenge by vaginally delivered inhibitors of virus-cell fusion. Nature 2005; 438: 99-102. Epub 2005 Oct 30. http://amedeo.com/lit.php?id=16258536
  109. Walker CM, Moody DJ, Stites DP, Levy JA. CD8+ lymphocytes can control HIV infection in vitro by suppressing viral replication. Science 1986, 234: 1563-6. http://amedeo.com/lit.php?id=2431484
  110. Wei P, Garber ME, Fang SM, Fischer WH, Jones KA. A novel CDK9-associated C-type cyclin interacts directly with HIV-1 Tat and mediates its high-affinity, loop-specific binding to TAR RNA. Cell 1998, 92: 451-62. http://amedeo.com/lit.php?id=9491887
  111. Wei X, Decker JM, Wang S, et al. Antibody neutralization and escape by HIV-1. Nature 2003; 422: 307-12. http://amedeo.com/lit.php?id=12646921
  112. Winkler C, Modi W, Smith MW, et al. Genetic restriction of AIDS pathogenesis by an SDF-1 chemokine gene variant. Science 1998, 279: 389-93. http://amedeo.com/lit.php?id=9430590
  113. Wong MT, Warren RQ, Anderson SA, et al. Longitudinal analysis of the humoral immune response to HIV type 1 gp160 epitopes in rapidly progressing and nonprogressing HIV-1 infected subjects. J Infect Dis 1993, 168: 1523-7. http://amedeo.com/lit.php?id=7504036
  114. Wong-Staal F. HIVes and their replication. In: Fundamental Virology, Ed.: Fields BN, Knipe DM et al. Raven Press, Ltd., New York 1991.
  115. Zack JA, Arrigo SJ, Weitsman SR, Go AS, Haislip A, Chen ISY. HIV-1 entry into quiescent primary lymphocytes: Molecular analysis reveals a labile, latent viral structure. Cell 1990, 61: 213-22. http://amedeo.com/lit.php?id=2331748
  116. Zou YR, Kottmann AH, Kuroda M, Taniuchi I, Littman DR. Function of the chemokine receptor CXCR4 in haematopoiesis and in cerebellar development. Nature 1998, 393: 595-9. http://amedeo.com/lit.php?id=9634238

 
 
     
 

Design:

 
 
 

  Wichtiger Hinweis für die Leser