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Salmonellen-Septikämie Die Infektion mit nicht-typhoiden Salmonellenarten, die bei Gesunden in der Regel lediglich eine Enteritis verursachen, können bei immunsupprimierten Patienten schwere Septikämien zur Folge haben (Jacobs 1985). Wichtigstes Erregerreservoir sind Nahrungsmittel, vor allem Geflügel. Rezidivierende, nicht-typhoide Salmonellen-Septikämien gelten als AIDS-definierend. In Mitteleuropa sind Salmonella-Septikämien bei HIV-Patienten selten und machen weniger als 1 % aller AIDS-Fälle aus. In der Schweizer Kohorte wurden bei über 9.000 HIV-Patienten über einen Zeitraum von neun Jahren lediglich 22 Fälle von rekurrenten Salmonellosen dokumentiert (Burckhardt 1999). In Südeuropa oder Afrika sind Salmonellosen viel häufiger. In einigen Regionen sind Salmonellen bei HIV-Patienten sogar die am häufigsten in Blutkulturen nachgewiesenen Erreger. Beschrieben sind außer Septikämien auch atypische Infektionen mit Osteomyelitiden, Empyemen, Lungenabszessen, Pyleonephritiden oder Meningitiden (Albrecht 1992, Nadelman 1985). Rezidive sind häufig. Die Patienten sind oft schwer krank. Schüttelfrost, hohes Fieber sind meistens vorhanden, Diarrhoen sind dagegen nicht obligat. Sofern nicht rechtzeitig behandelt wird, droht ein septischer Schock. Mittels Blutkulturen werden in erster Linie die Enteritis-Salmonellenstämme S. enteritides und S. typhimurium isoliert. Die Erreger von Typhus und Paratyphus, S. typhi und S. paratyphi, kommen nur selten vor. Ciprofloxacin ist Mittel der Wahl (Jacobson 1989). Obgleich die orale Bioverfügbarkeit gut ist, favorisieren wir die intravenöse Gabe. Auch Cephalosporine wie Cefotaxim oder Ceftriaxon wirken. Dagegen haben Resistenzen gegen Cotrimoxazol oder Ampicillin zugenommen. Meist reicht die einwöchige Gabe von Ciprofloxacin oder Ceftriaxon aus. Eine Erhaltungstherapie sollte auf 6-8 Monate ausgedehnt und nicht zu früh abgesetzt werden (Hung 2001). Die früher lebenslang propagierte Rezidivprophylaxe (Nelson 1992) scheint allerdings nicht mehr erforderlich zu sein. Eine medikamentöse Prophylaxe wird nicht empfohlen. Allerdings sollten HIV-Patienten generell darauf hingewiesen werden, dass sie insbesondere in südlichen Ländern mehr auf Nahrungsmittelhygiene achten.
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Wichtiger Hinweis für die Leser
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